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Davis Cup

"Wir unterschätzen unsere Gegner nicht!"

Der Weltranglisten-Erste Novak Djokovic hat bei einer Pressekonferenz in Innsbruck seine Einschätzung über die Gruppengegner Österreich und Deutschland abgegeben.

©e|motion group / Paul Zimmer

Herr Djokovic, vor zwei Jahren in Madrid waren nach dem Aus im Viertelfinale gegen Russland im serbischen Team alle sehr emotional, es sind sogar Tränen geflossen!

Novak Djokovic: "Ja, dafür ist es jetzt großartig, wieder beim Davis-Cup-Team zu sein. Unsere letzten Erinnerungen an den Bewerb sind ja traurige, wegen der Niederlage im Viertelfinale. Dafür ist es jetzt umso emotionaler, hier einen neuen Anlauf zu nehmen. Wir sind endlich wieder beisammen, was toll ist, weil wir auch abseits des Platzes richtig gute Freunde sind. Wir haben eine großartige Chemie, was ein wichtiger Bestandteil ist, um erfolgreich zu sein. Ich war der letzte Spieler, der hier zum Team gestoßen ist. Ich konnte bereits trainieren und dabei feststellen, dass die Atmosphäre teamintern passt. Es ist ein anderes Format heuer, da wir drei verschiedene Locations mit jeweils zwei Gruppen haben. Ich habe immer schon gesagt, dass der Davis Cup ein Bewerb ist, der von möglichst vielen Leuten zu erleben sein soll. Ich finde es also gut, dass es heuer so geregelt wurde und mehr Länder die Chance haben, Gruppenspiele auszutragen. Wir wollen das beste Tennis für unser Land, aber auch für unser Team spielen."

In Gruppe F müssen Deutschland und das Generali Austria Daviscup-Team ohne ihre Topstars Alexander Zverev und Dominic Thiem auskommen.

"Ich bin mir sicher, dass sie ihre beiden Topstars gerne dabei hätten, aber es sind nach wie vor starke Teams, vor allem Deutschland mit Spielern wie Jan-Lennard Struff und Dominik Koepfer. Das sind sehr gefährliche Spieler auf allen Belägen. Wir werden sicher nicht den Fehler machen, unsere Gegner zu unterschätzen, nur weil die besten Spieler fehlen. Wir kommen mit der bestmöglichen Mannschaft. Wir wollen bestehen und uns nicht zu viel um die anderen Mannschaften kümmern. Es ist ein langer Weg bis nach Madrid und du darfst dir keine Fehler erlauben. Auch wenn man ein Spiel verliert, kann man den Aufstieg noch schaffen, aber wir wollen unsere Gruppe gewinnen. Gegen Österreich macht es natürlich einen großen Unterschied, ob man mit oder ohne Publikum spielt. Aber ich denke, dass wir auch genug serbische Fans in der Halle gehabt hätten. Es gibt in Österreich eine große serbische Community, die uns unterstützt hätte. Es ist aber nicht das erste Mal, dass wir vor leeren Rängen antreten müssen. Diese Erfahrung haben wir in den letzten eineinhalb Jahren ja leider öfter machen müssen, wir werden uns auch darauf einstellen."

Macht es Sie traurig, dass ohne Fans gespielt werden muss? Und wie bereitet man sich auf einen Spieler wie Dennis Novak vor, gegen den Sie noch nie zuvor gespielt haben?

"Natürlich sind wir traurig. Egal ob man daheim oder auswärts spielt, Fans sind ein integraler Teil unseres Sports. Von den Fans bekommen wir Energie und Unterstützung, die uns während eines Spiels hilft. Das gilt besonders für den Davis Cup, wo es ja lauter sein darf und die Atmosphäre allgemein lebhafter ist. Was Dennis angeht: ich bereite mich immer gleich professionell auf ein Spiel vor, egal gegen wen es geht. Ich glaube, ich habe noch nie gegen ihn gespielt, also muss ich meine Vorbereitung anders anlegen. Aber ich werde dann da rausgehen, hoffentlich stark beginnen und einen Punkt für Serbien holen."

Macht es dieses Format leichter für Underdogs wie Österreich, bei dem es nur zwei Singles und ein Doppel gibt?

"Könnte sein, dass es Ländern hilft, die nicht zwei große Spieler haben. Aber am Platz ist alles möglich. Vom Ranking her ist ein Spieler wie ich natürlich der Favorit. Ich habe vielleicht mehr Erfahrung und eine höhere Qualität, wenn man die ganze Saison betrachtet. Aber in dieser Situation spielt das nicht so eine große Rolle. Man kann rausgehen und unter Umständen das beste Tennis seines Lebens spielen. Auch Spieler auf Rang 100 oder 150 können das. Ich habe großen Respekt vor jedem Spieler. Das Format könnte dem Außenseiter da schon entgegenkommen. Es reicht, wenn wir ein Einzel verlieren und es dann auf das Doppel ankommt. Da hat Österreich ja schon seit Jahren immer wieder gute Spieler gehabt."

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