"Time" für die Karriere als Schiedsrichter

ÖTV-Schiedsrichterreferent Jörg Bachl zeichnet den Weg vom Schiedsrichter-Anwärter zum internationalen Top-Umpire nach. Bewerben Sie sich bei Ihrem Landesverband für einen der regelmäßig angebotenen Kurse!

Auf ihren Stühlen thronend sind sie stets im Mittelpunkt des Geschehens, sorgen für Disziplin und müssen sich dabei auch manchmal mit den größten Athleten des Sports anlegen: Tennis-Schiedsrichter zu sein erfordert nicht nur die exakte Kenntnis der Regeln, sondern auch viel Fingerspitzengefühl, Einfühlungs- und Durchsetzungsvermögen. Bringt man all dies mit, kann man über die österreichische Karriereleiter bis an die internationale Elite der Umpires klettern.

Ohne Umpires läuft gar nichts
Wie Jörg Bachl, der bis dato letzte einheimische Schiedsrichter bei einem Grand-Slam-Turnier (Wimbledon 2010 als Linienrichter) und nunmehrige ÖTV-Schiedsrichterreferent. "Abgesehen von den Spielern ist der beste Platz im Stadion immer noch der auf dem Umpire-Stuhl oder als Linienrichter", fällt Bachl spontan einer der größten Vorzüge seiner Zunft ein. Um eine Karriere als Schiedsrichter zu starten und vielleicht eines Tages genauso wie die Spieler und Trainer quer über den Erdball von Turnier zu Turnier zu reisen, stehen interessierten und talentierten Kandidaten in Österreich alle Türe offen.

Der erste Schritt führt zum Landesverbandschieds_2_26082015
Der erste Schritt ist ein Besuch eines Kurses zum Landesverbands-Schiedsrichter. Dieser dauert in der Regel ein Wochenende und wird vom zuständigen Landesverband organisiert und durchgeführt. Dort werden die Tennisregeln, das richtige Verhalten am Platz sowie die Liga-Durchführungsbestimmungen erläutert. Die Absolventen einer schriftlichen und mündlichen Prüfung dürfen bereits bei nationalen Meisterschaftsspielen, ÖTV- sowie internationalen Jugend- und Seniorenturnieren Matches leiten.

Bei guten Leistungen winkt die Möglichkeit, als Linienrichter bei großen internationalen Turnieren in Österreich wie in Bad Gastein, Linz, Kitzbühel, der Wiener Stadthalle oder auch bei Davis Cup- und Fed Cup-Partien dabei zu sein. Der nächste Karriereschritt ist die Absolvierung eines vom ÖTV-Schiedsrichterreferats durchgeführten OSR- oder CU-Kurs - OSR steht dabei für Oberschiedsrichter, CU für Chair Umpire. Erfolgreiche Absolventen werden bei höherwertigen Spielen, etwa in der SIMACEK ÖTV Bundesliga, eingesetzt.

Auf der Karriereleiter bergauf
Engagierte CUs und OSR mit herausragender Qualität werden im Rahmen eines eigenen Nachwuchs-Förderprogramms an internationale Aufgaben herangeführt und vom ÖTV zu internationalen Schiedsrichterkursen der ITF entsendet. Auf die Teilnehmer an diesem Programm warten Spiele bei diversen internationalen Events wie etwa Future- und Challenger-, aber auch schon ATP- und WTA-Turnieren. Wie es ist, den Top-Athleten auf der Tour zuzurufen, was "In" und "Out" ist, weiß Jörg Bachl: "Mein packendstes Erlebnis war mit Abstand, als Linienrichter beim Finale von Basel zwischen Roger Federer und Novak Djokovic dabei zu sein. So nah kommt man diesen Ausnahmeathleten und großen Persönlichkeiten sonst einfach nicht. Unvergesslich!"

"Go for Gold"
Die absolute Elite unter den Umpires kennt jeder Tennis-Fan von den Fernsehübertragungen aus den ganz großen Stadien: Cedric Mourier, Mohamed Lahyani, Carlos Bernardes oder Eva Asderaki besitzen gemeinsam mit einigen wenigen Profis das sogenannte "Gold Badge", die höchste Auszeichnung, die es für Schiedsrichter gibt. Wer sich den Traum verwirklichen will, vielleicht eines Tages in einer Liste mit solch großen Namen aufzuscheinen, sollte sich am besten gleich jetzt melden und den ersten Schritt dafür tun - die Anmeldung zum nächsten Landesverbands-Schiedsrichterkurs erfolgt über den dafür zuständigen Schiedsrichterreferenten des Landesverbands. Die nötigen Kontakte finden Sie unter diesem Link auf der ÖTV-Website.

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