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ATP

Thiem-Sternstunde trotz Niederlage!

Dominic Thiem (re.) liefert sich mit Jo-Wilfried Tsonga (li.) ein Weltklasseduell auf absoluter Augenhöhe, muss sich im "Erste Bank Open"-Viertelfinale dem Top Ten-Spieler zwar mit 4:6, 6:3, 6:7 geschlagen geben, sorgt trotz dieser Niederlage aber dennoch für ein Highlight in der österreichischen Tennisgeschichte. Thiem: "Das war heute Tennis auf höchstem Niveau."


Auf der einen Seite mit Jo-Wilfried Tsonga die Nummer 8 der Weltrangliste und ein Spieler, der vor dem Erste Bank Open-Viertelfinale seinen Gegner zwar namentlich kannte, aber noch nie spielen sah und sich deshalb mit Videos auf das heutige Match vorbereiten wollte. Auf der anderen Seite mit Dominic Thiem die Nummer 149 im ATP-Ranking und ein Spieler, der Partien seines Gegenübers "schon oft auf Youtube" (Thiem) gesehen hat und deshalb ganz genau wusste, was auf ihn zukommen würde: "Er ist der erste Top Ten-Spieler, gegen den ich spiele und einer der Wenigen, die das Zeug zu einem Grand-Slam-Titel haben. Solche Matches wie gegen Tsonga sind für die Entwicklung sehr wertvoll." Hätte man also die Karrieren von Tsonga und Thiem vor ihrem ersten Aufeinandertreffen in die Waagschale geworfen, dann wäre dabei der Franzose als ganz klarer Sieger und Favorit ermittelt worden.

Sternstunde im österreichischen Tennis
Das Fazit nach 2:14 Stunden Spielzeit am Freitag Abend: Dominic Thiem spielt derzeit in der Form seines Lebens! Trotzdem war es Tsonga, der als 6:4, 3:6, 7:6-Sieger vom Platz gehen konnte. Dennoch war von Anfang an zu bemerken, dass Thiem nicht mit der Erwartungshaltung, "dass ich verliere" (Thiem), auf den Platz gegangen war. Trotz einer leichten Verkühlung konnte er dafür sorgen, dass kaum ein Unterschied zwischen ihm und dem Gewinner von zehn ATP-Titeln und acht Challenger-Turnieren zu bemerken war. Die Vorgabe an sich selbst war dem 20-jährigen Lichtenwörther von Anfang an klar gewesen: "Es ist ganz wichtig, dass ich dagegenhalte und auch am Drücker bleibe. Sobald man da nachlässt und ihn kommen lässt, ist es vorbei. Ich werde schauen, dass ich - vor allem bei meinem Aufschlag - derjenige bin, der die Ballwechsel bestimmt."

Duell auf Augenhöhe
Von Anfang an war von Nervosität oder Respekt bei Thiem nichts zu bemerken, Österreichs Nummer 3 zog wie gewohnt sein Spiel durch, zwang es Tsonga phasenweise sogar auf: 200-km/h-Aufschläge, Highspeed-Winnershots von der Grundlinie, Passierschläge. Die logische Folge waren drei Breakchancen im sechsten Game, die Tsonga abwehren konnte. Die Entscheidung sollte mit Tsongas Break zum 5:4 fallen. Ein ähnliches Bild im zweiten Satz: In vielen Phasen ein Duell auf Augenhöhe. Beim Stand von 3:2 für Thiem vier Breakchancen für den Österreicher, alle vier wurden von Tsonga souverän abgewehrt. Thiem ließ dennoch nicht locker, "holte" sich beim Stand von 4:3 die nächsten drei Breakchancen, Tsonga schlägt ins Netz - 5:3. Nach 1:19 Stunden serviert Thiem zum 6:3 aus. Die Entscheidung musste im dritten Satz fallen, der an Spannung nicht mehr zu überbieten war und beiden Spielern alles abverlangte. Thiem powert Tsonga mit  seinen Aufschlägen nieder, entnervt ihn mit Stopps, fegt Rückhand-Longlines übers Netz, die Halle tobt. Beim Stand von 5:4 wehrt Thiem einen Matchball mit einer unglaublichen Vorhand ab und gleicht mit einem 202 km/h-As zum 5:5 aus. Showdown im Tiebreak! Thiem liegt 0:4 hinten, gleicht noch aus, verliert aber 7:3 gegen Tsonga, der nun im Semifinale auf Robin Haase trifft. Thiems erste Reaktion nach der Niederlage: "Ich bin ziemlich leer. Das war Tennis auf höchstem Niveau, was Substanz gekostet hat."

Thiem_Stadthalle

"Resnik-Thiem einfach nur spannend"
Zuletzt hatte Thiem nicht "bloß" mit seinen sportlichen Erfolgen, sondern auch mit unkonventionellen Trainigsmethoden - geleitet von Extremsportler Sepp Resnik - für Schlagzeilen gesorgt: Bäume schleppen im Wald, Holzhacken anstelle von Schlafruhe, 15-Kilometer-Läufe mitten in der Nacht. ÖTV-Konditionstrainer Mag. Florian Pernhaupt war nicht überrascht, als er erstmals davon gehört hatte: "Das erste Wort, das mir eingefallen ist, als ich von der Trainingspartnerschaft Resnik-Thiem gehört habe, war: "spannend". Dem Sportler kann es nämlich sehr viel bringen, wenn man den normalen Weg verlässt und etwas Außergewöhnliches macht - das allerdings in einem kontrollierbaren Bereich." Apropos: Um auch das immer stärker anschwellende Interesse der Medien an Österreichs größter Tennishoffnung in die richtigen Bahnen zu lotsen, wird sich künftig ein eigener Pressebetreuer um Dominic Thiem kümmern.


 

Erste Bank Open - Turnierprogramm 


Hauptbewerb
Sa, 12.10.2013: 12:00 Uhr Auslosung im Hotel Marriott (Parkring 12a, 1010 Wien) 

Mo, 14.10.2013: 13:00 Uhr spark7 KidsDay – Freier Eintritt für Kids 
Österreicher-Tag 

Di, 15.10.2013: 13:00 Uhr FriendshipDay – Für jedes gekaufte Vollpreisticket gibt‘s eine Freikarte dazu
Auftaktspiele von Lleyton Hewitt und Gael Monfils 

Mi, 16.10.2013: 13.00 Uhr, ÖTV-Day

Do, 17.10.2013: 13:00 Uhr RADO-Day
Auftaktspiele von Jo-Wilfried Tsonga und Tommy Haas 

Fr, 18.10.2013: 13:00 Uhr, Viertelfinale
Sa, 19.10.2013: 14:00 Uhr, Semifinale
So, 20.10.2013: 14:00 Uhr, Finale 


> Erste Bank Open | Website 

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