Zum Inhalt springen

Erstrundengegner 2018 in der Europa/Afrika-Zone 1 war am 2. und 3. Februar im VAZ St. Pölten Weißrussland. Österreich gewann souverän 5:0. In Runde zwei siegte das Team von Kapitän Koubek am 6. und 7. April in Moskau sensationell gegen Russland 3:1. In der Relegation wurde von 14. bis 16. September in Graz gegen Australien gespielt, Österreich gewann 3:1 und gehört wieder der Weltgruppe an. Gegen Chile geht es am 1. und 2. Februar 2019 in Salzburg um ein Ticket für das Daviscup-Finalturnier im November.

5:0 gegen Weißrussland - zwei Feiertage in St. Pölten. ©GEPA-Pictures

Der Daviscup ist der wichtigste Wettbewerb für Nationalmannschaften im Herren-Tennis. Er wird jedes Jahr unter über hundert Nationen in Gruppen (Weltgruppe, Europa-Afrika-Zone, Asia-Oceania-Zone, Americas-Zone) und Runden ausgespielt. Veranstalter ist die International Tennis Federation (ITF). Jede Runde in der Weltgruppe wird an drei Tagen in vier Einzeln und einem Doppel gespielt. Alle Einzelpartien und auch die Doppelpartie werden über drei Gewinnsätze (Best-Of-Five) gespielt. Eine Ausnahme gilt dann, wenn eine Mannschaft bereits drei Partiegewinne erzielt hat und damit als Sieger der Daviscup-Partie feststeht. Dann entscheiden die beiden Mannschaften, ob die verbleibenden Partien noch ausgetragen werden. Ist das der Fall, werden diese nurmehr über zwei Gewinnsätze gespielt. Auch die Reihenfolge der Partien ist vorgegeben: Zuerst werden die ersten beiden Einzelpartien ausgetragen, danach die Doppelpartie. Den Abschluss bilden die beiden übrigen Einzelpartien.

2018 wurde in der Europa/Afrika-Zone I ein neuer Modus ausprobiert: Der Kapitän darf fünf Spieler nominieren, gespielt wird nur an zwei Tagen, der Modus wird auf Best-of-Three reduziert.

Neues Weltgruppen-Format ab 2019

Im August 2018 ließ die ITF bei der Generalversammlung in Orlando, Florida, über ein neues Daviscup-Format abstimmen. Nötig dafür war eine Zwei-Drittel-Mehrheit der stimmberechtigten nationalen Verbände. Diese wurde mit 71 Prozent erreicht.

Und so wird der Daviscup in der Weltgruppe ab dem Jahr 2019 ausschauen:

Ein jährliches Finale wird zum Ende der Saison ausgetragen, bei dem ein Champion gekürt wird. In diesem Finalturnier werden 18 Teams antreten. 12 davon qualifizieren sich in einer Heim- oder Auswärtspartie in der Kalenderwoche 5 in einer Vorrunde mit 24 Nationen. Zusätzlich haben die vier Halbfinalisten des Vorjahres einen Fixplatz. Es gibt auch zwei Nationen-Wildcards.

Beim Finalturnier werden in sechs Round-Robin-Gruppen zu je drei Teams sechs Gruppengewinner ermittelt, die ebenso ins Viertelfinale aufsteigen wie die zwei besten Gruppenzweiten. Danach folgen Semifinali und Finale.

Beim Finalturnier werden pro Ländermatch zwei Einzel und ein Doppel an einem Tag ausgetragen. Wo das erste Finale veranstaltet werden wird, ist noch offen.

Jene Duelle im Februar sollen weiterhin aus vier Einzeln und einem Doppel bestehen, allerdings nur über zwei Tage und nur noch im "Best-of-three"-Modus.

Die Nationen, die im Finale die Plätze 17. und 18. belegen, steigen in die jeweiligen Zonen-Gruppe ab, die Plätze 5 bis 16 verbleiben in der Weltgruppe.

Legendäre Erfolge, die in Österreichs Sportgeschichte eingegangen sind

Österreichs größter Erfolg im Mannschaftsbewerb Davis Cup war im Jahr 1990 das Erreichen des Halbfinales, als das Team um Thomas Muster, Horst Skoff und Alexander Antonitsch durch eine knappe 2:3-Niederlage gegen die USA den Einzug ins Finale verpasste. Für den ganz großen Tennisboom in Österreich hatten die Davis Cup-Erfolge der "Musketiere" Muster, Antonitsch und Skoff (verstorben am 7. Juni 2008) gesorgt: Mit dem 5:0 über Großbritannien in Zell am See stießen sie 1988 erstmals in die noch junge Weltgruppe vor, in der sie mit dem legendären 5:0 gegen Australien 1989 im Wiener Dusikastadion debütierten. Mit den Siegen erreichten die seit Jahren schwelenden persönlichen Rivalitäten zwischen den Spielern ein kaum noch erträgliches Maß, aber selbst das trug zur Popularität bei. Als Muster durch seine schwere Verletzung (1989 hatte ihn vor dem Finale in Key Biscayne ein Betrunkener mit dem Auto niedergestoßen; Anm.) ausfiel, ging das Viertelfinale gegen Schweden 2:3 verloren. Aber das 9:7 im fünften Satz nach 6 Stunden und 4 Minuten für Horst Skoff gegen den großen Mats Wilander bleibt unvergesslich.

2:3-Niederlage gegen die USA im Prater-Stadion: "Ein Jahrhundert-Ereignis!"

Gipfeltreffen: Andre Agassi und Thomas Muster ©GEPA-Pictures

1990 feierte Muster dann sein Comeback - Österreich gewann 3:2 gegen die Spanier in Barcelona! Es folgte ein 5:0 über Italien in Wien, mit dem Österreich erstmals in der Geschichte des Davis Cup ein Semifinale erreichte. Was dann im Wiener Praterstadion vor täglich bis zu 17.000 Zuschauern (insgesamt waren es ca. 40.000; Anm.) passierte, ist längst in Österreichs Sportgeschichte eingegangen: Die USA siegten 3:2, weil Horst Skoff zum Schluss nach 2:0-Satzführung gegen Michael Chang noch unterlag. Nur ein Satz hatte dem ÖTV-Team im Halbfinale zur Sensation gefehlt. Thomas Muster hatte damals mit Siegen über Andre Agassi und Michael Chang für die beiden Punkte gesorgt. Ex-Davis Cup-Kapitän Gilbert Schaller erinnert sich zurück. "Gegen Amerika zu Hause im Praterstadion, das war aus österreichischer Sicht für den Tennissport ein Jahrhundert-Ereignis." Nicht vergessen werden dürfen aber auch die gemeinsamen Siege in Uruguay und über Spanien in Wien sowie die fast im Alleingang errungenen Davis Cup-Erfolge für Alex Antonitsch 1992 in Kanada und 1993 in Neuseeland sowie von Gilbert Schaller 1997 gegen Kroatien. Herausragend wird aber auch immer die gewaltige Willensleistung Musters beim 2:3 gegen Deutschland in Unterpremstätten bleiben, als er Michael Stich, Sieger in Wimbledon und Paris, mit 6:4, 6:7, 4.6, 6:3, 12:10 niederrang. 

Die jüngere Vergangenheit

Wels ist ein guter Boden für das Team: Drittes Ländermatch, dritter Sieg. ©GEPA

Das Los bescherte dem Team nach mehr als zwei Jahren endlich wieder ein Heimspiel. Zu Gast waren von 15. bis 17. September 2017 die Rumänen, es ging um den Verbleib in der Europa/Afrika-Zone 1. Auf der Anlage des UTC Wels wurde im Freien auf Sand gespielt, 3500 Zuschauer fanden Platz. Österreich gewann souverän mit 4:1 und stellte im direkten Duell auf 3:3.

Dominic Thiem steuerte beim Comeback nach eineinhalbjähriger Absenz ebenso zwei Punkte bei wie Gerald Melzer. Thiem schlug die Youngsters Bogdan Borza (6:2, 6:2, 6:4) sowie Nicolae Frunza 7:6 (2), 7:6 (3), 6:3, Melzer besiegte Dragos Dima (6:1, 6:1, 3:6, 6:1) und Bogdan Borza (6:1, 7:5). Im Doppel mussten sich Philipp Oswald und Thiem der Paarung  Horia Tecau/Nicolae Frunza 6:7 (1), 2:6, 7:6 (5), 3:6 beugen.

Sebastian Ofner konnte wegen einer Bauchmuskelzerrung am dritten Spieltag nicht eingesetzt werden. Jürgen Melzer musste verletzungsbedingt passen, der Rekord-Daviscupper stellte sich aber als Sparringpartner in den Dienst der Mannschaft.

Die gelungene Revanche gegen Weißrussland

In St. Pölten war alles im Rahmen. ©GEPA-Pitures

Das Team empfing in der 1. Runde der Europa/Afrika-Zone 1 die Nationalmannschaft aus Weißrussland. Gespielt wurde am 2. und 3. Februar 2018, Austragungsort war  erstmals St. Pölten, als Belag im VAZ wurde Sand gewählt. Die geplante Revanche für das 1:3 im April 2017 in Minsk glückte souverän, das Team von Kapitän Stefan Koubek gewann 5:0. Erstmals kam der neue Modus zur Anwendung: Zwei statt drei Spieltage, Best-of-three statt Best-of-five, fünf statt vier Kaderspieler.

Gerald Melzer brachte Österreich in Führung, der 27-Jährige besiegte vor 2500 begeisterten Zuschauern die Nr. 1 der Gäste, Ilya Ivashka, nach 2:15 Stunden mit 2:6, 7:5, 6:4. In Minsk hatte Melzer gegen Ivashka verloren. Anschließend ließ der Weltranglisten-Sechste Dominic Thiem der ATP-Nummer 389 wie erwartet keine Chance, der 24-Jährige gewann gegen Dzmitry Zhurmont nach 1:14 Stunden 6:3, 6:3.

Am zweiten Tag machten Australian-Open-Champion Oliver Marach und Philipp Oswald alles klar, das Duo schlug Ilya Ivashka und Andrei Vasilevski 6:3, 7:6 (5). Beim Stand von 3:0 für Österreich wurden zwei Dead Rubber ausgetragen. Erst begeisterte Thiem die 2643 Fans beim 6:4, 7:6 (5) gegen Ivashka, zum Abschluss zeigte Dennis Novak gegen Yaraslav Shyla sein großes Potenzial - 7:6 (1), 6:0.

Zweitrunden-Gegner am 6. und 7. April war Russland, gespielt wurde in Moskau. Österreich gewann sensationell 3:1 und spielt von 14. bis 16. September in Graz gegen Australien um den Aufstieg in die Weltgruppe.

Die Rückkehr in die Weltgruppe

Nach dem 3:1 in Moskau gegen Russland trat das „Kronen Zeitung Austria Davis Cup Team“ von 14. bis 16. September 2018 gegen Australien um den Aufstieg in die Weltgruppe an, der die Mannschaft zuletzt 2013 angehörte. Auf der Messe Graz wurde im Freien auf Sand gespielt, an drei Tagen kamen 17.600 Fans, der Center Court war am Freitag und Sonntag mit je 6000 ausverkauft.

Nach den beeindruckenden Siegen von Dominic Thiem (6:1, 6:3, 6:0 gegen Thompson) und Dennis Novak (3:6, 6:2, 6:3, 6:2 gegen de Minaur) am Freitag und der 1:3-Niederlage des Doppels Oliver Marach / Jürgen Melzer am Samstag, sicherte Dominic Thiem der Mannschaft mit dem Punkt zum 3:1 den Aufstieg in die Weltgruppe. Der 25-Jährige besiegte den um sechs Jahre jüngeren Alex de Minaur (ATP-38) mit 6:4, 6:2, 3:6, 6:4. Zuletzt hatte Österreich im Jahr 2013 im Konzert der großen Tennisnationen mitgespielt.

Neues Format
In Woche fünf 2019 wird an zwei Tagen im Best-of-three-Modus um den Finaleinzug in der Weltgruppe gespielt. Den Österreichern wurde Chile als Gegner zugelost. Gewinnt das Team dieses Heimspiel am 1. und 2. Februar in der SalzburgArena, ist die Teilnahme am einwöchigen Daviscup-Finalturnier garantiert: 18 Mannschaften treten im November 2019 in Madrid um den Titel an.

Der offizielle Ticketverkauf läuft auf www.oeticket.com. In einer ersten Phase werden bis 27. Dezember ausschließlich Dauerkarten für beide Spieltage angeboten.

Letzte Begegnung, Weltgruppen-Relegation (14. bis 16. September 2018)

Österreich - Australien in Graz (Messe Congress, Freiluft/Sand), 3:1

Erster Spieltag

Dominic Thiem - Jordan Thompson 6:1, 6:3, 6:0
Dennis Novak - Alex de Minaur 3:6, 6:2, 6:3, 6:2
Zweiter Spieltag
Oliver Marach / Jürgen Melzer - John Peers / Lleyton Hewitt 1:6, 4:6, 6:3, 5:7
Dritter Spieltag
Dominic Thiem - Alex de Minaur 6:4, 6:2, 3:6, 6:4