Zum Inhalt springen

WIEN: ÖSTERREICHISCHE 18u-MEISTERSCHAFTEN - DIE NEUEN MEISTER: PETER NAGOVNAK UND JULIA SCHILLER

Auf der Anlage des UTC La Ville wurden heute die neuen 18u-Meister ermittelt. Im Burschenfinale besiegte Peter Nagovnak Matthias Hirschmann mit 7:6, 7:6, Karoline Kurz unterlag Julia Schiller mit 6:7, 4:6.



"Ein Traumfinale"
(1.12.2010)
Im Vorjahr waren es Patrick Ofner und Barbara Haas, deren Namen in die Siegerliste der Österreichischen 18u-Hallenmeisterschaften eingetragen wurden. Ihre Nachfolger stehen seit heute fest: Peter Nagovnak besiegte "in einem Traumfinale, wie man es sich nicht besser wünschen kann" (Turnierdirektor Robert Heiss) Matthias Hirschmann mit 7:6, 7:6. Im zweiten Satz hatte Hirschmann im Tiebreak zwar einen Satzball, Nagovnak konterte allerdings erfolgreich. "Eine Partie wie sie ausgeglichener nicht hätte sein können. Der Glücklichere hat heute gewonnen." Im Mädchenfinale benötigte Julia Schiller ebenfalls "nur" zwei Sätze, um mit 7:6, 6:4 Karoline Kurz' Traum vom dritten Meisterschaftstitel 2010 zu zerstören. In Satz zwei lag Kurz bereits mit 4:1 in Führung, "hat das Match aber doch noch aus der Hand gegeben" (Heiss).

Glatte Geschichte

(1.12.2010)
Hätte Karoline Kurz ein Tagebuch, könnte sie am Ende des Jahres bilanzieren: "2010 ist es mir bei den Österreichischen Meisterschaften ziemlich gut gegangen." Nach den 14u-Hallenmeisterschaften im Jänner in Wien hatte sie sich nämlich im Mai in Dornbirn auch den Titel bei den 14u-Freiluftmeisterschaften geholt. Damit nicht genug, steht die Tochter des burgenländischen Verbandspräsidenten jetzt auch im Finale der 18u-Hallenmeisterschaften. Leicht wurde es ihr dabei von ihrer Semifinalgegnerin, der an Nummer 2 gesetzten Niederösterreicherin Pia König, allerdings nicht gerade gemacht: Kurz, "die sehr gut gespielt hat" (Turnierdirektor Robert Heiss), musste über die volle Distanz gehen, ehe sie mit 3:6, 6:4, 6:2 als Siegerin vom Platz gehen konnte. Etwas ausgeruhter kann Julia Schiller (VTV/5-8) in das Finale heute um 13:00 Uhr Uhr gehen: Mit 6:1, 6:3 zerstörte sie ziemlich klar die Titelträume von Denise Scheiflinger (KTV/5-8). "Das war eine glatte Geschichte", so Heiss. "Dieses Match war ziemlich rasch vorbei. Schiller war in diesem Match in allen Belangen überlegen." Als kleinen Trost, "da beide über ihre Einzelniederlagen sehr enttäuscht waren" (Heiss), sicherten sich König/Scheiflinger den Doppeltitel.

Fehlerhaft zum Sieg
Im Burschenfinale wird Peter Nagovnak (WTV) ebenfalls um 13:00 Uhr heute auf Matthias Hirschmann (STTV/5-8) treffen. In einer hautengen und ausgeglichenen Partie "auf gutem Niveau" (Heiss) hatte Hirschmann im Semifinale Christian Trubrig (WTV) mit 4:6, 6:4, 7:6(5) besiegt. "Der Glücklichere hat gewonnen." Weniger umkämpft war das zweite Semifinale zwischen Peter Nagovnak und Udo Dietrich (NÖTV). Nagovnak siegte mit 7:6(4), 6:0. "Im ersten Satz", so Heiss, "war das ein Match, in dem Nagovnak aggressiv, aber ziemlich fehlerhaft gespielt hat und Dietrich gut dagegengehalten hat." Der Knackpunkt kam dann beim Stand von 6:4 für Nagovnak im Tiebreak. Heiss: "Es hat da ein paar Diskussionen gegeben, da die Zuschauer gesagt haben, dass sie sich beim Stand von 6:4 für Nagovnak verzählt haben. Es ist interveniert worden, Dietrich hat den Satzverlust dann aber doch akzeptiert. Zu Beginn des zweiten Satzes hat er gleich ein Break bekommen und ist daran zerbrochen, da er zu sehr nachgedacht hat. Nagovnak hat weniger Fehler gemacht und das Match erwartungsgemäß nach Hause gespielt." Bei einem Sieg im Einzel könnten diese Meisterschaften für Nagovnak zum vollen Erfolg werden: Mit Lorenz Fink an seiner Seite holte er sich nämlich auch den Doppeltitel.

Vom Court direkt ins Bett

(30.11.2010)
Wär's nach dem Papier gegangen, hätte das Mädchen-Finale bei den Österreichischen Meisterschaften (18u) Patricia Haas (Nummer 1) gegen  Pia König (Nummer 2) lauten müssen. Seit dem Viertelfinale steht allerdings fest, dass Patricia Haas (NÖTV) 2010 den Titel nicht in der Familie - 2009 hatte Barbara Haas gewonnen - halten kann. Im Match gegen Denise Scheiflinger (KTV/5-8) musste sie beim Stand von 6:7, 6:2, 1:5 das Match vorzeitig beenden. "Sie hat schon die ganze Woche eine Krankheit mit sich herumgeschleppt", bedauert Turnierdirektor Robert Heiss das Ausscheiden seiner Nummer 1. "Sie hat's zwar versucht, letztendlich sind ihr aber die Kräfte ausgegangen." Dazu Mutter Martina Haas: "Sie hat geglaubt, es würde gehen. Leider hat sie sich überschätzt und liegt jetzt mit 39 Grad Fieber und einer eitrigen Angina in Bett." Scheiflinger, die sich von dem Handicap ihrer Gegnerin nicht aus dem Konzept bringen ließ, trifft heute ab 15:30 Uhr in ihrer Halbfinalpartie auf Julia Schiller (VTV/5-8), die im Verlauf der bisherigen Meisterschaft - ebenso wie das zweite Halbfinal-Duo Karoline Kurz und Pia König - keinen Satz abgeben musste.

Letzter Mohikaner
Im Burschenbewerb scheint sich Matthias Hirschmann (STTV/5-8) in seiner Rolle als "letzter Mohikaner" Tag für Tag wohler zu fühlen: Nachdem er im Viertelfinale Gerrit Lebeda (VTV) mit 6:4, 3:6, 6:3 erfolgreich niedergekämpft hat, steht er nun als einziger gesetzter Spieler in der Runde der letzten vier. Ab 16:00 Uhr trifft er auf Christian Trubrig (WTV), der mit Ambros Morbitzer (STTV) bei seinem 6:0, 6:3-Sieg nur wenig Probleme hatte. Für Trubrig geht es bei diesen Hallen-Meisterschaften um einiges, nämlich um seine "falsche" Titelverteidigung: Im Sommer hatte er im Finale der Freiluft-Meisterschaften Patrick Ofner mit 2:6, 6:2, 6:3 besiegt und sich damit den Titel geholt. Der Gegner für Hirschmann oder Trubrig wird im oberen Teil des Rasters zwischen Peter Nagovnak (WTV) und Udo Dietrich (NÖTV/ÖTV 215) ermittelt, wobei der für den UTC La Ville spielende Nagovnak (ÖTV 54) nicht nur mit dem Vorteil des besseren Rankings, sondern auch mit dem des Heimvorteils ins Rennen geht. Bereits vor Beginn der Halbfinale zieht "Hausherr" Raimund Stefanits (UTC La Ville-Geschäftsführer; Anm.) eine kritische Meisterschafts-Bilanz: "Insgesamt ist das Niveau nicht allzuhoch. Die einzigen, die bisher wirklich herausgestochen haben, sind Christrian Trubrig, der ein sehr modernes und aggressives Tennis spielt und Karoline Kurz, für die als 14-Jährige der Einzug ins Semifinale einer 18u-Meisterschaft eine Top-Leistung ist."

Allein auf weiter Flur

(29.11.2010)
Zwei Spieltage der Österreichischen Meisterschaften (18u), wie sie für die beiden Geschlechter nicht unterschiedlicher hätten laufen können: Während bei den Burschen der Raster durch ein regelrechtes "Gesetztensterben" ausgelüftet wurde, setzten sich bei den Mädchen die Favoritinnen bisher souverän durch. Im Detail: Mit Matthias Hirschmann (STTV/5-8) gelang bloß einem einzigen aus der Gesetztenliste der Sprung ins Viertelfinale. Der 18-jährige Spieler vom TV Gratkorn setzte sich in seinem Auftaktmatch über Patrik Erber (NÖTV) mit 6:4, 6:3 hinweg, im Achtelfinale konnte er von Patrick Wiesmüller (WTV) nicht gestoppt werden - 6:2, 6:3. Die größte Überraschung gelang allerdings Jason Peter Platzer (KTV), der gleich in Runde 1 den topgesetzten Oberösterreicher Johannes Mühlberger mit 7:5, 6:3 eliminierte. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten im Achtelfinale gegen Rafael Lughammer (WTV) - 2:6, 6:3, 6:4 - steht Platzer ebenso im Viertelfinale wie auch die ebenfalls ungesetzten Udo Dietrich (NÖTV), David Johansson (TTV), Gerrit Lebeda (VTV), Ambros Morbitzer (STTV), Peter Nagovnak (WTV) und Christian Trubrig (WTV), der sich im Achtelfinale mit 6:3, 6:2 über den an Nummer 2 gesetzten VTV'ler Alexander Grabher hinwegsetzte.

Favoritinnen in Form
Gelang sieben "Ungesetzten" bei den Burschen der Sprung ins Viertelfinale, ist die Quote bei den Mädchen wesentlich geringer: Mit Anna-Sophie Schwaiger (STV), Karoline Kurz (BTV) und Lisa Rückenbaum (KTV) konnte sich bloß dieses Trio im Rennen um den Titel halten, wobei v. a. Kurz einen etwas glücklichen Auftakt hatte: Denise Maxl (WTV/3/4) musste in Runde 1 beim Stand von 4:1 für Kurz w.o. geben. Ohne allzu große Probleme absolvierten die beiden topgesetzten Mädels Patricia Haas (NÖTV/1) und Pia König (NÖTV/2) ihre ersten beiden Partien: Haas spielte sich zum Auftakt mit einem 6:0, 6:2 gegen Lean Reichel (WTV) "warm", um dann im Achtelfinale auch der nächsten Wienerin, Anna Dopler, keine Chance auf den Sieg zu lassen - 6:2, 6:3. In der unteren Rasterhälfte setzte sich Pia König zuerst über Adrienne Bofinger (STV) und dann im Achtelfinale über Jaqueline Zagler (WTV) hinweg. Die weiteren Viertelfinalistinnen: Denise Scheiflinger (KTV/5-8), Julia Grabher (VTV/3/4), Julia Schiller (VTV/5-8).

Die Nummer 1: Patricia Haas

(26.11.2010)
Im Vorjahr hat's die "kleine" Schwester vorgemacht, heuer könnte die "große" nachziehen: Ohne Satzverlust war 2009 bei den Österreichischen Meisterschaften (18u) Barbara Haas bis ins Finale vorgedrungen und lieferte sich dort mit Yvonne Neuwirth einen harten Kampf, ehe sie mit 6:2, 2:6, 6:3 ihren ersten 18u-Titel "einfahren" konnte. 2010 ist Patricia Haas vom UTC Volksbank Waidhofen/Ybbs an Nummer 1 gesetzt und trifft auf der Anlage des UTC La Ville in Wien zum Auftakt auf eine Qualifikantin. Auch heuer könnte das Endspiel wieder Haas gegen Neuwirth lauten, da in der unteren Rasterhälfte Yvonne Neuwirth erneut vertreten ist. Ihre Erstrunden-Gegnerin: Jacqueline Böhm. Die weiteren Anwärterinnen auf den Titel, zumindest auf dem Papier: Pia König, Denise Maxl, Nadine Mathis, Julia Schiller, Julia Grabher, Denise Scheiflinger.

Die Nummer 1: Johannes Mühlberger
Im Burschenbewerb wird es zu keiner erfolgreichen Titelverteidigung kommen, da Vorjahressieger Patrick Ofner bereits in Amerika weilt, um kommende Woche das Kat. 1-Turnier Eddie Herr International Junior Championships in Bradenton zu spielen. In seine Fußstapfen könnte Johannes Mühlberger, 2009 bei den Meisterschaften bereits in Runde 1 ausgeschieden, treten. Der 16-jährige OÖTV`ler (Union Stein&Co Mauthausen) bekommt es zum Auftakt mit einem Qualifikanten zu tun. Sein Pendant in der unteren Rasterhälfte ist der an Nummer 2 gesetzte Vorarlberger Alexander Grabher, dem in Runde 1 Florian Hafner vom Colony Comp. Club gegenüber stehen wird. Die weiteren Anwärter auf den Titel, zumindest auf dem Papier: Linus Erhart, Mattäus Nguyen, Lorenz Fink, Christoph Lang, Matthias Hirschmann, Rudolf Kurz.


Top Themen der Redaktion

ATP

"Es war ein Vergnügen - auch wenn ich verloren habe"

Dominic Thiem unterlag bei den ATP-Finals in London zum zweiten Mal in Folge im Endspiel. Der Niederösterreicher musste sich dem Russen Daniil Medvedev, der mit Fortdauer der Partie nimmer stärker wurde, in drei Sätzen geschlagen geben.

Wochenvorschau

23. - 29. November 2020

Kalenderwoche 48: Wer? Wann? Wo?

Talent Filip Misolic hat sich in Bratislava für die Qualifikation eingetragen.

ATP

Eine legendäre Leistung, die unbelohnt blieb

Nach tollen Partien bei den ATP-Finals in London mussten sich Jürgen Melzer und Partner Roger-Vasselin im Champions-Tiebreak des Endspiels dem Duo Koolhof/Mektic mit 5:10 beugen. Für Melzer war es das letzte Match auf ATP-Ebene.