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WIMBLEDON: PHILIP LANG UND NIKI HOFMANOVA OUT IM ACHTELFINALE

Mit Philip Lang (Bild) und Niki Hofmanova verabschieden sich Österreichs beste Nachwuchsspieler aus dem Wimbledon-Turnier - beide kamen bis ins Achtelfinale.

Ein klares Out, an dem man ansetzen kann
Ein frühes Break beendete Philip Langs Viertelfinalträume. Österreichs bester Nachwuchsspieler unterlag im Achtelfinale dem als Nummer 6 gesetzten Brasilianer Henrique Cunha glatt mir 2/6, 2/6. Trotz dieses deutlichen Resultats gab es auch einige Lichtblicke: ÖTV-Coach Walter Grobbauer sah von der Tribüne "einen Philip Lang gesehen, der großartig gespielt hat. Und dann habe ich einen Philip Lang gesehen, der nie seinen Rythmus gefunden hat und bei dem man gesehen hat, was ihm alles noch fehlt. Sein Gegner hat sein Tempo mitgehen können und hat ganz einfach solider gespielt. Natürlich war Philip durch die Matche in der Qualifikation schon müde, es gibt aber keine Entschuldigungen. Der Gegner war an dem Tag einfach besser." Was lernt man aus Erfahrungen wie diesen? Grobbauer: "Er hat das Potential, dass er ganz vorne mitspielen kann, und an dem muss man weiterhin ansetzen. Im Kopf müssen wir bei ihm noch arbeiten und ihn körperlich so weit bringen, dass er auf diesem Level konstant spielen kann." Ebenfalls im Achtelfinale ausgeschieden ist im Mädchenbewerb Niki Hofmanova: Die Burgenländerin unterlag der Qualifikantin Naomi Broady (GBR) überraschend mit 6/7, 2/6.

"Der Bursche ist gefährlich"
Vor zwei Wochen war Philip Lang nach Wimbledon gereist, und schon nach dieser kurzen Phase in einem neuen Land hat der 17-jährige Wiener neue Kumpel gefunden. "Nach seiner Zweitrundenpartie", grinst ÖTV-Coach Walter Grobbauer, "hat man das Gefühl, er hat sich mit dem Rasen und dem ganzen Drumherum bereits angefreundet." Gegen den als Nummer 11 gesetzten Russen Alexei Grigorov benötigte Lang vor den Augen von ÖTV-Sportdirektor Gilli Schaller bloß 66 Minuten, um mit 6/3, 6/4 in die dritte Runde einzuziehen. Das Erfolgsgeheimnis in diesem Match lauerte an der Grundlinie: "Er hat mit der Vorhand sehr viel Druck gemacht, damit seinen Gegner in Bedrängnis gebracht und hat in entscheidenden Situationen sehr gut serviert" (Grobbauer). Sein Gegner in der dritten Runde ist der starke, als Nummer 6 gesetzte Brasilianer Henrique Cunha. Ein Problem? Grobbauer: "Mit so einer Partie wie der gegen Grigorov im Rücken braucht er vor niemandem Angst haben. Der Bursche ist gefährlich." Auch Niki Hofmanova, in Wimbledon als Nummer 12 gesetzt, ließ in ihrem Zweitrundenmatch gegen die Italienerin Martina Trevisan "nichts anbrennen und hat ihr Match sehr solide zu Ende gespielt, ohne irgendwann in Gefahr zu geraten" (Grobbauer). Das Resulat: 6/2, 6/2.

Ein Wiener in Wimbledon
"Er ist mit großen Augen und weichen Knien über das Wimbledon-Areal gegangen", schmunzelt ÖTV-Coach Walter Grobbauer über Philip Langs Premiere beim bedeutendsten Turnier des Jahres. "Er war über die Maßen beeindruckt und hat ehrfürchtig den heiligen Rasen betreten." Die Nervosität des für den NÖTV spielenden 17-jährigen Wiener Nachwuchstalents ist sogar soweit gegangen, dass er vor seinem Erstrundenmatch gegen Neil Pauffley den Oberschiedsrichter fragte, ob es denn in Ordnung sei, wenn er sich Getränke aus der Kühlbox nimmt. Auch im Match gegen den Lokalmatador benötigte er einige Zeit, ehe die Spiellust die wackeligen Knie besiegte. "Er hat im zweiten Satz bereits mit einem Doppelbreak geführt", so Grobbauer, "ist dann ein bißchen shaky (zittrig; Anm.) geworden, hat sich aber weiterhin absolut super präsentiert und das Match souverän nach Hause gespielt." Das Resultat: 6/3, 6/4. "Das war ein Match, bei dem man gemerkt hat, dass die Arbeit mit seinem Coach Alexander Pfann Früchte trägt. Ich bin zwar der Trainer vor Ort und kann ihn motivieren, die Alltagsarbeit leistet aber Alex in der Südstadt." Noch cooler als Lang erledigte Niki Hofmanova im Mädchenbewerb ihren "Job": Für ihr 6/1, 6/1 gegen Gabriela Dabrowski (CAN) benötigte die Burgenländerin gerade einmal 47 Minuten.

Philipp Lang im Hauptbewerb
Zwei Österreicher hatten sich beim bedeutendsten Grand Slam-Turnier des Jahres durch die Qualifikation gekämpft, einer - Niki Moser - ist aber schon wieder draußen: Der 18-jährige Wiener unterlag Juan-Carlos Spir mit 4/6, 7/6, 2/6. Ausschlaggebend in dem knapp zwei Stunden dauernden Match waren die Aufschlag- und Nervenstärke des Kolumbianers: Spir servierte 7 Asse (Moser: 3) und konnte sieben seiner elf Breakchancen (= 64%) nutzen, Moser hingegen nur 57%. Auch die Statistik der gewonnenen Punkte spricht eine klare Sprache - Spir: 101, Moser: 86. Als letzter Österreicher ist damit Philipp Lang im Bewerb. In der ersten Runde trifft er auf den Briten Neil Pauffley. Im Mädchenbewerb kämpft Niki Hofmanova gegen die Kanadierin Gabriela Dabrowski um den Einzug in die zweite Runde.

wowo

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