US Open: Bärenstarke Potapova nimmt Vorjahresfinalistin raus
Anastasia Potapova hat sich bei den US Open in New York am Samstag von ihrer besten Seite präsentiert. Die Wahlösterreicherin eliminierte in Flushing Meadows in der dritten Runde sensationellerweise die letztjährige Wimbledon- und US-Open-Finalistin. Die auf 24 gesetzte 25-Jährige (WTA 25) schlug die zehntgereihte Amanda Anisimova (WTA 10) nach bärenstarker Leistung mit 6:2, 7:5 und revanchierte hierdurch zugleich Lilli Tagger (WTA 49), die der US-Lokalmatadorin in Runde zwei mit 3:6, 6:3, 1:6 unterlegen gewesen war. Potapova steht damit zum dritten Mal in ihrer Karriere nach den French Open 2024 und 2026 im Achtelfinale eines Grand-Slam-Events, zum ersten Mal außerhalb von Paris. Ihre nächste Gegnerin ist nun am Montag die fünftgesetzte Russin Mirra Andreeva (WTA 5), die in Frankreichs Hauptstadt heuer ihren ersten Grand-Slam-Triumph gefeiert hatte.
„Ich glaube, ich bin der glücklichste Mensch hier“
99 Minuten brauchte Potapova im Louis Armstrong Stadium, der zweitgrößten Arena der Anlage, um mit Anisimova eine der Titelkandidatinnen im „Big Apple“ rauszunehmen. Sie profitierte dabei auch von stolzen 46 unerzwungenen Fehlern ihrer Gegnerin, von denen sie selbst nur deren 17 beging. Potapova drehte in ihrem zweiten Aufschlagspiel bei 1:1 ein 0:40 und wehrte insgesamt sechs Breakchancen ab, danach gab sie im ersten Satz mit gewonnenen Returngames zum 2:1 und 5:2 den Ton an. Im zweiten Abschnitt führte sie bei 1:0, 2:1 und 5:4 dreimal mit Break, fing sich jedoch jedes Mal prompt das Rebreak ein. Ein weiteres erfolgreiches Spiel als Rückschlägerin bedeutete schließlich aber doch den entscheidenden Vorsprung, Potapova servierte anschließend nach 0:30-Rückstand zu ihrem bemerkenswerten Coup aus.
„Ich glaube, ich bin der glücklichste Mensch hier, aber vielleicht ist mein Trainer noch ein bisschen glücklicher“, strahlte Potapova im Siegerinneninterview auf dem Court. „Es ist nicht einfach, so zu spielen – es braucht Zeit, um zu lernen. Ich bin gerade dabei, immer besser zu werden. Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich hier rauskomme – hier vor diesem Publikum zu spielen, ist einfach großartig. Ich bin ein bisschen verrückt, aber auf eine gute Art und Weise. Ich habe wahrscheinlich vor nichts Angst und freue mich riesig auf das nächste Spiel.“ Dort erwartet sie mit Andreeva die nächste große Herausforderung. Potapova besitzt gegen die 19-Jährige eine 1:3-Bilanz. Das letzte Kräftemessen gab es heuer im April beim Upper Austria Ladies Linz, wo ihr Andreeva mit einem 1:6,-6:4,-6:3-Finalsieg einen Heimtriumph verwehrte.
Doppelduell Miedler gegen Erler – auch Oberleitner weiter
Sehr erfreulich haben indes aus rot-weiß-roter Sichtweise die Doppelbewerbe begonnen, vor allem bei den Herren. Dort bewältigten am Freitag mit Lucas Miedler, Neil Oberleitner und Alexander Erler alle drei Österreicher ihre ersten Hürden. Den Anfang machte hierbei der Tiroler Erler, der mit Robert Cash (USA) die portugiesisch-australische Paarung Nuno Borges und Rinki Hijikata mit 7:6 (4), 6:4 bezwang. Der Niederösterreicher Miedler setzte sich daraufhin, mit dem Australier Marc Polmans an Position 13 gesetzt, gegen die US-Brüder Brandon und Bryce Nakashima mit 7:5, 6:4 durch – nach anfänglichem 0:2- und 0:40-Rückstand. Zu guter Letzt folgte den beiden der Wiener Oberleitner mit Petr Nouza (Tschechien) durch ein 7:6 (3), 6:7 (4), 6:2 über die Alternates Gonzalo Escobar (Ecuador) und Niki Kaliyanda Poonacha (Indien) in die zweite Runde. Da kommt es nun am Sonntag zum mit großer Spannung erwarteten ÖTV-Duell der langjährigen Doppelpartner Miedler und Erler. Oberleitner trifft mit Nouza hingegen auf die Argentinier Máximo González und Andrés Molteni.
Bei den Damen kassierte Potapova mit Sofia Kenin eine klare 1:6,-3:6-Auftaktniederlage gegen die siebtgesetzten Chinesinnen Xinyu Jiang und Shuai Zhang. Tagger glückte mit Sara Errani (Italien) zunächst zum zweiten Mal nach den French Open 2026 ein Einzug in die zweite Runde eines Grand-Slam-Turniers, durch ein 7:5, 7:6 (3) gegen die 16-jährigen US-Zwillingsschwestern Annika und Kristina Penickova. Hier kam allerdings am Samstag gegen die zweitgereihten Gabriela Dabrowski (Kanada) und Luisa Stefani (Brasilien) mit 2:6, 5:7 das Aus, trotz 4:2- und 5:4-Breakführung im zweiten Abschnitt. Neben den ÖTV-Doppelassen stehen am Sonntag in NYC übrigens auch Thilo Behrmann und Anna Pircher im Einsatz, der Wahlburgenländer und die Tirolerin starten in die Jugendkonkurrenzen.