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"Zu zweit macht's ganz einfach Spaß!"

"Ein zweiter Alex Peya wird aber trotzdem nicht aus mir werden." Orange Bowl-Sieger Lucas Miedler im ÖTV-Interview über seine größten Doppelerfolge in letzter Zeit, seinen Wechsel ins Leistungszentrum Südstadt und weshalb er sich 2014 zumindest für die Australian Open von seinem bisherigen Doppelpartner trennen wird.


Hallo Luci, wie geht's mit dem Jetlag? Ich bin gerade beim frühstücken (Donnerstag, 13:00 Uhr; Anm.). Durch den Flug von Florida nach Wien hab ich gerade einmal zwei Stunden in zwei Tagen geschlafen, und am Vortag hab ich auch kaum die Augen zubekommen. Deshalb bin ich jetzt noch ziemlich müde und hab mich einmal so richtig ausgeschlafen.

Wann stehst du wieder am Platz? Wahrscheinlich am Freitag. Das wird aber kaum ein richtiges Training, sondern mehr ein Auslaufen und etwas Bewegung sein.

Wird's
mit den ganzen Pokalen, die du gewinnst, bei dir daheim nicht schön langsam eng?Ich hab, wenn man das so sagen kann, das Glück, dass ich ein paar meiner Trophäen im Haus meiner Mutter und ein paar im Haus meines Vaters unterbringen kann. Und ein paar stehen in meinem Tennisclub. Wenn das ein "Problem" sein sollte, dann hab ich das ziemlich gerne.

Du warst jetzt zwei Wochen in Amerika bei den wichtigsten Nachwuchsturnieren der Welt, und beide (Eddie Junior Championships, Orange Bowl; Anm.) hast du gewonnen. Macht es mit einem Partner an deiner Seite einfach mehr Spaß?
Im Einzel ist es auch diesmal ziemlich gut gelaufen. Beim ersten Turnier hab ich alles abgeholt, was abzuholen war. Ich hab halt das "Handicap" gehabt, dass der Gegner einfach besser gespielthat.Beim zweiten Turnier war ich einmal einen Zentimeter vom Match weg! Beim Matchball musst du so etwas einmal machen: Eine Rückhand auf die Linie spielen! Wahnsinn! Dann hab ich das Break kassiert, und die Partie ist auf einmal immer mehr in seine (Roman Saffiulin; Anm;) Richtung gelaufen und ich hab sie immer mehr aus der Hand gegeben. Ich hab nicht wirklich schlecht gespielt, hab das Match aber leider nicht hundertprozentig fertig spielen können. Und im Doppel ist es so, dass mir das einfach liegt. Ich hab schon immer gerne Doppel gespielt, hab mit dem Service und dem Volley auch das richtige Spiel dafür und sehe die Situation am Platz und am Netz auch immer recht gut. Noch dazu ist es mit einem Partner, mit dem man sich gut versteht, auch recht lustig.

"Wächst" da mit dir vielleicht ein zweiter Alex Peya heran?
Eher nein. Noch dazu, weil es im Einzel in letzter Zeit - trotz dem Trainerwechsel - doch auch gut gelaufen ist. Ich muss diesen Weg jetzt ganz einfach konstant weitergehen und Partien wie die jetzt in Amerika auch fertig spielen kann. Unter den Umständen, unter denen ich jetzt trainiere, dürfte das aber kaum zu einem Problem werden. Eine Karriere als ausschließlicher Doppelspieler strebe ich jetzt aber sicherlich nicht an. Doppel werde ich immer so nebenbei spielen und mich mehr auf's Einzel konzentrieren.

Bevor du nach Amerika geflogen bist, ist die Entscheidung gefallen, dass du künftig im Leistungszentrum Südstadt mit ÖTV-Coach Andreas Fasching trainieren wirst. Warum ist diese Entscheidung so gefallen?
Als mir Norbert (Richter; Anm.) gesagt hat, dass er aufhört und wir die Zusammenarbeit beendet haben, bin ich vor der Frage gestanden: Wie mach ich jetzt weiter? Zu Beginn hab ich nicht allzuviele Ideen gehabt, wo und wie ich in Österreich trainieren könnte. Die zweite Option wäre das Ausland gewesen. Dann hat mein Vater mehrere Gespräche mit Clemens Trimmel und Ronnie Leitgeb geführt, und so ist es langsam entstanden, dass ich jetzt in die Südstadt gewechselt bin. Ein sehr großer Grund, weshalb ich mich dafür entschieden habe, war auch Florian Pernhaupt (ÖTV-Konditionstrainer; Anm.). Mit ihm habe ich im Sommer schon mehrmals trainiert, was mir sehr weitergeholfen und auch Spaß gemacht hat. Als es dann geheißen hat, dass kein Trainer für mich vorhanden ist, hab ich eine Zeit lang mit Clemens trainiert, der mir gesagt hat, dass ich vor allem körperlich mehr machen sollte. Und dann hat sich Gott sei Dank die Möglichkeit ergeben, mit dem "Fasch" zu trainieren, den ich von früher zwar schon gekannt habe, aber nicht wirklich als Trainer. Wir haben miteinander angefangen und sind schon bald draufgekommen, dass es uns beiden sehr taugt. Unsere erste Reise jetzt nach Amerika war mit den beiden Turniersiegen sehr positiv. Ich kann also nur sagen: Es passt einfach alles zusammen!

Miedler

In deiner Altersklasse gibt's in Österreich nur wenige Spieler, die mit dir mithalten können, also müsstest du eigentlich die meiste Zeit mit Spielern trainieren, die auf Futures oder vielleicht auch schon bei Challenger-Turnieren unterwegs sind. Oder liegt man mit einer derartigen Einschätzung falsch?
Jetzt in Amerika war der "Ofi" (Sebastian Ofner; Anm.) mit, der genauso alt wie ich ist. Mit ihm trainiere ich oft auch daheim, Kondi oder am Platz. Ab und zu trainiere ich mit Marco Prochazka. Mit Max Neuchrist, Andi Haider-Maurer und Michael Linzer hab ich auch schon das eine oder andere Mal gespielt. Genauso wie mit Clemens oder mit "Fasch". Es ist also immer jemand da.

Wie sieht die Saisonplanung für 2014 aus?
Die Australian Open stehen fix am Programmund wie es danach weitergeht, werden wir in den nächsten Tagen noch besprechen.

In der kommenden Saison wirst du nicht mehr mit Filippo Baldi im Doppel spielen, sondern mit Brad Mousley. Warum dieser Wechsel?
Mit Brad habe ich schon zwei Turniere gespielt. Einmal Finale, einmal gewonnen. Das ist mehr oder weniger zufällig entstanden. Die Australier waren vor zwei, drei Jahren wieder einmal in Europa, und sie waren zu siebent. Das heißt, sie waren ungerade und Brad hatte bei Turnieren in Deutschland keinen Doppelpartner.Mein damaliger Trainer Norbert hat dann gesagt: Jetzt fragen wir sie ganz einfach einmal. Dadurch bin ich zum Brad gekommen. Mit ihm hab ich mich gleich gut verstanden, weil er ein ziemlich lockerer und lustiger Typ ist. 2013 hat er mich schon im Oktober gefragt gehabt, ob wir nicht wieder einmal zusammen Doppel spielen wollen. Und wenn dich dann so ein Spieler fragt, der heuer gegen mich das Australian Open-Finale gewonnen hat, ob du mit ihm spielen willst, dann kann man nur schwer "Nein!" sagen.

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