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WIEN / "ERSTE BANK OPEN": WIRD WIEN ZUM WENDEPUNKT FÜR JÜRGEN MELZER? "WERDE ALLES VERSUCHEN!"

Am Mittwoch greifen beim Erste Bank Open sowohl der Superstar des Turniers als auch der Lokalmatador erstmals ins Turniergeschehen ein, wobei die Nummer eins, Juan Martin Del Potro, mit einem Qualifikanten die leichtere Aufgabe vorfindet als der zweimalige Wien-Sieger Jürgen Melzer (Bild), der gegen den gefährlichen Außenseiter Gilles Muller aus Luxemburg ran muss. Zu Ende gegangen ist hingegen das Wien-Turnier bereits für Andreas Haider-Maurer: Österreichs Nummer 2 unterlag dem kanadischen Qualifikanten Vasek Pospisil mit 6:3, 6:7(3), 1:6.




17. Oktober 2012

MELZER AM MITTWOCH. Am Mittwoch beginnt beim Erste Bank Open der große Countdown. Sowohl der Superstar des Turniers als auch der Lokalmatador greifen erstmals ein, wobei die Nummer eins, Juan Martin Del Potro, mit einem Qualifikanten die leichtere Aufgabe vorfindet als der zweimalige Wien-Sieger Jürgen Melzer, der gegen den gefährlichen Außenseiter Gilles Muller aus Luxemburg ran muss. Eingeleitet wird dieser Aufmarsch der Stars von der österreichischen Nachwuchshoffnung Dominic Thiem, der auf die Nummer 51 der Weltrangliste trifft. Geplant ist diese Partie für 15:00 Uhr, danach trifft Melzer nicht vor 18:30 Uhr auf Muller, gegen den Melzer eine 2:0-Gesamtbilanz aufweist. Melzers Siege über Muller datieren aus dem Jahr 2005 (St. Pölten) und 2006 (Hertogenbosch). Auf den Sieger aus Dominic Thiem vs. Lukas Lacko  wartet der sensationelle Australier Marinko Matosevic, der Montagabend die Nummer 6 des Turnier, den zweimaligen Kitzbühel-Sieger Robin Haase aus dem Bewerb geworfen hat.

"WERDE ALLES TUN". Für Melzer könnte Wien zu einem Wendepunkt in diesem Jahr werden. „Die Highlights der Saison sind rasch aufgezählt: Daviscup gegen Russland mit zwei Einzelsiegen und Turniersieg in Memphis. Für die Misserfolge braucht man länger.“ Jürgen Melzer zieht absolut unzufrieden Saison-Bilanz, gibt sich vor seinem Heimturnier aber locker und zuversichtlich und verspricht: „Ich werde alles tun, um dem Publikum der Erste Bank Open in der Stadthalle einen anderen Melzer zu präsentierten als den, der in der Jahresbilanz aufscheint." Aus dem Teufelskreis, der ihn seit dem Turniersieg in Memphis gefangen gehalten hatte, ist er in Peking ausgebrochen und hat in Peking erstmals wieder zwei Matches hintereinander gewonnen, gegen den Spanier Andujar und den Ukrainer Dolgopolov: „Da spürte ich, dass mein Spiel wieder zu greifen begann.“Davor hat die einstige Nummer 8 der Welt  viele Tiefschläge hinnehmen müssen. Mit einer Viruserkrankung in Indian Wells über eine Bänderverletzung im Knöchel sowie eine Hüftverletzung ging das Vertrauen in den eigenen Körper verloren. Und damit auch der Glaube an die Stärke seines Spiels.

"SOVIELE MATCHES WIE MÖGLICH". Ohne Eigenverschulden geriet er in die Krise, die dann auch noch durch negative Stimmen von außen verstärkt wurde, etwa beim Ausscheiden bei den Olympischen Spielen gegen Marin Cilic oder gar nach der Erstrunden-Niederlage bei den US Open gegen die Nummer 489 der Welt, den amerikanischen Qualifikanten Bradley Klahn. Der Trainerwechsel von Joakim Nyström zu dem Duo Reyes / Cahill brachte noch nicht den gewünschten Umschwung: „Ich habe andere Ansichten und Methoden kennen gelernt. Das Krafttraining von Reyes hat meinen Körper wieder hergerichtet. Cahill ist nicht der Nachfolger von Nyström  - das ist Jan Velthuis - aber er gibt Tipps und setzt Impulse. Was es bringt, wird man erst in einiger Zeit sehen.“ Melzers Marschroute für den Rest der Saison lautet: „So viele Matches wie möglich gewinnen und so viele Punkte wie nur irgendwie geht sammeln, um das Ranking zu verbessern  und mein Selbstvertrauen zurückzugewinnen." Reste davon sind geblieben, wenn Melzer sagt: „Ich habe es nicht verlernt und der Turniersieg in Memphis liegt auch nicht so lange zurück. Ich muss nur einmal wieder einige Matches  hintereinander  gewinnen, um wieder auf diesem Niveau zu spielen."

MELZER / PEYA GEWINNEN, AHM VERLIERT. Für sein Erstrundenspiel am Mittwoch hat sich Melzer im Doppel am Dienstagabend bereits erfolgreich eingeschlagen. Das als Nummer eins gesetzte Doppel Melzer / Peya schlug Kohlmann / Norman mit 7:6 (3) und 6:4. In der zweiten Runde treffen die Österreicher jetzt auf den Sieger aus Tipsarevic / Waske (SERB/GER) gegen Ebden / Matosevic (AUS). Weniger Glück hatte Österreichs Nummer 2 in Runde 1: Andreas Haider-Maurer unterlag dem kanadischen Qualifikanten Vasek Pospisil mit 6:3, 6:7(3), 1:6. Dabei lebte nur im ersten Satz die glanzvolle Vergangenheit von 2010 auf, als Haider Maurer im Finale sogar Jürgen Melzer gefährdet hatte. Da funktionierte das Service stark und sicher, kam die Vorhand cross und wuchtig, mengte sich auch Spielintelligenz vor allem mit Stoppbällen dazwischen. Im zweiten Satz verschob sich das Bild. War zuerst Haider der sicherere und initiativere Spieler, so vertauschten sich scheinbar grundlos die Rollen. Haider-Maurer musste um seine Aufschlagspiele kämpfen und war fehlerhafter. Er konnte mit dem Kanadier gerade noch bis ins Tiebreak mithalten. Dort begann dann die letztlich klare Niederlage. Er verlor das Tiebreak 3:7 und Pospisil lief im dritten Satz einfach davon. Er führte schnell 4:0 und ging nach 2 Stunden und 6 Minuten als 6:1-Sieger vom Platz. (Quelle: Presseaussendung)

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