Davis Cup

Thiem stellt gegen Portugal auf 1:1

Der Weltranglisten-14. ringt den starken Gastao Elias im Tiebreak des 5. Satzes nieder und feiert nach vier Niederlagen seinen Premierensieg im Davis Cup. Zuvor war Gerald Melzer der portugiesischen Nr. 1, Joao Sousa, in drei Sätzen unterlegen.

Das Davis-Cup-Erstrunden-Duell in der Europa-Afrika-Zone 1 zwischen Portugal und Österreich in Guimaraes steht nach dem 1. Tag 1:1. Nachdem Gerald Melzer gegen Joao Sousa klar in drei Sätzen verloren hatte, besiegte Dominic Thiem den überraschend starken Gastao Elias vor 1500 Zuschauern in einem packenden Match mit 3:6, 7:5, 6:3, 1:6, 7:6 (6). Der 22-Jährige holte damit nach vier Niederlagen seinen ersten Punkt im Davis Cup.

Thiem, die Nummer 14 der Welt, hatte Elias in Buenos Aires kennengelernt, wo er gegen den Qualifikanten (Nr. 121) auf dem Weg zum Turniersieg einen Matchball abzuwehren hatte. Diesmal wurde anstatt auf Sand auf Hartplatz gespielt, zudem verdeckte ein Hallendach die Sonne – all das machte den Portugiesen nicht weniger gefährlich. Nahezu fehlerfrei gestaltete Elias den ersten Satz, führte 3:0 und 5:2. Thiem schüttelte ungläubig den Kopf. Selbst die Zuschauer schienen nicht zu glauben, dass der 25-Jährige dieses unfassbare Niveau halten können würde. Er konnte es aber.

Nachdem Thiem Mitte des zweiten Durchgangs in die Gänge gefunden hatte, zu dominieren begann und dem Burschen aus Caldas da Rainha sein Tempo aufzwang, war Elias im vierten Satz wieder voll im Bilde. Mit vier Assen stellte er auf 6:1 und somit auf Satzausgleich. Thiem wirkte müde, es hatte fast den Anschein, als würde ihn der Jetlag nach dem langen, erfolgreichen Übersee-Abenteuer und der verspäteten Anreise nach Guimaraes ärgern. Alles halb so wild, im entscheidenden Durchgang zeigte Thiem Muskeln. Als bei 1:0 der vierte Breakball am Netzband hängen blieb, machte der Lichtenwörther aus seinem Schläger Kleinholz. Eine Reaktion, die man selten bei ihm zu sehen bekommt. Sie wirkte, wenn auch mit etwas Verspätung, befreiend, spendete anscheinend Kraft.

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Thiem musste zwar das Break zum 2:3 hinnehmen, er drückte aber aufs Tempo, riskierte, spielte den Ball verstärkt an die Linien. Nach diversen Unzulänglichkeiten des Referees und der Linienrichter und den daraus resultierenden Protesten beider Kapitäne, glich der Weltranglisten-14. zum 4:4 aus, im Gleichschritt ging's ins Tiebreak, das seit diesem Jahr im Davis Cup im fünften Satz zu spielen ist. 6:3 lag Thiem vorne. Drei Matchbälle vergeben, 6:6. Und weiter: 7:6, 8:6, aus, vorbei, nach 3:33 Stunden. Glückselig, erleichtert nach dem ersten Triumph im Davis Cup, klopfte er mit der Faust auf seine stolze Brust.

"Die Bedingungen waren anders als in den vergangenen Wochen. Hier hat sich viel aufgestaut, es war sehr emotional, die Stimmung war sehr laut, ganz anders als auf der Tour", sagte der Sieger, "aber das muss wohl so sein beim Davis Cup. Es war nicht leicht. Ich habe ein bisschen den Jetlag gespürt - ein guter Espresso hat geholfen. Ich bin sehr glücklich, dass ich endlich den ersten Sieg für Österreich geschafft habe."


Der zweite Satz macht Melzer Mut

Stunden zuvor hatte Joao Sousa ein gelungenes Heimspiel absolviert, im doppelten Sinne. Der Portugiese besiegte Gerald Melzer in seiner Heimatstadt mit 6:1, 7:5, 6:2. Spielzeit: Exakt zwei Stunden. Kein Beinbruch für Gerald Melzer, der als Außenseiter in die Partie gegen die Nummer 37 der Welt gegangen war, im Gegenteil.

Im zweiten Satz drehte die 25-jährige Nummer 116 ein 0:1 in ein 4:1. Grundsolide, druckvolle Schläge waren zu sehen, die Mut machen für weitere Aufgaben. Die wären im Extremfall am Sonntag beim Stand von 2:2 zu lösen, und zwar gegen Gastao Elias, im Match der Nummern zwei. Gerald Melzer weiß aus Schweden, wie man Entscheidungsspiele gewinnt. In Örebrö machte der Deutsch-Wagramer den dritten Punkt.

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„Lieber wäre mir freilich, wenn vorher schon alles klar wäre“, sagte Melzer nach der Niederlage gegen Sousa. „Ich war am Anfang sehr nervös, hatte noch nie vor so einem stimmungsvollen Publikum gespielt. Ein großes Danke an dieser Stelle an die mitgereisten Fans für die Unterstützung! Sousa hat mir gleich die Schneid abgekauft, er hat in Summe verdient gewonnen“, sagte Melzer, immerhin heuer schon dreifacher  Challenge-Tour-Turniersieger.

Am Samstag greift Alexander Peya in Guimaraes ins Geschehen ein. Der 35-jährige Wiener tritt zum 22. Mal für Österreich an und hat „positive Gefühle. Wir haben eine super junge Truppe und es wird ein sehr interessanter, ausgeglichener Davis Cup". Der Doppelspezialist ist gut in Schuss, er erreichte im Jahr 2016 mit seinem deutschen Partner Philipp Petzschner die Endspiele in Doha, Rotterdam und Acapulco. Kapitän Stefan Koubek hat bis eine Stunde vor der Partie am Samstag Zeit, Peyas Mitspieler zu nominieren.

Zur Auswahl stehen Dominic Thiem, der eine anstrengende Fünfsatz-Partie in den Beinen hat, und Davis-Cup-Debütant Dennis Novak.

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