ÖTV Events

Tolles ÖTV-Seminar mit Judy Murray

Die Mutter des Weltklassespielers Andy Murray sprach im Vorfeld des 25. Generali Ladies in Linz bei der ÖTV-Trainerfortbildung über ihr Mädchen-Projekt „Miss-Hits“. Die Zuhörer waren begeistert. Auch Judith Draxler-Hutter, Björn Krenn und Toni Innauer wussten als Referenten zu überzeugen.

Nach Toni Nadal und Nick Bollettieri kam heuer Judy Murray als Stargast zur ÖTV-Fortbildungsveranstaltung. Begleitet wurde die Schottin von Barbara Schett, der Turnierbotschafterin des Generali Ladies. „Eine sehr schöne Halle, ein tolles Ambiente“, sagte die 55-Jährige nach einem Rundgang durch die Tips Arena Linz.
 
murrklDie Mutter von Andy Murray, dem Tennis-Ass aus Schottland, referierte vorrangig über ihr Projekt „Miss-Hits“, das sich damit beschäftigt, wie man fünf- bis achtjährigen Mädchen den Tennissport schmackhaft machen und Lust auf Freundschaft und Spaß beim Spiel wecken kann. „Das funktioniert am besten mit dem Team-Gedanken“, sagte Murray, die seit vier Jahren dem britischen Fed-Cup-Team als Kapitän vorsteht. Tennis sei ja prinzipiell ein Einzelsport, aber: „Nur in Gruppen können die Mädchen Lust auf den Sport bekommen. Ohne Konkurrenzdruck. Ohne Neid.“ So wird zum Aufwärmen getanzt. Weil Tanzen cool ist. Es gibt kein Netz, sondern nur eine Tape-Band. Gespielt wird mit Softbällen. Die sechs Schläge, die den Kindern im 12-Wochen-Programm beigebracht werden, haben Mädchennamen. „Man muss wissen, wer einem zuhört“, sagte Judy Murray. „Die Girls merken sich nicht, wer wann die Australian Open gewonnen hat, sondern dass der Centre Court blau ist und man darauf Eier braten kann, wenn die Sonne scheint. Oder, dass Maria Scharapowa die ist, die immer mit der Handtasche ins Stadion kommt. Das finden sie cool.“ 

Judy Murray freute sich, „meine Ideen den österreichischen Coaches näher zu bringen“. Die Schottin trainierte ihre Söhne Andy und Jamie, bis sie 12 waren. Hauptberuflich. Heute ist Andy Wimbledon-Sieger, US-Open-Sieger, Olympia-Sieger, Nummer 3 der Welt, Multimillionär, Davis-Cup-Held – Großbritannien steht dank der Murrays im Endspiel. Vom Werdegang ihrer Buben erzählte sie ausführlich. Im Jahr 2012 nahm Judy Murray einen Kredit von 410.000 Euro auf. Das Geld investierte sie in das Projekt „Miss-Hits“. 200 weibliche Coaches wurden umfangreich eingeschult, um für ein gesundes Fundament sorgen zu können. „Auf vier Buben kommt in Großbritannien ein Mädchen, das spielt. Das Projekt ist hervorragend angelaufen, die Mädchen haben unheimlich Spaß.  Ich bin sehr stolz. Allerdings wird es eine Weile dauern, bis ich meine Schulden zurückbezahlt habe“, sagte Judy Murray. Nach dem Trainingsprogramm kommen die Mädchen dann in Kontakt mit „echten“ Tennisutensilien, wenn sie ins Mini-Tennis einsteigen.

ÖTV-Präsident Robert Groß war angetan vom Vortrag und den praktischen Übungen auf dem Platz. „Mädchen-Tennis ist ein Thema, das dem Österreichischen Tennisverband ein großes Anliegen ist. Diese Veranstaltung bietet für unsere Coaches die tolle Chance, von den Erfahrungen der Besten zu profitieren.“


inn_1Skisprung-Olympiasieger Toni Innauer, sprach über „Leistungskultur im Spitzensport“(Bild) und griff anschaulich auf seine Erfahrungen als Sportler, Trainer und Sportmanager zurück. Die ehemalige Weltklasse-Schwimmerin und Sportpsychologin Judith Draxler-Hutter und Björn Krenn erläuterten die Persönlichkeitsentwicklung im Nachwuchs-Tennis: Wie kann durch die Coaching- und Beziehungsgestaltung die Persönlichkeitsentwicklung der Athleten vorangetrieben werden?

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