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ATP

Thiem übermächtig ins Viertelfinale!

Jetzt kommt Tsonga! Nach seinem 6:1, 6:1-Sieg über Lucky Loser Jaroslav Pospisil bekommt es Dominic Thiem (Bild) im Viertelfinale des "Erste Bank Opens" nun mit der Nummer 1 des Turniers zu tun. "In diese Partie werde ich topmotiviert hineingehen."


Im Wald muss er 25 Kilogramm-Baumstämme minutenlang Waldwege bergauf schleppen. Um Mitternacht soll er Situps pumpen, bis er vor Schmerzen nicht mehr kann. Brücken darf er nicht wie ein "Normalo" benutzen, sondern muss bei tiefsten Wintertemperaturen mit Anorak und Pudelmütze unter ihnen durchschwimmen. Und Wasserfälle sind nicht auf dieser Welt für romantische Urlaubsgefühle oder zum Knippsen von Erinnerungsfotos, sondern ausschließlich dafür da, um unter ihnen zu duschen. Seit an Dominic Thiems Kondition gemeinsam mit Extremsportler Sepp Resnik gefeilt wird, läuft einiges anders im Leben des 20-jährigen Niederösterreichers. Wenn auch mit einigen Extremen. "Als er einmal mit einem T-Shirt mit der Aufschrift Talent aufgetaucht ist, hab ich's ihm runtergerissen und abgefackelt", so Resnik. "Weil er nicht glauben soll, dass er ein Talent ist, sondern längst wissen muss, dass er ein Mann ist."

Außergewöhnliche Ziele und Maßnahmen

Trotzdem oder gerade deshalb fühlt sich Österreichs Nummer 3 körperlich und mental so fit wie noch nie. "Gleich am Anfang hab ich zum Dominic gesagt: Wir gehen nie in ein Fitnesscenter. Wir heben keine Hanteln, wir heben Baumstämme", erzählte Resnik vor kurzem einem Reporter. "Unser Fitnesscenter ist die Natur, dort gibt's das beste Wasser und den besten Sauerstoff. Wir holen uns von dort die Kraft, wo es die meiste gibt." Hintergrund dieser unorthodoxen Trainingsmaßnahmen, von denen ein Rafael Nadal, Novak Djokovic oder Roger Federer wohl noch nie etwas gehört haben: "Außergewöhnliche Ziele erfordern außergewöhnliche Maßnahmen" (Resnik).


Thiem_Stadthalle

Mit Highspeed-Tennis ins Viertelfinale
Das außergewöhnliche Ziel am vierten Spieltag von Österreichs größtem ATP-Turnier, Erste Bank Open, lautete vor Thiems Achtelfinalmatch: Dem Überraschungsmann des Turniers - Lucky Loser Jaroslav Pospisil (ATP 213), der Gael Monfils aus dem Raster "entfernt" hatte - keine weitere Überraschung mehr zu gönnen. Die Maßnahmen dafür waren allerdings nicht außergewöhnlich, sondern normaler Thiem-Standard: Druck mit Aufschlag, Power bei Vorhand und Rückhand. Nach nur 47 Minuten Spielzeit konnte Dominic Thiem (ATP 149) für sich dann die Bilanz ziehen: Trotz einer leichten Verkühlung mit 6:1, 6:1 gewonnen und wieder einmal das abgeliefert, das gerne als "weitere Talentprobe" beschrieben wird. Zum zweiten Mal in seiner Karriere - nach Kitzbühel 2013 - steht Thiem damit im Viertelfinale eines 250er-Turniers auf der ATP-Tour. Von Anfang an ließ Thiem dem 32-jährigen Tschechen, gegen den er in bisher drei Begegnungen noch keinen einzigen Satz verloren hatte, keine Gelegenheit zum Verschnaufen und hatte auf jede Aktion des Tschechens permanent die bessere Antwort. Nach 21 Minuten war der erste Satz vorbei, nach 26 Minuten der zweite. "Die Ausgangslage war heute nicht leicht, da ich vorher schon drei Mal gegen ihn gewonnen habe. Es war heute aber ein Tag, an dem mir alles gelungen ist. Ich scheine mich in einen Lauf hineingespielt zu haben. Hoffentlich hört das nicht allzu schnell wieder auf." Im Viertelfinale wartet auf Thiem mit Jo-Wilfried Tsonga, der Daniel Brands mit 7:5, 1:6, 6:3 besiegt hatte, allerdings eine hohe Hürde. "Er ist der erste Top Ten-Spieler, gegen den ich spiele. Ich werde auf jeden Fall topmotiviert in diese Match hineingehen."

Sieg nach langer Pause
Erfolgreich verlief das Comeback von Alexander Peya, der heute sein erstes Match nach dem ausgeheilten Bauchmuskeleinriss bestritt, den er Anfang September bei den US Open erlitten hatte. Der Wiener besiegte in der ersten Doppelrunde mit seinem brasilianischen Partner Bruno Soares das tschechisch-australische Duo Lukas Dlouhy und Paul Hanley souverän mit 6:2, 6:3. „Für das erste Match nach der langen Pause ist es sehr gut gegangen“, freute sich Peya. Im Viertelfinale bekommen es die diesjährigen US-Open-Doppelfinalisten mit der Paarung Florin Mergea (ROU) und Lukas Rosol (CZE) zu tun. Der Vorarlberger Julian Knowle und sein kanadischer Partner Daniel Nestor stehen nach einem 6:3, 6:3 über die Niederländer Robin Haase und Jesse Huta Galung bereits im Semifinale, in dem Jaroslav Levinsky (CZE) und Mate Pavic (CRO) als Gegner warten.



Erste Bank Open - Turnierprogramm 


Hauptbewerb
Sa, 12.10.2013: 12:00 Uhr Auslosung im Hotel Marriott (Parkring 12a, 1010 Wien) 

Mo, 14.10.2013: 13:00 Uhr spark7 KidsDay – Freier Eintritt für Kids 
Österreicher-Tag 

Di, 15.10.2013: 13:00 Uhr FriendshipDay – Für jedes gekaufte Vollpreisticket gibt‘s eine Freikarte dazu
Auftaktspiele von Lleyton Hewitt und Gael Monfils 

Mi, 16.10.2013: 13.00 Uhr, ÖTV-Day

Do, 17.10.2013: 13:00 Uhr RADO-Day
Auftaktspiele von Jo-Wilfried Tsonga und Tommy Haas 

Fr, 18.10.2013: 13:00 Uhr, Viertelfinale
Sa, 19.10.2013: 14:00 Uhr, Semifinale
So, 20.10.2013: 14:00 Uhr, Finale 


> Erste Bank Open | Website 

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