ATP

Traurige Gesichter am Staatsfeiertag

Dominic Thiem schied ebenso im Achtelfinale der Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle aus wie Dennis Novak. Oliver Marach hält die rot-weiß-rote Fahne im Doppel hoch.

Körperliche Probleme - Dominic Thiem unterlag Gasquet, der Arzt gab ihm aber grünes Licht für die Teilnahme am Turnier in Paris. ©GEPA-Pictures (3)

Für Dominic Thiem war im Achtelfinale der Erste Bank Open 500 Endstation. Der Weltranglisten-Sechste musste sich am Staatsfeiertag bei dem mit 2,621.850 Euro dotierten ATP-Turnier in der mit 9200 Zuschauern ausverkauften Wiener Stadthalle dem Franzosen Richard Gasquet in 2:22 Stunden mit 6:4, 5:7, 1:6 geschlagen geben. Auch Dennis Novak ist im Achtelfinale ausgeschieden, der Qualifikant lieferte dem Briten Kyle Edmund einen Kampf auf Augenhöhe, ehe der Niederösterreicher nach einem 2:56 Stunden dauernden Tiebreak-Krimi mit 6:7 (2), 7:6 (5), 6:7 (3) das Nachsehen hatte.

Thiem verabsäumte es, nach gutem Beginn und Gewinn des ersten Satzes entscheidend nachzusetzen. Beim Stand von 5:5 im zweiten Durchgang musste Gasquet, der mit Fortdauer der Begegnung immer besser ins Spiel fand, bei eigenem Aufschlag mehrmals über Einstand gehen, holte sich aber die 6:5-Führung. Im darauffolgenden Aufschlagspiel unterliefen Thiem drei Fehler in Folge, die Gasquet den Weg zum Satzausgleich ebneten. Im Schlusssatz hatte Österreichs Nummer eins nichts mehr zuzusetzen.

Körperliche Probleme
Offenbar auch deshalb, weil ihm ein körperliches Problem zu schaffen machte, über das er jedoch in der Pressekonferenz nach dem Match keine näheren Angaben machen wollte: „Es gibt da ein paar körperliche Sachen, die nur ein paar Leute wissen, die sicher nicht ideal sind und die mich ein bisschen belasten. Deshalb ist heute meine Körpersprache auch nicht ideal gewesen, aber nichtsdestotrotz sollte sie nicht so negativ sein“, sagte Thiem, der aufgrund seiner körperlichen Probleme den Start bei dem in der kommenden Woche stattfindenden ATP-Masters-1000-Turnier in Paris absagen wollte. Nach einem Arztbesuch kam am Freitag die Entwarnung:
"Dominic spielt in Paris", bestätigte Trainer Günter Bresnik gegenüber der APA - Austria Presse Agentur. "Der Arzt hat gesagt, das ist überhaupt kein Problem."

Dass er von einer zu hohen Erwartungshaltung in Wien gebremst werde, stellte Thiem in Abrede: „Wien ist halt ein 500er-Turnier und extrem stark besetzt. Selbst wenn ich in Topform gewesen wäre, hätte eine Niederlage passieren können. Der erste Satz war noch in Ordnung, auch als Rückschläger. Ab dem zweiten Satz war ich weit weg von einem Break, habe auch als Aufschläger oft gewackelt. Da ist es dann nur eine Frage der Zeit, bis man das Break kassiert. Bei 5:6 ist es halt passiert. Es hat aber jetzt keine Situation gegeben, wo der Faden gerissen ist“, sagte der Lichtenwörther nach der Niederlage gegen den aktuellen Weltranglisten-32. Gasquet.

Enttäuschung bei Novak
Dennis Novak war dem aktuellen Weltranglisten-63. Kyle Edmund in einem dramatischen Schlagabtausch nicht nur ebenbürtig, sondern im Entscheidungssatz sogar einem Break näher als sein Gegner. Im Tiebreak des dritten Durchgangs unterliefen dem Österreicher jedoch unnötige Fehler, die Edmund eiskalt zur Entscheidung zu seinen Gunsten nützte.

"Natürlich überwiegt jetzt einmal die Enttäuschung. Es war so ein langes Match und so knapp. Leider habe ich im Tiebreak des dritten Satzes ein paar falsche Entscheidungen getroffen, die mich letztlich das Match gekostet haben“, bilanzierte Novak, der sich mit den in Wien eroberten 65 ATP-Punkten in der Weltrangliste von Position 284 auf einen Platz um 215 verbessern wird. Nach den Siegen über die beiden Italiener Andreas Seppi und Thomas Fabbiano, den er sowohl in der Qualifikation als auch in der ersten Hauptfeldrunde besiegt hatte, zeigte der 24-jährige Novak gegen Edmund einmal mehr, dass er mit einem Top-100-Spieler mithalten kann. Trost war das für ihn allerdings keiner.

"Ich wollte einfach nur das Match gewinnen. Es tut mir leid, dass ich den Fans keinen Sieg schenken konnte. Ich habe leider im dritten Satz einen Breakball nicht nützen können. Und was ich mir bei den zwei, drei Punkten im Tiebreak des dritten Satzes gedacht habe, das weiß ich jetzt noch nicht. Natürlich war ich zu Beginn vor so einer großen Kulisse etwas nervös, aber ich habe mich gut in die Partie hineingekämpft. Emotional war es unglaublich, die Stimmung war unfassbar."

Marach im Doppel-Semifinale
Somit bleibt Oliver Marach der einzige österreichische Vertreter bei den Erste Bank Open 500 in der Wiener Stadthalle. Im Doppel-Viertelfinale schlug der Steirer mit seinem kroatischen Partner Mate Pavic das Duo Santiago Gonzalez/Julio Peralta (Mex/Chile) 6:4, 3:6, 10:3.

Dennis Novak musste Kyle Edmund zum knappen Sieg gratulieren.
Mate Pavic und der Steirer Oliver Marach stehen im Doppel-Semifinale.

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