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Fed Cup

Zuerst Budapest! Dann Weltgruppe II?

Sonntag, 2. Februar, 10:00 Uhr, Parkplatz vor dem ÖTV-Leistungszentrum Südstadt: Abreise von Österreichs Fed Cup-Team in Richtung Budapest, um dort in der Europa/Afrika-Zone den ersten Schritt in Richtung Weltgruppe II zu versuchen. Einheitliche Prognose des gesamten Teams: „Diesmal könnten wir es schaffen!“ Im Bild von links: Clemens Trimmel, Patricia Mayr-Achleitner, Tamira Paszek, Yvonne Meusburger, Sandra Klemenschits.


Es ist kalt, der Wind bläst eisig, trotzdem ist an diesem Sonntag die Stimmung am ungewohnt leeren Parkplatz vor dem ÖTV-Leistungszentrum Südstadt erstaunlich aufgeheizt. „Ich hab ein ziemlich gutes Gefühl, dass wir es schaffen können“ (Yvonne Meusburger). „Mein Bauchgefühl sagt mir, dass diesmal einiges drinnen sein könnte. Yvonne ist derzeit sehr gut in Form, ich bin auch gut drauf. Die Chancen stehen ziemlich hoch, dass wir es diesmal schaffen könnten“ (Patricia Mayr-Achleitner). „Die Fed Cup-Woche mit den vielen Matches ist zwar ein sehr toughes Format. Wir werden aber kämpfen, kämpfen, kämpfen. Ich bin sehr positiv darauf eingestellt, dass uns der Aufstieg gelingen kann, um wieder einmal einen Fed Cup vor heimischem Publikum spielen zu können“ (Tamira Paszek). „Wir sind zwar nicht die Favoriten, haben aber nichts zu verlieren. Noch dazu, weil jede einzelne von uns derzeit gut drauf ist“ (Sandra Klemenschits). Das Projekt, zu dem Österreichs Fed Cup-Damen rund um Fed Cup-Captain Clemens Trimmel und Teammanagerin Marion Maruska um 10:00 Uhr aufbrechen werden, trägt den Titel: „Raus aus dieser Division, um langfristig wieder mit den weltweit besten Teams mitzuspielen“ (Trimmel). Zuletzt war ein österreichisches Fed Cup-Team im Jahr 2006 (0:5 in der ersten Runde gegen Spanien; Anm.) in der obersten Spielklasse, Weltgruppe I, vertreten. Seit bereits 2009 wird versucht, aus der Europa-Afrika-Zone herauszukommen, um wieder mit den weltbesten Teams mitzuspielen. „Und wir haben heuer keine allzu schlechte Gruppe erwischt“, sagt Tamira Paszek. Dieses Mal stehen die Chancen also gut, vorerst einmal der Weltgruppe II einen Schritt näher zu kommen, auch wenn Trimmel vor zu viel Euphorie warnt: „Man darf nicht vergessen, dass in der Weltgruppe I und II sehr starke Nationen vertreten sind und wir uns derzeit in der Europa-Afrika-Zone befinden. Und meistens ist es ja so, dass man sich – sowohl im Davis Cup als auch im Fed Cup – dort wiederfindet, wo man aktuell auch hingehört.“

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ÖTV Fed Cup-Team: Kurz vor der Abreise in Richtung Budapest


Ausgewogen, aber hart
Im konkreten Fall bedeutet das: Von 4. bis 9. Februar trifft das ÖTV-Team im Round Robin-System der Gruppe C im Syma Event and Congress Centre in Budapest auf Slowenien (5.2., 10:00 Uhr), Israel (6.2., 16:00 Uhr) und die Ukraine (8.2., 10:00 Uhr). Trimmel: „Das ist eine ausgewogene Gruppe, in der jedes Team jeden Gegner schlagen kann. Bis auf Slowenien (Captain: Tina Pisnik; Anm.) geht jede Mannschaft der Gruppe C mit zumindest einer Top 100-Spielerin an den Start.“ Das von Captain Amos Mansdorf betreute israelische Team etwa mit Shahar Peer (WTA 86) und Julia Gluschko (WTA 90) und Ukraines Team (Captain: Natalia Medvedeva) mit Elina Svitolina (WTA 38). Mit Israels Nummer 1, Peer, „durfte“ Yvonne Meusburger bereits zwei Mal negative Erfahrungen sammeln: 2005 musste sich die 30-jährige Vorarlbergerin im Viertelfinale von Prag geschlagen geben, 2007 in der ersten Runde des Fed Cup-Weltgruppen-Playoffs – jeweils in zwei Sätzen. Tamira Paszeks Bilanz gegen Peer: 0:3. Gegen Sloweniens Top-Spielerin Masa Zec-Peskiric lautet die Bilanz: Meusburger (1:1), Paszek (0:1), während Mayr-Achleitner ihr noch nie gegenüber gestanden ist. Der ukrainischen Nummer 1 Elina Svitolina musste sich Mayr-Achleitner 2013 im Viertelfinale von Bad Gastein in zwei Sätzen geschlagen geben, Meusburger und Paszek spielten noch nie gegen sie.

"Zerbrechen uns nicht den Kopf"
Aus Sicht von Österreichs Nummer 1, Yvonne Meusburger, lauert die größte Gefahr „in der Ausgewogenheit aller drei Teams. Wir können jede dieser Mannschaften schlagen, werden dafür aber drei Tage brauchen, an denen jede unserer Spielerinnen top in Form sein muss. Im Einzelspiel könnte Elina Svitolina (UKR) am härtesten zu schlagen sein.“ Für Patricia Mayr-Achleitner „ist vor allem die Ukraine aufgrund ihres Doppels sehr stark, und Israel ist ohnehin nie zu unterschätzen, da sie immer sehr emotional und mit vollem Herzen für ihre Nation spielen.“ Tamira Paszek ergänzt: „Israel hat ein sehr ausgewogenes Team: Shahar Peer ist zuletzt immer besser in Form gekommen, und mit Julia Gluschko haben sie eine zweite Top 100-Spielerin. Wir haben aber den Vorteil, dass auch Yvonne und Patricia zuletzt sehr gut gespielt haben.“ Doppelspezialistin Sandra Klemenschits: „Das israelische Team mit seiner Nummer 1, Shahar Peer, ist auf keinen Fall zu unterschätzen. Wir sollten uns aber nur auf uns selber konzentrieren, Punkt für Punkt spielen und uns nicht den Kopf darüber zerbrechen, wie stark der jeweilige Gegner sein könnte.“ Team-Captain Clemens Trimmel: „Es gibt keine Spielerin, vor der unser Team Angst haben müsste, da alle in Reichweite sind. Deshalb haben wir durchaus berechtige Hoffnung, dass wir um den Gruppensieg mitspielen könnten. Trotzdem müssen wir gegen jedes Team unsere beste Leistung abrufen, um gewinnen zu können.“ Um sich für den Playoff-Bewerb der Weltgruppe II im April zu qualifizieren, wäre in Budapest zunächst der Gruppensieg sowie danach am Sonntag (9.2.) das Überstehen einer Playoff-Phase nötig. Trimmel: „Das wird eine schwierige Aufgabe für uns werden, die wir aber schaffen können. Trotzdem sollten wir lieber von Spiel zu Spiel denken und uns nicht auf irgendwelche Was-wäre-wenn-Chancen einlassen.“

 

FED CUP, EUROPA-AFRIKA-ZONE, GRUPPE I

Ort: Syma Event and Congress Centre, Budapest (HUN)
Untergrund: Hardcourt
Termin: 4. – 9. Februar 2014

Der Spielplan
Mittwoch, 5.2., 10:00 Uhr: Österreich – Slowenien
Donnerstag, 6.2., 16:00 Uhr: Österreich – Israel
Samstag, 8.2., 10:00 Uhr: Österreich – Ukraine

Bisherige Begegnungen
Österreich – Slowenien: 0:1
2009: Europa/Afrika-Zone, Gruppe C, 1:2

Österreich – Israel: 1:2
1982: 1. Runde, Weltgruppe, 2:1
1987: Weltgruppe, Consolation-Runde, 0:2
2007: Weltgruppen-Playoff, 1. Runde, 1:4

Österreich – Ukraine: 1:0
1994: Europa/Afrika-Zone, Viertelfinale, 3:0

Die Teams

GRUPPE A
Belgien: Kirsten Flipkens, Yanina Wickmayer, Alison van Uytvanck, An-Sophie Mestach. Captain: Ann Devries
Kroatien: Donna Vekic, Petra Martic, Tereza Mrdeza, Darija Jurak. Captain: Iva Majoli
Niederlande: Kiki Bertens, Arantxa Rus, Richel Hogenkamp, Michaella Krajicek. Captain: Paul Haarhuis
Luxemburg: Mandy Minella, Anne Kremer, Claudine Schaul, Tiffany Cornelius. Captain: Johny Goudenbour

GRUPPE B
Großbritannien: Laura Robson, Johanna Konta, Heather Watson, Tara Moore. Captain: Judy Murray
Ungarn: Timea Babos, Reka-Luca Jani, Melinda Czink, Agnes Bukta. Captain: Levente Baratosi
Rumänien: Simona Halep, Sorana Cirstea, Monica Niculescu, Irina-Camelia Begu. Captain: Alina Cercel-Tecsor
Lettland: Diana Marcinkevica, Jelena Ostapenko, Laura Gulbe, Darta-Elizabete Emulina. Captain: Juska Daiga

GRUPPE C
Österreich: Yvonne Meusburger, Patricia Mayr-Achleitner, Tamira Paszek, Sandra Klemenschits. Captain: Clemens Trimmel
Ukraine: Elina Svitolina, Nadiya Kichenok, Olga Savchuk, Lyudmyla Kichenok, Captain: Natalia Medvedeva
Slowenien: Masa Zec-Pesciric, Nastja Kolar, Dalila Jakupovic, Andreja Klepac. Captain: Tina Pisnik
Israel: Shahar Peer, Julia Glushko, Keren Schlomo, Ofri Lankri. Captain: Amos Mansdorf

GRUPPE D
Weißrussland: Olga Govortsova, Aliaksandra Sasnovich, Ilona Kremen. Captain: Tatiana Poutchek
Bulgarien: Elitsa Kostova, Izabella Shinikova, Viktoriya Tomova, Borislava Botushvarova. Captain: Dora Rangelova
Portugal: Michelle Larcher de Brito, Maria Joao Koehler, Barbara Luz, Ines Murta. Captain: Andre Lopes
Türkei: Cagla Buyukakcay, Pemra Ozgen, Basak Eraydin, Ipek Soylu. Captain: Alaaddin Karagoz

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