US Open: Alles offen für ÖTV-Quintett

ÖTV-Sportdirektor Clemens Trimmel sieht für die fünf Österreicher beim vierten Major-Turnier des Jahres Chancen auf Siege, kennt aber auch die Stärken der Gegner.

Unangenehme, aber nicht unlösbare Aufgaben warten auf die fünf Österreicher in der ersten Hauptrunde der US Open. Die Partien in der Einzel-Vorschau:

Dominic Thiem (ATP 44) - Lukas Lacko (Slowakei, ATP 85)

Zur selben Zeit vor genau einem Jahr war Dominic Thiem noch auf der italienischen Future-Tour aktiv und nicht einmal in der US Open-Qualifikation spielberechtigt, ein Jahr später ist der Lichtenwörther als Nummer 44 der ATP-Rangliste gegen den sechs Jahre älteren Lukas Lacko (ATP 85) Favorit. Der 20-jährige Shooting Star war nach der anstrengenden, wenngleich erfolgreichen Kitzbühel-Woche ausgelaugt, gewann in Toronto und Cincinnati kein Match. ÖTV-Sportdirektor Clemens Trimmel glaubt aber an die Stärke der österreichischen Nummer eins: "Wenn er sich in den letzten zwei, drei Wochen gut erholt hat, ist er klarer Favorit. Lacko spielt sehr flach und ist ein intelligenter Spieler, aber wenn alles nach Plan läuft, gewinnt Dominic." Im Head-to-Head führt Thiem mit 1:0 (Zwei-Satz-Sieg in Wien 2012), bei einem Sieg winkt ein "Stallduell" mit dem ebenfalls von Günter Bresnik betreuten Ernests Gulbis.


Jürgen Melzer (ATP 68) - Marcel Granollers (Spanien, ATP 42)


Nach dem frühen Aus in Winston-Salem wird Jürgen Melzer in New York nicht mehr als Top-100-Spieler antreten. Bei den US Open hat er allerdings keine Punkte zu verteidigen und kann sich somit sofort wieder zurückkämpfen. Voraussetzung ist ein Sieg gegen den Spanier Marcel Granollers. Kein leichtes Los, meint Clemens Trimmel: "Irgendwo hab ich gelesen, das sei eine sehr gute Auslosung. Das finde ich nicht. Granollers ist ein sehr unangenehmer Gegner, sehr tough, ausdauernd und ein Fighter. Jürgen hat schon länger kein Spiel mehr gewonnen und muss schauen, dass er wieder reinkommt." Findet Melzer seinen Rhythmus, hat er aber gute Chancen, weiß der ÖTV-Sportdirektor. "Granollers ist keiner, der irgendeinen Gegner wegschießt. Es könnte eine langwierige Angelegenheit werden." Der Deutsch-Wagramer hat beide bisherigen Duelle gegen Granollers ohne Satzverlust für sich entschieden, zuletzt 2013 auf Hartplatz in Miami.


Andreas Haider-Maurer (ATP 111) - Roberto Bautista Agut (Spanien, ATP 19)


Das schwierigste Los von allen Österreichern in Flushing Meadows hat Andi Haider-Maurer mit Roberto Bautista Agut gezogen. Der Spanier hat sich von Platz 73 zu Beginn des Jahres bis in die Top 20 vorgekämpft. Clemens Trimmel: "Bautista Agut ist für mich einer der Aufsteiger der letzten ein, zwei Jahre. Er bewegt sich super, retourniert gut und ist auf Sand wie auch auf Hardcourt gefährlich." Letzteres beweisen Siege in dieser Saison über Juan Martin del Potro (Australien Open) oder Jerzy Janowicz (Miami). Ein Sieg Haider-Maurers wäre eine Überraschung, genau so eine war dem dem Waldviertler aber bei den US Open des Vorjahres gelungen, als er Ernests Gulbis nach einem Fünf-Satz-Krimi aus dem Bewerb warf.

Yvonne Meusburger (WTA 58) - Karolina Pliskova (Tschechien, WTA 41)

Keine leichte Aufgabe für Yvonne Meusburger: Die Vorarlbergerin trifft mit Karolina Pliskova auf eine aufstrebende Spielerin, gegen die sie zudem in diesem Jahr schon verloren hat, nämlich im Mai in Nürnberg in zwei Sätzen, allerdings auf Sand. Für Clemens Trimmel eine Partie mit offenem Ausgang: "Yvonne hat seit Bad Gastein nicht mehr viel gespielt. Auch vom Ranking ist das sehr offen, schwer einzuschätzen. Pliskova ist eine große, gefährliche Spielerin, die sich kontinuierlich nach oben gespielt hat." Für Meusburger spricht die Erfahrung, es ist bereits der zehnte Auftritt bei den US Open.

Patricia Mayr-Achleitner (WTA 85) - Casey Dellacqua (Australien, WTA 30)

Wieder einmal nicht gerade vom Losglück verfolgt wurde Patricia Mayr-Achleitner - wie schon bei den French Open und in Wimbledon trifft die Tirolerin auch bei den US Open wieder auf eine gesetzte Spielerin. Casey Dellacqua ist in New York auf Position 29 gereiht. "Sie hat heuer den Durchbruch geschafft, spielt die beste Saison ihrer Karriere", weiß Clemens Trimmel über die Australierin, die 2014 etwa im Halbfinale von Birmingham, im Viertelfinale von Indian Wells und im Achtelfinale der Australian Open stand. Aber auch Mayr-Achleitner kommt auf den Hardcourts von Flushing Meadows gut zurecht, was sie im Vorjahr mit der erfolgreichen Qualifikation und insgesamt vier Siegen bewies. "Sie ist leichte Außenseiterin, hat aber letztes Jahr hier gut gespielt. Ich traue ihr eine Überraschung zu."

Die erste Hauptrunde der US Open startet am Montag.

Link:
US Open in New York

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