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Drei Mal erreichte ein ÖTV-Team in der Weltgruppe schon das Final Four. 2017 schafften Barbara Haas & Co. beim Turnier in Tallinn den guten 5. Platz unter 14 Nationen und hielten die Klasse. Ein Jahr später stiegen die Damen in Estland nach vier Niederlagen in die Gruppe II der Europa/Afrika-Zone ab. Das Ziel für 2019 ist der sofortige Wiederaufstieg.

Barbara Haas, unsere Nummer 1. ©GEPA-Pictures

Der Fed Cup (bis 1995 Federation Cup) ist der wichtigste Wettbewerb für Nationalmannschaften im Damen-Tennis analog zum Davis Cup bei den Herren. Bereits 1919 hatte Hazel Hotchkiss Wightman die Idee eines Wettkampfs zwischen Damenmannschaften. 1923 rief sie den Wightman Cup ins Leben, der einen jährlichen Länderkampf zwischen den USA und Großbritannien darstellte. Erst 1963 - zum 50. Geburtstag der ITF - setzte man die ursprüngliche Idee um und trug den Federation Cup zum ersten Mal aus. In seinen Anfängen wurde der Federation Cup zwischen 16 Ländern ausgetragen und dauerte eine Woche. Durch vermehrtes Sponsoring erhöhte sich seit den 70er-Jahren die Teilnehmerzahl stetig, sodass 1992 regionale Qualifikations-Wettkämpfe eingeführt wurden. 1995 wurde der Name in Fed Cup geändert und der Länderkampf durch Änderungen am Spielmodus (vier Einzel/ein Doppel statt bisher zwei Einzel/ein Doppel, Heimrechtvergabe) dem Davis Cup weiter angeglichen.

Haarscharf am Finale vorbei!

Österreichs größte Erfolg im Fed Cup waren das Erreichen des „Final Four“ in den Jahren 2002 und 2004: Beim Debüt von Kapitän Alfred Tesar schlug Barbara Schwartz in der ersten Runde auswärts gegen die USA Monica Seles in zwei Sätzen, Evelyn Fauth sorgte gegen die verletzte Jennifer Capriati für den zweiten Punkt und Schwartz gegen Meghann Shaughnessy für die endgültige Entscheidung. Mit dem 4:1 gegen Kroatien im Viertelfinale öffneten Barbara Schwartz, Barbara Schett und Patricia Wartusch die Tore weit, und Österreich zog ins Final Four des Fed Cups ein. Ohne die verletzte Schwartz hätten Schett und Patricia Wartusch auf Gran Canaria um ein Haar Gastgeber Spanien mit Arantxa Sanchez, Martinez, Ruano Pascual besiegt. Endergebnis: 2:3. Schon 1990 war Österreich im Semifinale des Fed Cups gewesen, und 2004 ist das Final Four durch Siege über die Slowakei und erneut über die USA abermals Wirklichkeit geworden. Das 4:1 über Navratilova und Co. von Schwartz, Schett und Wartusch vor der gewaltigen Innsbrucker Berg Isel-Schanze ist für jeden Tennisfreund, der es miterlebt hat, unvergesslich. Auswärts gegen Russland hatten Yvonne Meusburger, Patricia Wartusch und Daniela Kix im Final Four hingegen keine Chance und mussten sich mit 0:5 geschlagen geben. Große Namen in der österreichischen Fed-Cup-Geschichte sind Judith Wiesner, die das Land in 40 Begegnungen vertrat, Barbara Paulus, Sybille Bammer, Petra Schwarz, Petra Huber oder Sylvia Plischke.

2015: Abstieg in die Europa/Afrika Zone II

Zuletzt konnte Österreichs ersatzgeschwächtes Team von 4. bis 7. Februar 2015 in Budapest nach Niederlagen gegen Serbien, Ungarn und Lettland den Abstieg in die Europa/Afrika-Zone II nicht verhindern. Nach dem Rücktritt von Yvonne Meusburger, der Absage der nach Verletzung noch nicht hundertprozentig fitten Tamira Paszek und der Erkrankung von Patricia Mayr-Achleitner während des Turniers lieferten die 18-Jährigen Team-Debütantinnen Barbara Haas und Julia Grabher sowie Doppel-Spezialistin Sandra Klemenschits dem Gegner im Playoff-Duell um den Klassenerhalt, Lettland, einen harten Kampf. Erst nach dem Doppel stand die 1:2-Niederlage und damit der Abstieg nach sieben Jahren in der Europa/Afrika Zone I fest.

2016: Der sofortige Wiederaufstieg in Kairo

Freudensprünge in Ägypten ©GEPA-Pictures

Das Austrian Fed Cup Team schaffte beim Turnier in Kairo den sofortigen Wiederaufstieg in die Europa/Afrika-Zone, Gruppe I. Nachdem die Mannschaft von Jürgen Waber beim Turnier in Kairo die Gruppenphase als Sieger abgeschlossen hatte, setzten sich Tamira Paszek, Barbara Haas, Sandra Klemenschits und Julia Grabher im Aufstiegs-Playoff souverän gegen die Litauerinnen durch. Die 20-jährige Oberösterreicherin Barbara Haas, die am Vortag mit zwei Punkten gegen Bosnien-Herzegowina Matchwinnerin gewesen war, servierte Gerda Zykute in nur 54 Minuten 6:1, 6:1 ab.  Anschließend besiegte die 25-jährige Vorarlbergerin Tamira Paszek im Duell der Nummern 1 Paulina Bakaite in 58 Minuten 6:2, 6:1. Das Doppel wurde nicht mehr ausgetragen.

2017: Guter fünfter Platz in Tallinn

Die österreichische Tennis-Nationalmannschaft, bestehend aus Barbara Haas, Tamira Paszek, Julia Grabher und Pia König, trat am 5. Februar die Reise in die estnische Hauptstadt Tallinn an, wo sich in der Europa/Afrika-Zone, Gruppe I, 14 Fed-Cup-Nationen an einem Turnier beteiligen. Nach dem 1:2 gegen Polen und dem 2:1 gegen Georgien gewannen Tamira Paszek und Barbara Haas beim 2:1 gegen Gastgeber Estland ihre Single-Platzierungsspiele. Das Team von Jürgen Waber beendete das Turnier auf Platz 5, Barbara Haas holte drei Single-Punkte und einen entscheidenden im Doppel. Das Ziel "Klassenerhalt" wurde souverän geschafft.

2018: Der bittere Gang in die zweite Gruppe

Ernüchterung bei Grabher, Haas und Kapitän Waber. ©GEPA-Pictures

Von 7. bis 10. Februar 2018 war erneut Tallinn der Veranstaltungsort des Fed-Cup-Turniers der Europa/Afrika-Zone, Gruppe I. Österreich wurde mit Lettland, Polen und der Türkei in die schwierige Gruppe D gelost, Ziel war der Klassenerhalt. Weil Barbara Haas am Vorabend der Partie gegen Polen einen Magen-Darm-Virus erwischt hatte, musste Melanie Klaffner am ersten Tag gegen Polen einspringen, die Oberösterreicherin holte beim 1:2 prompt den Punkt. Gegen die Türkei war Haas (fast) fit, Julia Grabher steuerte beim 1:2 einen Sieg bei. Im bedeutungslosen dritten Spiel gegen die Weltklasse-Damen aus Lettland schonte Kapitän Jürgen Waber seine aussichtsreichsten Kandidatinnen für die Relegation - Melanie Klanner und Pia König waren beim 0:3 ohne Chance. Gegen Georgien setzte es ein knappes 1:2. Grabher verlor, Haas gewann, Grabher/Haas mussten sich im dritten Satz geschlagen geben.

"Voriges Jahr sind wir glücklich Fünfter geworden, heuer sind wir unglücklich abgestiegen. Auch, weil Barbara gegen Polen wegen der Erkrankung gefehlt hat und schlussendlich nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte war. In so einem Abstiegs-Playoff zu spielen, bedeutet eine spezielle Drucksituation, mit der wir nicht ganz zurecht gekommen sind", sagte Jürgen Waber.

Das Ziel für die Kalenderwoche 6 im Jahr 2019 ist mit dem sofortigen Wiederaufstieg in die Gruppe I klar definiert.

Stats & Facts

  • Letzte Begegnung 
    Europa-Afrika-Zone I (7.  - 10.2.2018, Tallinn) 
  • Erster Spieltag: Österreich – Polen 1:2
    Melanie Klaffner  - Magdalena Frech 6:3, 6:4
    Julia Grabher - Magda Linette 2:6, 5:7
    Julia Grabher/Melanie Klaffner - Magda Linette/Alicija Rosolska 3:6, 4:6

  • Zweiter Spieltag: Österreich – Türkei 1:2
    Julia Grabher - Basak Eraydin 5:7, 6:4, 7:5
    Barbara Haas - Cagla Buyukakcay 6:4, 6:7 (5), 4:6
    Julia Grabher/Barbara Haas - Cagla Buyukakcay/Ayla Aksu 2:6, 6:7 (5)

  • Dritter Spieltag: Österreich – Lettland 0:3
    Pia König - Anastasija Sevastova 0:6, 1:6
    Melanie Klaffner - Jelena Ostapenko 6:2, 0:6, 3:6
    Melanie Klaffner/Pia König - Diana Marcinkevica/Daniela Vismane 6:2, 2:6, 3:6

    Relegation: Österreich – Georgien 1:2
    Julia Grabher - Sophia Shapatava 3:6, 6:4, 4:6
    Barbara Haas - Ekaterine Gorgodze 7:6 (5), 2:6, 6:3
    Julia Grabher/Barbara Haas - Oksana Kalashnikova/Sophia Shapatava 4:6, 6:3, 2:6