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WIEN / "ERSTE BANK OPEN": DOMINIC THIEM ÜBERRASCHT, JÜRGEN MELZER SCHEITERT!

Für Dominic Thiem (Bild) ist die Wiener Stadthalle weiterhin ein guter Boden. Das 19-Jährige Talent, das nur dank einer Wildcard ins Hauptfeld kam, besiegte Lukas Lacko, immerhin Nummer 51 der Weltrangliste, mit 7:6 6:3. Im Vorjahr hatte Thiem in der Stadthalle nach einem Sieg über Altmeister Thomas Muster das Achtelfinale erreicht und die Karriere der Tennislegende beendet. Weniger Glück hatte Jürgen Melzer: Der zweifache Wien-Sieger musste sich Gilles Muller hauchdünn 3:6, 6:3, 6:7 geschlagen geben.




17. Oktober 2012

THIEM GEWINNT.
Der 19-jährige Niederösterreicher Dominic Thiem überzeugte am Mittwoch alle in der Wiener Stadthalle und an den Fernsehschirmen von seinem außerordentlichen Talent und kam mit einem 7:6 und 6:3-Erfolg über die Nummer 51 der Welt, den Slowaken Lukas Lacko, beim Publikum an, was sich in Standing Ovations am Ende ausdrückte. Dominic Thiem bot in diesem Match vom ersten Ballwechsel an eine reife Leistung, spielte selbstsicher wie ein Etablierter und gab in keiner Phase des Spieles nach. Das ergab schließlich seinen bisher größten Erfolg, der in seiner Entwicklung, wie er selbst sagte, sehr weiterhilft. Im ersten Satz gelang gleich zu Beginn ein Break, das der Schützling von Günter Bresnik bis zum 5:4 hielt, ehe er 5:6 erstmals ins Hintertreffen geriet, trotzdem ein starkes Game zum 6:6 spielte, und was noch wichtiger war, ein Tiebreak wie ein Vollprofi 7:3 gewann. Trotz engem Spielverlaufs behielt Thiem das Kommando und schlug phasenweise unglaubliche Bälle. Vorhand und Aufschlag funktionierten bestens und mit der überrissenen Rückhand unterstrich er seine Fortschritte. Er machte mehr Punkte als Fehler, nützte vier Break-Chancen zu zwei Breaks, während sein Gegner aus zehn Chancen nur ein Break zustande brachte. Eigentlich war Thiem in diesem Match durch nichts zu irritieren, weder durch unnötiges Bemühen des Hawkeyes, noch durch versuchtes Zurückschalten seines Gegners um Fehler von Thiem zu provozieren. Der überglückliche Thiem empfand die Begegnung mit Lacko als einfacher als im Vorjahr die Verabschiedung von Thomas Muster: „Das war damals wohl das Schwierigste und es konnte nur leichter werden." Thiem trifft nun in der zweiten Runde auf den Australier Marinko Matosevic, den er nur vom Fernsehen her kennt, auf den ihn aber sein Coach Günther Bresnik bestimmt genauestens aufklären wird. Thiem erwartet ihn in der Spielstärke von Lacko.

MELZER VERLIERT. Es gab keinen Wien-Effekt für den zweimaligen Gewinner in der Stadthalle Jürgen Melzer. In seinem Auftaktspiel bei den Erste Bank Open unterlag er in der ersten Runde der Nummer 81 der Welt, dem Luxemburger Gilles Muller mit 3:6, 6:3 und 6:7. Es war ein Match, das den schwachen Verlauf der Saison von Jürgen Melzer widerspiegelte. „Am Ende entschieden nur ein paar Punkte und seine riskanten Returns im Tiebreak“, meinte danach ein sichtlich niedergeschlagener Jürgen Melzer. Dreizehn war jedenfalls nicht die Glückszahl der ehemaligen Nummer 8 der Welt. Der Start des Erstrundenmatches verunglückte, Melzer war schnell 0:3 im Rückstand, kam zwar noch einmal auf 3:3 heran, verlor aber seinen Aufschlag zum 3:5, ehe Muller ausservierte. Im zweiten Satz schien Melzer, vor allem nach dem Break zum 3:1, zu stabiler Leistung zurückzukehren. Er gewann diesen Satz 6:3, aber es war nicht die entscheidende Umkehr. Die große Chance hatte Melzer mit dem einzigen Breakball im dritten Satz bei 4:4, wobei er die Break-Chance in der längsten Rallye erkämpft hatte. Die Entscheidung musste schließlich im Tiebreak fallen, in dem Muller auf 3:0 davonzog, Melzer mit einem akrobatischen Rückhand-Schlag noch einmal zurückkam. Der Luxemburger ließ sich aber nicht irritieren und gewann schließlich als der stabilere Mann das Tiebreak 7:4. Er trifft jetzt auf den Sieger aus Vasek Pospisil und Paolo Lorenzi. Trotz der riesigen Enttäuschung wirkte Melzer bei der Pressekonferenz wieder gefasst und meinte: „Das war ein Match, das man auch hätte gewinnen können, aber es war die Fortsetzung einer Serie dieser Saison. Ich muss weitermachen und vielleicht schon in Valencia oder Paris die Kehrtwende erzwingen.“

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