Zwei Ausrufezeichen bei den Wintercups

Die u14 Mädchen und die u16 Burschen (im Bild mit ÖTV-Trainer Andi Fasching) zeigten in Ungarn großes Tennis und erreichten beim traditionellen Wintercup den dritten Platz.

Das erste Wochenende im Februar stand ganz im Zeichen des Tennis Europe Wintercups. Im Einsatz waren die Mädchen und Burschen der Altersklassen u14 und u 16. Die Wintercups werden in zwei Stufen ausgetragen. Die Qualifikation wird in Gruppen mit jeweils acht Nationen/Teams gespielt, der Sieger und Zweitplatzierte dieser Phase qualifiziert sich für die Europafinalrunde zwei Wochen später. Bei diesem dreitägigen Teamevent stehen pro Begegnung zwei Single und ein Doppel auf dem Programm. Der Trainer darf in Anlehnung an das Fed-bzw. Davis-Cup-Format die Spieler aktiv von der Bank coachen.

Mädchen u14
Anna Größ (NÖTV), Sinja Kraus und Mavie Österreicher (beide WTV) verschlug es ins ungarische Pecs. Begleitet wurden die Mädchen von Herbert Rosenkranz. Der Coach fand nach dem dritten Platz seiner Schützlinge Worte des Lobes: „Die Mädels sind nicht nur gut, sie sind auch noch die nettesten Tennisspieler, mit denen ich je unterwegs war. Keine disziplinären Probleme irgendwelcher Art, keine Streitereien untereinander. Und auf dem  Platz sehr bemüht, den taktischen Anweisungen nachzukommen.“

Erster Gegner war Großbritannien, Anna Größ eröffnete gegen Emma Raducanu und stellte mit dem deutlichen 6:2, 6:4 auf 1:0 für Österreich. Sinja Kraus bekam es mit Holly Fischer zu tun und bemühte sich, die Gegnerin laufen zu lassen. Jedoch erwischte sie keinen guten Tag und hatte Probleme, Winkelbälle zu spielen. Auch Schnitt- und Rhythmuswechsel funktionierten nicht. So setzte sich „Bumbum“-Holly 7:5, 6:3 durch. Das Doppel musste entscheiden, und Rotweißrot hatte den längeren Atem. Größ/Österreicher siegten 3:6, 6:2, 10:7. Endstand: 2:1.

Am zweiten Tag warteten die Ukrainerinnen, die das Turnier schließlich gewinnen sollten. Anna Größ war von Coach Rosenkranz nach verlorenem ersten Satz mit einem guten taktischen Konzept in den zweiten Durchgang geschickt worden, auf das sie im dritten Satz bei 2:2 vergaß und gegen Daria Snigur drei Games in Folge abgab – 2:6, 6:1, 3:6. Im Anschluss spielte Sinja Kraus gegen Marta Kostyuk unglaubliches Tennis, agierte um zwei Klassen stärker als tags zuvor. Dennoch war die Ukrainerin nicht zu biegen – 6:7 (2), 2:6. Kraus/Österreicher hatten im Doppel keine Chance. Endstand: 0:3. Gegen Belgien ließ Österreich nichts anbrennen. Österreicher gewann ihr Match ebenso glatt wie Größ, die an der Seite von Kraus auch den Punkt im Doppel holte. Endstand: 3:0.

kresBurschen u14
Lukas Neumayer (STV), Lukas Rohseano und Tobias Smoliner (beide KTV) verschlug es mit ÖTV u14 National-Coach Franz Kresnik ins tief winterliche Kazan. Das ÖTV-Team erreichte nach zwei Tagen Vorbereitung in Wien und einer achtstündigen Anreise das tief winterliche Russland.

Mit etwas Lospech bekamen es die Österreicher gleich zu Beginn mit dem späteren Turniersieger Serbien zu tun. Die körperlich und spielerisch weit überlegenen Serben machten mit dem ÖTV u14 Team kurzen Prozess. In drei Matches blieben der rotweißroten Mannschaft nur acht Games. Endstand: 0:3 Im Halbfinale der Consolation ging es gegen Georgien um den Finalplatz. Lukas Rohseano bezwang nach hartem Kampf die georgische Nummer zwei knapp in zwei Sätzen. Das Doppel Neumayer/Smoliner erkämpfte sich nach Abwehr von mehreren Satzbällen den entscheidenden zweiten Punkt für den Sieg. Endstand: 2:1.

Im Consolation-Finale, dem Spiel um Platz 5, konnten die Burschen gegen Finnland nichts Zählbares holen. Endstand 0:3. Die Österreicher verkauften sich so teuer wie möglich. Die europäische Konkurrenz ist jedoch derzeit meist körperlich überlegen, was in diesem Alter sehr oft den Ausschlag gibt. Russland war jedoch allemal eine Reise wert, da die Burschen viel Erfahrung sammeln konnten.

Mädchen u16
Arabella Koller (STV), Nadja Ramskogler (STV) und Selina Pichler (WTV) führte die Reise nach Weißrussland. Begleitet wurden die Mädchen von Trainer Walter Grobbauer.

In der ersten Begegnung traf Arabella Koller auf die spanische Nummer zwei, Carlota Molina Megias, und verlor dieses Match knapp mit 4:6, 4:6. Arabella zeigte auf ihrer Vorhandseite tolle Winnerschläge und bewegte sich während des gesamten Matches ausgezeichnet. Die Oberösterreicherin Nadja Ramskogler stand gegen die stark aufspielende spanische Nummer 1, Paula Arias Manjon, auf verlorenem Posten und ging mit 0:6, 1:6 unter. Nadja hatte vor allem auf der Rückhandseite Probleme mit dem Timing. Die Paarung Ramskogler/Koller verlor trotz guter spielerischer Leistung gegen Manjon/De La Puerta Uribe mit 2:6, 6:3, 7:10. Endstand 0:3.

Arabella Koller spielte gegen die schwedische Nummer zwei, Alexandra Viktorovitch, groß auf und bezwang diese in einem spannenden Match mit 6:4, 6:4. Sie bewegte sich am Platz unglaublich gut, präsentierte sich im Grundlinienspiel sehr kompakt und zwang dadurch ihre Gegnerin zu spielentscheidenden Fehlern. Auch taktisch variierte Arabella sehr geschickt ihr Grundlinienspiel. Im Duell der Nummern eins lieferte Nadja Ramskogler eine unglaublich starke spielerische Leistung ab und gewann gegen Molly Helgesson mit 6:4, 6:4. Nadja präsentierte sich im Vergleich zum Erstauftritt wie ausgewechselt, bewegte sich viel besser und machte vor allem auf ihrer Vorhandseite sehr schöne Winnerpunkte. Auch mental zeigte sie sich sehr positiv und kämpferisch. Eine eklatante Leistungssteigerung in allen Bereichen. Sie war auch richtig "happy" nach dem Match. Das nicht mehr spielentscheidende Doppel ging äußerst knapp mit 3:6 6:3 8:10 verloren. Der fünfte Platz in der starken Gruppe kann durchaus als positiv eingestuft werden.

Burschen u16
Lukas Krainer (KTV), Luka Mrsic (NÖTV) und  Simon Traxler (OÖTV) fuhren mit ÖTV-Trainer Andi Fasching in den nicht nur lautmalerisch schönen ungarischen Ort Hodmezovasarhely. Erster Gegner: Die Gastgeber.

Im ersten Einzel traf Luka Mrsic auf Mate Voros, die Nummer drei der Ungarn. Am Ende des ersten Satzes zeigte Luka sehr aggressives Grundlinientennis - 7:5. Ebenso verdient holte er den zweiten Durchgang mit 6:1 und stellte auf 1:0 für Österreich. Im zweiten Einzel standen einander die Nummern 1 gegenüber, Lukas Krainer und Daniel Khin. Bei 6:5 und eigenem Aufschlag hatte Lukas zwei Satzbälle, die er ungenützt ließ. Das spannende Tiebreak gewann der Österreicher schließlich 7:5. Der zweite Satz verlief sehr knapp. Beide Spieler überzeugten mit starken Aufschlaggames und aggressivem Grundlinientennis. Bei 5:5 konnte Lukas drei Breakbälle abwehren, er gewann schließlich 7:5. Das bedeutungslose Doppel holten die Ungarn gegen Mrsic/Traxler mit 7:5, 6:3. Endstand: 2:1.

Am zweiten Tag spielten die Jungs gegen das als Nummer zwei gesetzte Team aus Russland. Luka Mrsic eröffnete gegen die Nummer drei, Egor Noskin, der sein großes Potential zeigte. Luka versuchte mit aggressiven Grundschlägen, seinen Gegner unter Druck zu setzen. Der wiederum konterte sehr geschickt und effizient und hatte stets die bessere Antwort. Luka blieb, bis auf die Anfangsphase, ohne Chance und verlor gegen den spielerisch und körperlich überlegenen Gegner 2:6, 2:6. Lukas Krainer bekam es mit Alexey Zakharov, der Nummer zwei, zu tun. Beide servierten sehr stark und spulten konzentriert ihre Aufschlagspiele ab. Lukas spielte ein schlechtes Tiebreak - 0:7. Im zweiten servierte der Russe bei 5:3 auf das Match, Lukas kämpfte sich abermals ins Tiebreak, wehrte bei 5:6 einen Matchball ab und verlor schließlich nach tollem Kampf mit 6:8. Im Doppel ging es nur mehr um den Ehrenpunkt, der denkbar knapp nicht glückte - 7:5, 3:6, 7:10. Endstand: 0:3.

Am dritten und letzten Tag ging es im Spiel gegen das slowenische Team um Platz drei. Simon Traxler wirkte gegen die Nummer drei der Slowenen, Miha Perus, sehr konzentriert und machte kaum Fehler. Er fertigte den Slowenen 6:0, 6:1 ab und stellte auf 1:0 für Österreich. Das zweite Einzel kam nicht zustande, Endstand: 1:0, w.o.

Was an Erkenntnissen bleibt: Österreich hat sich gegen den späteren Sieger Russland gut verkauft. Der dritte Platz unter sieben Nationen ist als durchaus positiv zu bewerten. Gespannt darf man sein, was diese kompakte Mannschaft beim Sommer Cup Mitte Juli erreichen kann. Auch dort qualifizieren sich die Top-2 für die Endrunde. 

Alle Ergebnisse im Detail finden Sie HIER

 

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