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WIEN: BANK AUSTRIA TENNIS TROPHY - SENSATIONSMANN ANDREAS HAIDER-MAURER IM WORD-RAP

Ein ehemaliger "Südstädter" auf dem Gipfel seiner Karriere: Bank Austria TennisTrophy Wien-Finalist Andreas Haider-Maurer (Bild) über den Aufschwung, den Tennis derzeit in Österreich nimmt, seinen Schlafmangel und den Traum, den er trotzdem noch nicht austräumen will. Plus: "AHM´s" Biografie.


"Einzigartig, was hier abgeht"
(31.10.2010)


BA TennisTrophy 2010:
Ich bin sprachlos. Ich kann es noch nicht realisieren, dass ich im Finale von Wien stehe. Ich habe mich schon in den letzten drei Tagen vom Publikum treiben lassen. Der verlorene zweite Satz (Semifinale gegen Michael Berrer; Anm.) war schon sehr bitter für mich. Mit so vielen Leuten im Rücken ist es aber viel leichter zu spielen.

Finale gegen Jürgen Melzer: Jürgen ist der klare Favorit und ich kann als Außenseiter locker drauflosspielen. Ich will das Spiel mit dem Aufschlag aufbauen und auf meine Chancen warten. Ich werde das Match einfach genießen. Wer weiß, der Traum ist noch nicht zu Ende und vielleicht reicht es ja sogar für den Titel.

Schlafmangel: Für mich ist das einzigartig was hier abgeht, ich komme nur zu vier, fünf Stunden Schlaf. Dass ich hier täglich vor so vielen Zuschauern spiele, geht mir nicht aus dem Kopf.

Leistungszentrum Südstadt (2003 - 2008): Vor allem im Winter hab ich vom dortigen Umfeld enorm profitiert: Knowle, Melzer und Koubek trainieren hier - und das sind natürlich super Trainingspartner, von denen man viel lernen kann. Das ist glaube ich das Wichtigste, dass mit einem Trainingspartner viel weitergeht. Sie haben einfach eine super Erfahrung, da sie schon die ganzen großen Turniere gespielt haben. Wenn man mit solchen Leuten spielt, kann man sich einfach viel abschauen. Vom Spielerischen sowieso, aber auch von der Einstellung. Wenn man mit solchen Leuten spielt, muss man jede Minute sein Bestes geben und das bringt einen einfach weiter. Wenn man zwei Stunden trainiert und es vergeht keine Minute, in der man irgendwie nachlassen darf.

Leistungssteigerung: Das hat viel damit zu tun, dass mir mein Trainer Karel (Van Wyk; Anm.) seit 1. August auf Full-time-Basis zur Verfügung steht, wir viel am Aufschlag gearbeitet haben. Vor allem aber hab ich einfach ein Umfeld um mich herum, das mich fast zum Erfolg führt – von meiner ganzen Familie über meinen Fitness-Betreuer Christian Kohl. Besonders meine Freundin Iris ist für mich wahnsinnig wichtig. Es gibt einem so viel Halt, wenn jemand hundert Prozent hinter einem steht, auch wenn’s mal nicht läuft. So wie mein Bruder, der für mich eine so große Stütze ist, mich auch schon bei Turnieren betreut hat. Ich hab ihm sehr viel zu verdanken. Auch Bernd Haberleitner, der seit sieben oder acht Jahren hinter mir steht als Manager und das nötige Geld aufstellt.

Karel Van Wyk: Ich arbeite schon seit Jänner 2009 mit ihm zusammen, aber erst seit August ist er mein fixer Touring-Coach, der mich nun das ganze Jahr über als Betreuer zu allen Turnieren begleitet. Das ist natürlich optimal. Er sieht viele Dinge sehr früh und kann mir am Platz viel helfen. Auch seine Matchanalysen sind sehr gut. Außerhalb des Platzes ist er sehr entspannt, was sehr beruhigend ist. Ich kann richtig gut mit ihm zusammenarbeiten.

Duell mit Thomas Muster:
Unglaublich, was sich da abgespielt hat. Das sind Sachen, die dem Tennis zu einem Aufschwung verhelfen können. Das hat sein Ziel sicher nicht verfehlt, wenn schon bei einem Erstrunden-Match rund 8.700 Leute in die Wiener Stadthalle kommen, jeder von Tom und dem Tennissport redet. Das Standing vom Tennis in Österreich wurde und wird derzeit vor allem durch Jürgen sehr stark vorangetrieben, aber dieses Comeback hilft auch, das wird von den Medien extrem aufgepusht.

Verletzungspech 2009: Im Vorjahr habe ich mir ein Band in der Fußsohle eingerissen und war knapp fünf Monate weg vom Schuss. Und zu Beginn dieses Jahres habe ich mir selbst zu viel Druck gemacht und einfach schlecht gespielt. Aber ich fühle mich stark und oft kann es sehr schnell gehen.

Karriere: Ich gehe Richtung Top 100, das ist mein nächstes Ziel. Ob ich die Top 100 früher oder später erreiche, ist nicht so wichtig. Auf jeden Fall komme ich immer näher Richtung Weltspitze.

2011: Da möchte ich so zehn Grand Prix spielen. Vielleicht komme ich ja in manche schon durch mein Ranking hinein.

Andreas Haider-Maurer - Biografie

Persönliche Daten
Geburtsdatum: 22.3.1987
Geburtsort: Zwettl
Wohnort: Innsbruck
Homepage: www.haider-maurer.at

Spieler-Daten
Profi seit: 2004
Landesverband: VTV
Tennisverein: UTC Vandans
Trainer: Karel van Wyk, Mag. Christian Kohl (Kondition)
Manager: Bernd Haberleitner

Karriere
in der Südstadt von – bis: 2003 bis 2008

Größte Erfolge in dieser Phase:
2005
AF beim Future in Guayaquil (ECU), AF beim Challenger in Graz, VF beim Future in Kramsach

2006
Sieg beim Future in Ramat Hasharon (ISR), SF beim Future in Sofia (BUL), SF beim Future in Pörtschach, Sieg beim Future in Telfs, Finale beim Future in Havana (CUB)

2007
erstes Finale beim Challenger in Düsseldorf, SF beim Challenger in Graz, Sieg bei den Futures in Telfs und L’Aquilla (ITA)

2008
2 x Sieg beim Future in Ramat Hasharon (ISR), 2 x SF beim Future in Lagos (NIG), Finale beim Future in Pörtschach

Ranking-Entwicklung in dieser Phase (ATP-Weltrangliste):

2003: ---
2004: 1.463
2005: 934
2006: 447
2007: 247
2008: 290

Größte Erfolge nach dieser Phase:
2009
SF beim Challenger in Cancun (MEX), SF beim Future in Mostar (Bos. Herz.), VF beim Challenger in Tampere (FIN), VF beim Future in Bourg-En-Bresse (FRA), Sieg beim Future in Montauban (FRA), SF beim Challenger in Constanta (ROM),  VF beim Challenger in Sofia (BUL), Finale beim Future in Angers (FRA), SF beim Challenger in Sarajewo (Bos. Herz), Sieg beim Future in Abidjan, SF beim Future in Abidjan

2010
erstmals im Finale eines Turniers der ATP-Tour (Wien), erstmals im Hauptbewerb eines Grand Slam-Turniers (out in 1. US Open-Runde gegen Söderling), SF beim Challenger in Kitzbühel, Neapel und Tashkent, SF beim Future in Montauban (FRA), Finale beim Future in Foggia (ITA), Sieg beim Future in Rom (ITA), SF beim Future in Trento (ITA)

Ranking-Entwicklung in dieser Phase (ATP-Weltrangliste):
2009: 196
2010: 157 (Stand: 31.10.2010)

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