Zum Inhalt springen

Am 6. und 7. März 2020 siegte die Tennis-Nationalmannschaft in Premstätten gegen Uruguay durch zwei Punkte von Dennis Novak sowie einen Punkt durch Oliver Marach/Jürgen Melzer 3:1. Das Team von Kapitän Stefan Koubek qualifizierte sich damit erstmals für das Weltgruppen-Finalturnier in Madrid, das aufgrund der Corona-Pandemie erst im November 2021 ausgetragen werden konnte. Gespielt wurde in Innsbruck, die Mannschaft war gegen Serbien und Deutschland ohne Chance. Nächster Gegner ist Südkorea in Seoul.

Feiertag in Premstätten - das Finalturnier ist erreicht ©GEPA-Pictures | GEPA pictures/ Matic Klansek

Der Daviscup ist der wichtigste Wettbewerb für Nationalmannschaften im Herren-Tennis. Jährlich beteiligen sich mehr als hundert Nationen. Veranstalter ist die International Tennis Federation (ITF).

2018 wurde in der Europa/Afrika-Zone I ein neuer Modus ausprobiert: Der Kapitän darf fünf Spieler nominieren, gespielt wird nur an zwei statt wie bisher drei Tagen, der Modus wird auf Best-of-Three reduziert. Dieser Modus wurde zum Standard.

Neues Weltgruppen-Format seit 2019

Im August 2018 ließ die ITF bei der Generalversammlung in Orlando, Florida, über ein neues Daviscup-Format abstimmen. Nötig dafür war eine Zwei-Drittel-Mehrheit der stimmberechtigten nationalen Verbände. Diese wurde mit 71 Prozent erreicht.

Und so sieht der Daviscup in der Weltgruppe seit 2019 aus:

Ein jährliches Finale wird zum Ende der Saison ausgetragen, bei dem ein Champion gekürt wird. In diesem Finalturnier werden 18 Teams antreten. 12 davon qualifizieren sich in einer Heim- oder Auswärtspartie in der Kalenderwoche 5 in einer Vorrunde mit 24 Nationen. Zusätzlich haben die vier Halbfinalisten des Vorjahres einen Fixplatz. Es gibt auch zwei Nationen-Wildcards.

Beim Finalturnier werden in sechs Round-Robin-Gruppen zu je drei Teams sechs Gruppengewinner ermittelt, die ebenso ins Viertelfinale aufsteigen wie die zwei besten Gruppenzweiten. Danach folgen Semifinali und Finale.

Beim Finalturnier werden pro Ländermatch zwei Einzel und ein Doppel an einem Tag ausgetragen. Wo das erste Finale veranstaltet werden wird, ist noch offen.

Jene Duelle im Februar sollen weiterhin aus vier Einzeln und einem Doppel bestehen, allerdings nur über zwei Tage und nur noch im "Best-of-three"-Modus.

Die Nationen, die im Finale die Plätze 17. und 18. belegen, steigen in die jeweiligen Zonen-Gruppe ab, die Plätze 5 bis 16 verbleiben in der Weltgruppe.

Weitere Neuerungen ab 2020

Die österreichische Nationalmannschaft musste sich mit der Daviscup-Reform, die 2020 in Kraft trat, vorerst nicht befassen. Nach dem 3:2 in Finnland spielte das Team von Kapitän Stefan Koubek im März um die Teilnahme am Weltgruppen-Finalturnier in Madrid, die mit dem 3:1 gegen Uruguay prompt glückte.

Eine Liga darunter gibt es einige Änderungen geben. Die ersten beiden Stufen der bisherigen Kontinentalzonen wie Europa/Afrika I und II werden aufgelöst und durch die Weltgruppen I und II ersetzt. Der größte daraus resultierende Unterschied ist, dass die Gegner in diesem Bereich nun auf weltweiter Ebene zugelost werden, nicht nur kontinental. Geändert wurde auch der Auf- und Abstiegsmodus.

Die Rückkehr in die Weltgruppe

Nach dem 3:1 in Moskau gegen Russland trat das „Kronen Zeitung Austria Davis Cup Team“ von 14. bis 16. September 2018 gegen Australien um den Aufstieg in die Weltgruppe an, der die Mannschaft zuletzt 2013 angehörte. Auf der Messe Graz wurde im Freien auf Sand gespielt, an drei Tagen kamen 17.600 Fans, der Center Court war am Freitag und Sonntag mit je 6000 ausverkauft.

Nach den beeindruckenden Siegen von Dominic Thiem (6:1, 6:3, 6:0 gegen Thompson) und Dennis Novak (3:6, 6:2, 6:3, 6:2 gegen de Minaur) am Freitag und der 1:3-Niederlage des Doppels Oliver Marach / Jürgen Melzer am Samstag, sicherte Dominic Thiem der Mannschaft mit dem Punkt zum 3:1 den Aufstieg in die Weltgruppe. Der 25-Jährige besiegte den um sechs Jahre jüngeren Alex de Minaur (ATP-38) mit 6:4, 6:2, 3:6, 6:4. Zuletzt hatte Österreich im Jahr 2013 im Konzert der großen Tennisnationen mitgespielt.

Eine bittere Niederlage gegen Chile

Am 1. und 2. Februar 2019 spielte das Team in der SalzburgArena an zwei Tagen im Best-of-three-Modus gegen Chile um ein Ticket für das Weltgruppen-Finalturnier in Madrid, an dem sich im November 18 Nationen beteiligen. Am ersten Tag glich Dennis Novak nach Jurij Rodionovs Auftaktniederlage aus, der Samstag begann mit einem Sieg des Doppels Oliver Marach/Jürgen Melzer. Novak musste sich Jarry erst im Tiebreak des Entscheidungssatzes geschlagen geben, Debütant Rodionov war gegen Garin chancenlos. Nach dem 2:3 spielte die Mannschaft im September in Finnland.

Leider keine Chance beim Finalturnier

Das österreichische Daviscup-Team besiegte Finnland am 13, und 14. September 2019 in der Espoo Arena 3:2 und qualifizierte sich für das Weltgruppen-Play-off am 6. und 7. März 2020. Als Gegner wurde Uruguay zugelost, die Mannschaft von Stefan Koubek siegte in Graz | Premstätten 3:1 und qualifizierte sich für das Weltgruppen-Finalturnier in Madrid. Die Punkte steuerten Dennis Novak (2) und das Doppel Oliver Marach / Jürgen Melzer bei.

Im Juni 2020 wurde von der ITF verlautbart, dass das Event in Madrid aufgrund der Corona-Pandemie auf November 2021 verschoben wird und die Vorrunden in Innsbruck, Turin und Madrid ausgetragen werden. Das Generali Austria Davis Cup Team spielte in Tirol gegen Serbien (0:3) und Deutschland (1:2) und verpasste klar den Aufstieg ins Viertelfinale. 

Österreich verpasst Finalturnier 2022

2021 hatte man sich im Finalturnier, bei einer Heimveranstaltung in Innsbruck, mit den Tennis-Großmächten Serbien und Deutschland messen können. 2022 hat das ÖTV-Team jedoch die Runde der letzten 16 Nationen verpasst: Österreichs Herren haben am Samstag in der Qualifikationsrunde des Davis Cups gegen Südkorea am Olympic Park Tennis Court in Seoul den Kürzeren gezogen und sind nunmehr nicht mehr aufholbar 1:3 in Rückstand geraten.

Die Auswahl von Neo-Kapitän und ÖTV-Sportdirektor Jürgen Melzer war mit einem 1:1 in den Entscheidungstag gegangen. Nach der 4:6,-3:6-Niederlage für Alexander Erler und Lucas Miedler im Doppel gegen Jisung Nam und Minkyu Song lief es dann für Dennis Novak auch nicht besser: Der Niederösterreicher (ATP 143) unterlag im Einser-Duell mit Soonwoo Kwon (ATP 65) nach 1:42-Stunden-Kampf knapp mit 5:7, 5:7. Das fünfte und letzte Match, für das Jurij Rodionov (ATP 194) und Nam (ATP 462) ursprünglich nominiert waren, wurde danach nicht mehr ausgetragen. Damit spielt die rot-weiß-rote Auswahl am 16. und 17. September gegen einen Sieger der Weltgruppe-I-Play-offs gegen den Abstieg in die Weltgruppe I.

Letzte Begegnung: Qualifikationsrunde (4./5. März 2022)

Südkorea – Österreich in Seoul (Olympic Park Tennis Court, Hardcourt) 3:1

Jisung Nam – Dennis Novak 1:6, 4:6
Soonwoo Kwon – Jurij Rodionov 7:5, 6:4
Jisung Nam / Minkyu Song – Alexander Erler / Lucas Miedler 6:4, 6:3
Soonwoo Kwon – Dennis Novak 7:5, 7:5
Jisung Nam – Jurij Rodionov nicht mehr ausgetragen