WM-Gold für Ingrid Gutmann-Resch!

Bei der Einzel-WM im Ali Bey Club in Manavgat (TUR) scheiterte Top-Favorit Manfred Hundstorfer im Semifinale (Herren 50) an einer Oberschenkelzerrung. Ingrid Gutmann-Resch (Damen 50) konnte hingegen von nichts und niemanden gestoppt werden: Die Weltranglisten-Erste besiegte im Endspiel Simonetta Bozzano mit 6:2, 6:2 und holte sich damit die Goldmedaille. Eines der Erfolgsgeheimnisse der Sport- und Geschichtelehrerin ist die Trainingsgemeinschaft mit Tennislegende Peter Pokorny. "Er spielt auch im Training ein so hohes Tempo, das es so im Frauen-Tennis so gut wie gar nicht gibt. Ich kann von ihm also nur profitieren."

In der Woche davor war er bei der Team-WM (gemeinsam mit Karl Pansy, Andreas Köpf, Martin Roch) nur knapp an Edelmetaill vorbeigeschrammt und belegte Platz 4, sieben Tagen "wäre es angerichtet gewesen", so Manfred Hundstorfer. Im Semifinale der Einzel-WM im Ali Bey Club in Manavgat (TUR) wollte es mit seiner bereits sechsten WM-Goldmedaille (3 x Einzel, 3 x Doppel) aber trotzdem nicht klappen: Der 49-jährige Niederösterreicher war ohne Satzverlust ins Halbfinale des Bewerbs der Altersklasse Herren 50 gerast. Dort musste er sich dann allerdings weniger dem Gegner (dem späteren Weltmeister Alessio Frontespezi /ITA) als mehr dem eigenen Körper geschlagen geben. "Aus, vorbei, Aufgabe im ersten Game", postete Hundstorfer auf seiner Facebook-Seite. "Bronze habe ich noch nicht in der Sammlung gehabt. Es wäre mehr drinnen gewesen." Der aktuell Weltranglisten-4. hatte schon seit mehreren Tagen seine Partien mit einem Handicap bestreiten müssen: Im Doppel-Viertelfinale der Altersklasse Herren 45 hatte er sich eine Oberschenkelzerrung zugezogen und konnte mit Partner Karl Hale (CAN) an seiner Seite das Match gegen die Australier Steve Casey / Chris O'Mara nicht zu Ende spielen. "Wie besch... kann's laufen", ließ der hauptberufliche Tennistrainer danach auf Facebook seinen kompletten Frust raus. Hundstorfers Beine sind es bereits seit Jahren, die sich immer wieder bei ihm melden. "Die doch etwas lädierten Kniegelenke vom seinerzeitigen Volleyballspielen (Manfred Hundstorfer war Nationalteamspieler, Anm.) machen immer wieder Probleme", hatte er in einem Interview einmal geklagt.

Wesentlich besser als bei den Herren lief es bei Österreichs Damen, bei denen zumindest eine bei der Vergabe der Medaillen bis zum letzten Tag erfolgreich mitmischte: Die in der Altersklasse Damen 50 an Nummer 1 gesetzte Deutschlandsbergerin Ingrid Gutmann-Resch besiegte im Endspiel die an Nummer 8 gesetzte Italienierin Simonetta Bozzano mit 6:2, 6:2 und holte sich damit die Goldmedaille. Die Weltranglisten-1. war nach einem Freilos in Runde 1 souverän in die Weltmeisterschaft gestartet (6:0, 6:0 gegen Leanne Swaysland), musste dann aber im Achtelfinale gegen Paola Ipoliti (ITA) hart kämpfen, ehe sie letztendlich doch noch als 3:6, 7:5, 6:0-Siegerin vom Platz gehen konnte. Im Semifinale ließ sie Kerrie Douglas (AUS) mit 7:6, 6:2 keine Chance. Für Gutmann-Resch, die als Lehrerin für Sport und Geschichte am Grazer Sacre Coeur tätig ist, hatte die Saison 2013 sehr erfolgreich begonnen: Bei der Senioren-Europameisterschaft in Seefeld war ihr - ebenso wie Peter Pokorny - der Doppelpack gelungen. In der Altersklasse Damen 50 hatte sich die Südsteirerin nicht nur im Einzelbewerb durchgesetzt, sondern konnte sich mit Partnerin Christine French aus Großbritannien auch den Doppelbewerb sichern. Eines ihrer Erfolgsgeheimnisse hat mit Österreichs erfolgreichstem Senioren-Tennisspieler zu tun. "Er ist zwar zwanzig Jahre älter als ich, ich hab aber trotzdem keine Chance gegen ihn", gestand sie einmal über ihren Trainingspartner Peter Pokorny, mit dem sie sich schon seit Jahren regelmäßig zum Training trifft. Mehr als "hin und wieder einen Satz" konnte die 51-jährige Grazerin aus dieser Trainingsgemeinschaft bis jetzt noch nicht herausholen, „und ich glaub auch nicht, dass sich daran jemals etwas ändern wird." Daran die Flinte ins Korn zu werfen, hat sie aber dennoch noch nie gedacht: Denn auch Niederlagen können Spaß machen. Dann nämlich, wenn dabei die Saat für künftige Siege ausgestreut wird: "Er spielt auch im Training ein so hohes Tempo, das es so im Frauen-Tennis so gut wie gar nicht gibt. Ich kann von ihm also nur profitieren." Eine weitere Erklärung für die Dominanz der sympathischen Steirerin, die mit Ballsicherheit und Bewegungstalent beeindruckt, ist rasch gefunden. Während viele ihrer Konkurrentinnen als engagierte Hobbyspielerinnen Späteinsteigerinnen ins Senioren-Tennis sind, hat Gutmann-Resch eine Biografie, die zumindest den Hauch einer Profikarriere ("Es gab damals ja kaum Sponsoren") aufweist: Mit 15 spielte sie – damals noch unter ihrem Familiennamen Sommerauer – erstmals in der Staatsliga. Bis zu ihrem 27. Lebensjahr hielt sie sich konstant unter den Top Ten der österreichischen Rangliste. "Einmal war ich sogar die Nummer 3." 1983 hatte sie u. a. Judith Pölzl (später Wiesner), Andrea Pesak und Helena Wimmer auf ihrer "Abschussliste". 1982 holte sie sich in der Allgemeinen Klasse den Titel als österreichische Hallenmeisterin. Ins gleiche Jahr fielen auch ihre einzigen Auftritte im Federation Cup: das Doppel (mit Pesak) gegen Frankreich ging verloren, gegen das israelische Duo Bialistozky/Binyamini gewannen die beiden. Hauptverantwortlich für diese Erfolge in der Jugend und im Erwachsenenalter: Hofrat Dr. Gerhard Sommerauer, ihr Vater und erster Trainer, und später Mag. Wolfgang Del Negro vom Landesverband Steiermark sowie Marian Slavicek, ihr Klubbetreuer bei ASV Graz. Davon, sagt sie, profitiere sie noch heute. "Wenn man in der Jugend gespielt hat, hat man ein gewisses technisches Niveau, das man nicht mehr verlernt." Trotzdem hatten viele ihrer Freunde den Kopf geschüttelt, als sie mit 40 eine zweite Karriere im Seniorentennis startete. "Die hatten aber auch nicht verstanden, als ich gesagt habe: Ich freue mich auf meinen 40er." Die internationalen Erfolge dürften den Freundeskreis mittlerweile überzeugt haben. "Mein erstes Turnier", erinnert sich Gutmann-Resch an ihre Premiere, "waren 2001 die Europameisterschaften in Seefeld. Die hab ich dann gleich gewonnen." 33rd ITF Seniors World Individual Championships 2013

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