Liebe Tennisfreunde!

Kurz vor Weihnachten möchte ich Ihnen noch die wichtigsten Themen des Österreichischen Tennisverbandes näherbringen. Ich wünsche schöne Feiertage und einen guten Rutsch ins Jahr 2019.

Mit sportlichen Grüßen,
Werner Klausner, ÖTV-Präsident  


Der Plan wird in die Tat umgesetzt

Das aktuelle Präsidium ist im März dieses Jahres angetreten, um als Team den Tennissport in Österreich weiter zu entwickeln. Ein sehr engagierter Plan wurde ins Leben gerufen und in die Umsetzungsphase gebracht. Nach neun Monaten können wir mit Freude sagen, dass alle wichtigen Prozesse erfolgreich gestartet wurden.

Konkret haben wir folgende Themenschwerpunkte gewählt:

  1. Organisationsentwicklung/Restrukturierung
  2. Breitensport
  3. Leistungssport
  4. Davis Cup/Fed Cup
  5. Ausbildungswesen
  6. Jugend
  7. Finanzen
  8. Frauen/Mädchen
  9. Kommunikation
  10. Turniere/Bundesliga
  11. Marketing
  12. Schultennis
  13. Tenniscard
  14. Neue Trends
  15. ÖTV Events

Es würde diesen Rahmen sprengen, um alle Bereiche im Detail zu erläutern. Kurz gesagt wurden alle Schwerpunkte einer Analyse der aktuellen Situation unterzogen, anschließend mit Zielen und konkreten Lösungen versehen. Ein konkretes Timing und eine klare Zuständigkeit machen die Umsetzung konkret, klar und transparent. Die entwickelten Lösungen bzw. Konzepte sind durch Spezialisten in den unterschiedlichsten Bereichen entstanden. Anhand von zwei Beispielen darf ich Ihnen dieses System erläutern.

Sportbeirat. Wir haben im Leistungsbereich einen Sportbeirat gegründet. Diesem Beirat gehören Experten der Extraklasse an. Thiem, Oberleitner, Bresnik, Antonitsch, Mild, Barkmann, Stefanits, Gritsch, … diese Beiräte waren maßgeblich an der Entwicklung des neuen Konzepts beteiligt. Es gibt ein duales System im Leistungsbereich. Erstens wird die Südstadt als Bundesleistungszentrum weiter ausgebaut und optimiert. Zweitens gibt es die Individualförderung für Toptalente in den Bundesländern. Wichtig ist, dass alle Talente gefördert werden, wenn professionell gearbeitet wird, unabhängig vom Standort.

Mädchenkonzept. Als zweites Beispiel darf ich Ihnen das neue Mädchenkonzept erläutern. ÖTV-Sportkoordinatorin Marion Maruska (ehemalige Top-50-Spielerin) und WTV-Präsident Christian Barkmann (ehemaliger WTA-, ATP-Trainer) haben die Weichen für die Entwicklung im Damentennis gelegt. Gemeinsam mit Barbara Schwartz werden Coachings, Scoutings, Lehrgänge und ein Junior Fed Cup Team aufgebaut. Wir werden die Früchte dieser Arbeit in absehbarer Zeit ernten können. Nach dem gleichen Muster wurden alle Themenschwerpunkte strukturiert entwickelt.

Dank an die Landesverbände. Ein großer Dank geht an die Landesverbände. In allen Verbänden wird hervorragend gearbeitet. Das ist die Basis für alle österreichweiten Aktivitäten. Durch die enge und ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen der Zentrale in Wien und den Landesorganisationen, können die geplanten Entwicklungen sehr rasch umgesetzt werden. Im ÖTV-Präsidium sind außerdem zwei Landespräsidenten vertreten. Gemeinsam mit einem eigenen Struktur- und Kommunikationsprojekt, werden die Entscheidungswege sehr kurz gehalten und optimiert.


"Mach den ersten Schritt"

Das Bundesministerium für Sport hat eine ausgezeichnete Initiative ins Leben gerufen. „Mach den ersten Schritt“ heißt das Programm und wurde von Bundesminister HC Strache gestartet. Als Galionsfigur konnte einer der Allerbesten gewonnen werden, Gernot Schweizer. Der Mann hinter Weltklasseathleten wie Marcel Hirscher, Manuel Feller, Philipp Schörghofer, … ist der Mastermind und Inputlieferant für diese tolle Aktion. Es geht in die richtige Richtung!


Marion Maruska ist neue Fed-Cup-Kapitänin

Das österreichische Fed-Cup-Team musste im Februar 2018 nach vier Niederlagen beim Turnier in Tallinn den bitteren Gang in die Zone II der Europa-Afrika-Zone antreten. In Kalenderwoche 6 soll in Luxemburg der sofortige Wiederaufstieg in Zone I geschafft werden. Mit an Bord ist ab sofort eine neue Kapitänin: Marion Maruska übernimmt statt Jürgen Waber das Ruder. Sie kennt den Spitzensport als ehemalige Spielerin aus jedem Blickwinkel, ebenso den ÖTV. Sie ist die Idealbesetzung. Marion Maruska war von 1988 bis 2001 auf der WTA Tour aktiv, 1996 feierte sie mit dem Turniersieg in Auckland den größten Erfolg, beste Weltranglistenplatzierung war Rang 50 im Jahr 1997. Die Niederösterreicherin trat bei sechs Länderkämpfen acht Mal für das österreichische Fed-Cup-Team an. Nach der Karriere begann die Magistra der Sportwissenschaften und zweifache Mutter beim ÖTV zu arbeiten, heute ist sie Sportkoordinatorin und Jugendreferentin.


Enormes Interesse am Davis Cup in Salzburg

Der ÖTV und die Stadt Salzburg fiebern dem Davis-Cup-Heimspiel gegen Chile am 1. und 2. Februar 2019 in der SalzburgArena entgegen. Sichtbarer Ausdruck dieser riesigen Begeisterung um unsere Nationalmannschaft: Seit am 8. November der Startschuss für den Vorverkauf gefallen ist, reißen sich die heimischen Tennis-Freunde um die begehrten Tickets für die zweitägige Veranstaltung. Karten sind nur noch via Warteliste (eMail an ticketing@emotion.at) erhältlich. Wir haben die fixe Zusage von Dominic Thiem, dass er Kapitän Stefan Koubek gegen Chile zur Verfügung stehen wird. Das lässt natürlich die Hoffnung steigen, dass wir uns für das Weltgruppen-Finalturnier im November 2019 in Madrid, bei dem 18 Nationen um den Titel spielen, qualifizieren.


Die Nachwuchsspieler des Jahres

In diesem Jahr wurden vom ÖTV erstmals die Nachwuchsspielerin und der Nachwuchsspieler des Jahres gekürt. Die für die Altersklasse zuständigen ÖTV-Trainer nominierten pro Altersklasse ein Mädchen und einen Burschen, berücksichtigt wurden zu je 50 Prozent die Rangliste, Erfolge und Sportmotorik bzw. das Auftreten in der Öffentlichkeit, Leistungsentwicklung, Potenzial, Einsatz und Wille sowie die Kooperation mit dem ÖTV. Die Jury bestand aus allen ÖTV-Trainern sowie einem Coach pro Landesverband. Nachwuchsspielerin des Jahres 2018 ist die Niederösterreicherin Liel Rothensteiner, geboren am 25. Jänner 2005, bei den Burschen dufte sich der Vorarlberger Joel Schwärzler, geboren am 27. Jänner 2006, über die Auszeichnung freuen. Rothensteiner wurde im Rahmen des WTA-Turniers Upper Austria Ladies in Linz auf dem Center Court geehrt, Schwärzler bei den Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle. ÖTV-Sportkoordinatorin Marion Maruska überreichte den Siegern den Pokal und einen 250-Euro-Gutschein von Tennispoint.


Wildcard-Challenge in Linz

Als Volltreffer hat sich die Premiere der „Upper Austria Young Ladies Wildcard-Challenge 2018“ im Tenniszentrum Linz-Froschberg erwiesen. Acht österreichische Talente zwischen 15 und 18 Jahren kämpften drei Tage lang um eine Wildcard für die Qualifikation zum WTA-Turnier „Upper Austria Ladies Linz“ in der TipsArena. In einem auf beachtlichem Niveau stehenden Finalspiel sorgte die Wienerin Mavie Österreicher für die große Überraschung: Die 16-Jährige gewann gegen die um zwei Jahre ältere Nadja Ramskogler, immerhin regierende österreichische Hallen-Staatsmeisterin, 7:5, 6:2. Ramskogler hatte in der Folge Glück, die Salzburgerin rutschte aufgrund einer Absage als Lucky Loser ebenfalls in die Quali. Auch mit diesem Event möchte der ÖTV neue Impulse im österreichischen Mädchen- und Damentennis setzen. Wir freuen uns, dass die Kooperation mit dem WTA-Turnier in Linz zustande gekommen ist. Turnierdirektorin Sandra Reichel hat bereits zugesagt, dass die „Upper Austria Young Ladies Wildcard-Challenge“ auch 2019 stattfinden wird.


Die neue ITF World Tour

Ab Jänner 2019 gehören ITF-Futures der Vergangenheit an. Mit 1. Jänner 2019 startet die ITF World Tennis Tour, die als Bühne zwischen dem Jugend- und dem professionellen Tennis dienen wird. Diese Turniere sollen jungen einheimischen Profis den Einstieg in die ATP- und WTA-Tour erleichtern und teure Reisekosten zu internationalen Turnieren ersparen. Aus diesem Grund unterstützt der ÖTV diese Turniere aktiv: In Österreich finden 2019 mindestens fünf ITF World Tennis Tour-Turniere statt. Die Lizenz für die Turniere wird von der ITF an den ÖTV vergeben, der die Organisation wiederum an einen Turnierveranstalter vergibt.

Die Turniere der ITF World Tennis Tour werden in folgende Kategorien unterteilt:

25s+ Die Turniere für Männer sind mit 25.000 Dollar dotiert. Es werden Punkte für die ITF-Weltrangliste vergeben, ab Erreichen des Semifinales ATP-Punkte. Die Turniere für Damen sind mit 25.000 bis 100.000 Dollar dotiert. Es werden immer Punkte für die WTA-Weltrangliste vergeben.

15s+ Die Turniere sind für Herren und Damen mit 15.000 Dollar dotiert. Es werden ausschließlich Punkte für die ITF-Weltrangliste vergeben.

Juniors Insgesamt sind die ITF-Jugendturniere in fünf Kategorien unterteilt. In Österreich werden 2019 voraussichtlich neun Turniere der Kategorien ITF Kat. 2 (2), ITF Kat. 4 (2) und ITF Kat. 5 (5) veranstaltet.

Durch die Einführung des ITF World Tennis Rankings wird ein einheitlicher Ansatz für die Teilnahme an allen Veranstaltungen sichergestellt, wobei die Spieler ihr ATP/WTA-Ranking und anschließend das ITF-Ranking verwenden. Damit Spieler in 15s- und Männer-25s-Turnieren schneller zum nächsten Level aufsteigen können, gibt es reservierte Plätze auf ATP Challenger Ebene, die aufgrund der ITF-World-Tennis-Rangliste in Anspruch genommen werden können.

Die Einführung der neuen ATP-, WTA- und ITF-Ranglistensysteme findet Ende 2018 statt. Alle ATP- oder WTA-Ranglistenpunkte, die bisher bei 15.000er-Futures verdient wurden, werden in ITF World Tennis Ranking-Punkte umgewandelt.


Dank an die Ehrenamtlichen

Zum Schluss möchte ich einige Zeilen zur Ehrenamtlichkeit verfassen. Ich selbst investiere mit Begeisterung unzählige Stunden, Tage und Wochen für den Tennissport ohne Entgelt. Meine Motivation ist die Begeisterung für den weißen Sport. Ebenso gilt mein größter Dank allen Kolleginnen und Kollegen im Sport, die in gleicher Weise ihre Freizeit und Energie dem Tennis schenken. Vielen Dank an dieser Stelle für diesen Dienst an der Gemeinschaft. Tennis verbindet und ist, wie viele andere kulturelle oder sportliche usw.  Vereine, ein wesentlicher Baustein für unseren sozialen Frieden und das Zusammengehörigkeitsgefühl in Österreich. Egal, ob Sport, Kunst oder Kultur, … die Ehrenamtlichkeit macht es möglich.

Tennis ist eine der gesündesten Sportarten und kann bis ins hohe Alter ausgeübt werden. Bleiben Sie fit und dem Tennis verbunden! Es lohnt sich.