Tsonga-Express überrollt Jürgen Melzer

Nur wenige Chancen hatte Jürgen Melzer (Bild) heute gegen Jo-Wilfried Tsonga und selbst die nutzte der Franzose: Österreichs Nummer 1 musste sich seinem aufschlagstarken Gegenüber mit 2:6, 3:6, 4:6 geschlagen geben. Die letzten im Einzel-Hauptbewerb verbliebenen Österreicher sind damit Andreas Haider-Maurer und Dominic Thiem, der am Donnerstag auf Rafael Nadal trifft.


Spätestens seit dem 18. Oktober 2013 weiß Jo-Wilfried Tsonga ganz genau, was ihn erwartet, sobald er in irgendeinem Raster auf dieser Welt auf einen Spieler mit dem Klammervermerk "(AUT)" trifft: An diesem Tag hatte Dominic Thiem im Viertelfinale des Erste Bank Open nur hauchdünn die Sensation gegen die damalige Nummer 8 der Welt verpasst und sich erst nach 2:14 Stunden mit 4:6, 6:3, 6:7(3) geschlagen gegeben. Mehr als ein halbes Jahr später bekam Jürgen Melzer in der zweiten Runde der French Open die Gelegenheit, den 29-jährigen Franzosen ebenfalls so hart zu fordern, musste sich Tsonga auf dem auf dem Court Philipp Chatrier allerdings auch im vierten Aufeinandertreffen geschlagen geben - 2:6, 3:6, 4:6. "Er ist ein 'shotmaker' und natürlich der Favorit, hat das Publikum hinter sich und ist Semifinalist letztes Jahr", hatte Melzer, French Open-Halbfinalist 2010, vor der Partie prophezeit und sich genau deshalb auf dieses Match enorm gefreut. "Für mich ist es eine großartige Herausforderung, nachdem ich sechs Monate nicht spielen konnte."

Tsonga aufschlagstark, Melzer oft fehlerhaft
Tsongas Favoritenrolle kristallisierte sich heute von Anfang an heraus: Bereits Melzers ersten Aufschlag nahm er Österreichs Nummer 1 zum 2:0 ab. Danach dominierte Tsonga auf tiefem feuchten Untergrund insbesondere mit seinem Aufschlag, ließ Melzer dadurch nur phasenweise ins Spiel finden, nach nur 24 Minuten war der erste Satz vorbei. Danach kam Melzer etwas besser in Schuss, erspielte sich immer wieder gute Chancen, die er aber nicht in ein Break umsetzen konnte. Statt dessen ermöglichte Melzer mit einem fehleranfälligen sechsten Game seinem Gegner das Break zum 4:2-Game. Nach 35 Minuten beendete Tsonga den zweiten Satz mit einem Service-Winner zum 6:3 und setzte im dritten Satz gleich mit dem erstmöglichen Break zum 1:0 nach. Danach wurde der Regen zwar etwas stärker, der Tsonga-Express aber nicht langsamer: Das nächste Break zum 3:0 sorgte für die endgültige Vorentscheidung. Zwar konnte Melzer bei etwas windigeren Bedingungen mit seinem ersten Break zum 2:4 für etwas Ergebniskorrektur, aber nicht für sein Comeback ins Match sorgen. Nach 1:47 Stunden Spielzeit servierte Tsonga zum verdienten Sieg aus. Knapp nach Melzer kam auch für Tamira Paszek das Aus in der zweiten Runde. Die 23-jährige Vorarlbergerin unterlag der Australian Open-Finalistin und Nummer neun des Turniers, Dominika Cibulkova, nach 1:35 Stunden mit 3:6 4:6. Paszek war allerdings etwas gehandicapt, musste sich mehrmals am linken Oberschenkel behandeln lassen. Und auch für Yvonne Meusburger war am Mittwoch in der zweiten Runde der French Open Endstation. Die 30-jährige Vorarlbergerin verlor gegen die an Nummer 19 gesetzte Australierin Samantha Stosur klar in zwei Sätzen mit 1:6, 3:6.


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