Toljan und Ofner sind Staatsmeister 2016

In Oberpullendorf setzten sich Janina Toljan (Bild) und Sebastian Ofner durch. Der 20-jährige Steirer darf aufgrund seiner starken Saison als Sparringpartner mit dem Davis-Cup-Team in die Ukraine reisen.

Die ÖTV-Staatsmeisterschaften der Damen und Herren in der Allgemeinen Klasse fanden zum achten Mal auf der Anlage des Sport Hotel Kurz in Oberpullendorf statt. Die Staatsmeisterschaften stellen  d a s  nationale Turnierhighlight dar. Insgesamt wurden  27.000 Euro an Preisgeld ausgeschüttet. 40 Damen und 65 Herren waren am Start.

ofÖsterreichischer Herren-Staatsmeister 2016 ist Sebastian Ofner, der Anfang des Jahres schon die Hallen-Meisterschaften in Wolfsberg für sich entschieden hatte. Der Steirer aus St. Marein im Mürztal kam kampflos zur Goldmedaille, weil Finalgegner  Patrick Ofner aus Kärnten vor dem Match völlig überraschend  aus unerklärlichen terminlichen Gründen abgereist war. Das soll und kann natürlich die starke Leistung von Sebastian Ofner während dieser Woche nicht schmälern. Der 20-Jährige, der in der Südstadt mit Stefan Hirn und Florian Pernhaupt  vom  ÖTV trainiert, zeigte einmal mehr sein Potenzial, vor allem im Semifinale, als er seinen Freund, Trainingspartner und ÖTV-Kollegen David Pichler, in zwei Sätzen schlug. Der Rechtshänder ist die Nummer 574 im ATP-Computer. Tendenz: Jahr für Jahr steigend. Bei der Siegerehrung wurde Meister Ofner eine besondere Ehre zuteil: ÖTV-Präsident Robert Groß teilte ihm mit, dass er die Reise zum Davis Cup in die Ukraine (15. bis 17. Juli) als Sparringpartner mitmachen dürfe.

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Während sich bei den Herren der Favorit durchgesetzt hatte, überraschten bei den Damen zwei Außenseiterinnen. Im Semifinale bugsierte Betina Pirker aus Salzburg die Nr. 3 aus dem Turnier, Vorjahrsfinalistin Marlies Szupper; Janina Toljan aus Oberösterreich ließ der Nr. 2, Lokalmatadorin Karoline Kurz, keine Chance. Im Kräftemessen der beiden wieder erstarkten Spielerinnen setzte sich am Sontag Janina Toljan gegen Betina Pirker dank einer kämpferisch und mental überzeugenden Leistung mit 6:3, 5:7, 6:3 durch.

tol„Vor zwei Jahren hätte ich nach dem zweiten Satz vermutlich das Match verloren, weil ich ein Zornbinkerl war, das sich oft nicht unter Kontrolle hatte“, sagte Toljan, die den ersten Studienabschnitt in Jus erfolgreich hinter sich gebracht hat, es fehlt der 26-Jährigen nicht mehr viel zum Abschluss. War. Hätte. „Seit ich es gelassener angehe, lockerer bin, bin ich viel ruhiger. Ich spiele ohne Druck. Es ist unglaublich, wie viel ohne Druck möglich sein kann.“ Der Gegnerin streute Toljan Rosen. „Ein unglaubliches Comeback. Sie agiert so routiniert, clever, variiert stark. Eine wirklich gute Spielerin.“ Wie es weiter geht mit der Oberösterreicherin, die heuer in der zweiten Bundesliga beim ULTV Linz keine Partie verloren hat? „Ich werde sicher ein paar Futures in Österreich spielen. Wahrscheinlich muss ich dort in die Quali, weil ich das Ranking verloren habe. Jedenfalls habe ich den Spaß wieder gefunden.“

Betina Pirker darf sich mit dem Doppel-Titel trösten, den sie an der Seite der Steirerin Katharina Knöbl eroberte; bei den Herren wurden David Pichler (Burgenland) und Alexander Erler (Tirol) Doppel-Champions.

ÖTV-Präsident Robert Groß lobte explizit den Veranstalter Günter Kurz und sein Team und bedankte sich bei Hauptsponsor Admiral und dem Land Burgenland. „Leider, oder Gott sei Dank, haben Barbara Haas und Dennis Novak in der Wimbledon-Qualifikation das Finale erreicht und mussten die Nennung für die Staatsmeisterschaften zurückziehen. Dennoch haben wir ein  attraktives Feld mit spannenden Matches an den Start bringen können.  Günter Kurz hat wieder ein hervorragendes Programm ausgearbeitet.“

Auch ÖTV-Geschäftsführer Thomas Hammerl zeigte sich mit der Veranstaltung zufrieden.  „Es ist für den Verband Jahr für Jahr eine Herausforderung, die besten Spielerinnen und Spieler zu den Österreichischen Staatsmeisterschaften zu bringen, da für die Top-Spieler die WTA- und ATP-Punkte im Vordergrund stehen. Daher bietet das Sporthotel Kurz in dieser Woche besonders attraktive Rahmenbedingungen für die Spieler, etwa Gratis-Wohnmöglichkeit auf der Anlage, kostenlose Verpflegung von Frühstück bis Abendessen, eine Players Party, TV-Kamera-Teams, ein Galaabend und ein Pokerturnier, eine Pressekonferenz mit dem Landeshauptmann sowie ein Rekordpreisgeld von 4500 für sowohl die Damensiegerin als auch den Herrensieger. All das macht das Turnier zum Flagship-Event des ÖTV.“

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