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ST. PÖLTEN: ZWEI FINALNIEDERLAGEN FÜR PHILIPP LANG

Bei der Spring Bowl war der erste ITF-Titel im Einzel für Philipp Lang (Bild) zum Greifen nah. Doch sowohl im Einzel als auch im Doppel hatte der Australier Dane Propoggia etwas dagegen.

Kein erster Einzel-ITF-Titel für Philipp Lang
Zwei Mal stand Philipp Lang an diesem Samstag Dane Propoggia gegenüber und beide Male musste er dem Australier zum Titelgewinn gratulieren. Sowohl im Einzel- als auch im Doppelfinale war es dem Wiener zwar gelungen, den ersten Satz zu gewinnen, danach aber konnte/n er bzw. das Doppel Lang/De Greef dem aggressiven Spiel des Gegners nichts mehr entgegensetzen. Den Einzeltitel holte sich Propoggia mit 5/7, 6/3, 6/2. Im Doppel hatten Propoggia/Junior Ore mit 3/6, 6/3, 7/5 den längeren Atem. Das Doppelfinale im Mädchenbewerb gewannen Daria Gavrilova/Alexandra Krunic gegen Paula Kania/Maria Meluk, die im Semifinale Christine Auer/Patricia Haas ausgeschaltet hatten.

Zwei
rotweißrote Finale
Eine glatte Sache für Philipp Lang: Der Schützling von (Beobachtungs)Kader-Coach Alexander Pfann hatte im Semifinale beim 6/3, 6/3 mit dem Kroaten Toni Androcic keine Probleme und trifft nun im Finale auf den an Nummer 4 gesetzten Australier Dane Propoggia, der über Langs Doppelpartner Arthur De Greef mit 6/2, 6/1 hinweg fegte. Auch im Doppelfinale wird es für Philipp Lang ein De-ja-vus geben: Nachdem er und De Greef das topgesetzte Duo Ralph Regus/Dominik Schulz in drei Sätzen besiegten, steht ihm im Endspiel erneut Propoggia (mit Junior Ore/USA) als Gegner gegenüber. Weniger zu lachen hatte hingegen Janina Toljan: Die Nummer 1 des Turniers holte sich zwar den ersten Satz, danach riß allerdings der Faden und Toljan unterlag in der Vorschlußrunde der Slowenin Nastja Kolar 4/6, 6/2, 6/2. Trotzdem könnte es für Österreichs Mädels in St. Pölten noch einen Turniersieg geben: Patricia Haas/Christine Auer kämpften sich in drei Sätzen (6/4, 1/6, 7/6) gegen die topgesetzte Paarung Vladislava Kuzmenkova/Janina Toljan ins Semifinale und treffen dort auf das polnisch/weißrussiche Duo Paula Kania/Maria Meluk.

Toljan und Lang kurz vor dem Finale

Topleistungen zeigt Österreichs Nachwuchs beim ITF Kat. 2-Turnier in St. Pölten: Sowohl Philipp Lang als auch Janina Toljan zogen bei der Spring Bowl ins Halbfinale ein. Während Lang im Viertelfinale beim 6/1, 6/0 mit dem US-Boy Denis Kudla hingegen kaum Probleme hatte, musste die Nummer 1 im Mädchenbewerb wesentlich härter kämpfen. Nach verlorenem ersten Satz setzte sich Toljan letztendlich doch glatt gegen Gally De Wael (BEL) durch - 4/6, 6/2, 6/0. Als letzte Hürden vor dem Einzug ins Finale bauen sich vor den beiden Österreichern jetzt "nur" noch der Kroate Toni Androic (schaltete im Viertelfinale die Nummer 1 Christopher Rungkat aus) bzw. die Slowenin Nastja Kolar auf. Auch im Doppel ist die Chance auf einen rotweißroten Turniersieg weiterhin hoch: Die Südstadt-Paarung Christine Auer/Patricia Haas schaltete in der Runde der letzten acht das topgesetzte Duo Janina Toljan/Vladislava Kuzmenkova in drei Sätzen aus. Bei den Burschen hat Philipp Lang die Chance auf einen zweiten Finaleinzug: Mit Partner Arthur De Greef (BEL) kämpfte er Riccardo Belotti/Sandro Ehrat ebenfalls in drei Sätzen nieder.

Gilbert Schaller über Österreichs Halbfinalisten
Für ÖTV-Sportdirektor Gilbert Schaller sind die Leistungen von Österreichs Nachwuchshoffnungen keine allzu großen Überraschungen: "Lang hat mit seinem Aufschlag, der Rückhand und Vorhand sehr gefährliche Schläge. Er ist ein saugefährlicher Spieler mit einem sehr hohen Potential. Was ihm phasenweise noch fehlt, ist die Beständigkeit und die mentale Reife." Und Toljan? "Eine sehr solide und ehrgeizige Spielerin mit kompakten Grundschlägen. Sie ist eine, die international sicher ihren Weg gehen wird. Ich glaube, dass bei ihr die Top 100 sicher ein Thema sein werden." Bei Christine Auer sieht Schaller die größten Stärken "von der Grundlinie", Schwächen allerdings "in der Defensive." Patricia Haas ist laut Schaller "ein Fighterin par excellance. Sie ist körperlich zwar ein bissl kleiner, dafür aber sehr kompakt und ein Tier am Platz. Wenn sie weiterhin bereit ist, so hart an sich zu arbeiten, dann hat sie im Damentennis die besten Chancen unter die Top 100 zu kommen."

Da waren es nur noch fünf

Nach der ersten Runde der 29. Spring Bowl wurde sowohl der Burschen- als auch der Mädelsraster gewaltig gelichtet. Angetreten waren 14, übrig gebliegen sind fünf. Dass die topgesetzte Janina Toljan beim 6/2, 6/1 mit der Slowakin Katarina Baranova kaum Probleme haben würde, ist keine Überraschung. Dass Christina Mathis, die mit einer Wildcard in den Bewerb gekommen war, die Nummer 5 des Turniers, Caroline Magnosson, mit 6/3, 6/0 vom Court fegen würde, ist hingegen eine kleine Sensation: Die 16-jährige Vorarlbergerin rangiert auf Platz 332, ihre Gegnerin auf Platz 141 im ITF-Ranking. Das aggressive Grundlinienspiel hat diesmal den Ausschlag gegeben. Bei den Burschen war es Tristan-Samuel Weissborn, der am ersten Spring Bowl-Tag für den Aha-Effekt sorgte: Als Nummer 2 angetreten, hätte er mit dem Qualifikanten Jonas Luetjen eigentlich keine Probleme haben sollen - nach drei hart umkämpften Sätzen (6/7, 7/6, 4/6) ging dennoch der Deutsche als Sieger vom Platz. Im Österreicher-Duell zwischen Philipp Lang und Daniel Schmidt war es diesmal Lang, der den längeren Atem hatte: Nach verlorenem ersten Satz übernahm er danach das Kommando und setzte seinen Südstadt-Kollegen permanent unter Druck. Das Ergebnis: 4/6, 6/2, 6/3. Eine ähnliche "Strategie" praktizierte Sebastian Stiefelmeyer gegen den Franzosen Pierre-Hugues Herbert - 1/6, 6/3, 7/6.

Hartes Los für die Mädels

Kaum ist das eine Highlight im heimischen Turnierkalender zu Ende (La Vie Cup/Villach), steht schon das nächste vor der Tür: Die 29. Spring Bowl in St. Pölten (20.-24.5.2008), ein ITF Kat. 2-Turnier, bietet Österreichs Nachwuchstalenten die beste Möglichkeit, sich international zu vergleichen und wichtige Punkte für die ITF-Rangliste zu sammeln. Das härteste Los für die erste Runde dürfte dabei Patricia Haas gezogen haben: Die Challenger-Finalistin von Caserta trifft in der ersten Runde auf die an Nummer 2 gesetzte Amerikanerin Alexa Guarachi. Eine (voraussichtlich) ebenso hohe Hürde wartet mit Aleksandra Krunic auf die Wilcard-Empfängerin Stephanie Hirsch: Die Serbin ist als Nummer 4 eingestuft. Christina Mathis bekommt es mit der Nummer 5, Caroline Magnusson (SWE), zu tun und Christine Kandler mit der Nummer 6, Maria Meliuk (BLR). Kaum Probleme dürfte hingegen Janina Toljan haben: Die 18-jährige Oberösterreicherin geht nicht nur als Nummer 1 und dem Selbstbewusstsein ihres Finaleinzuges beim 10000-Dollar-Turnier in Mostar in den Bewerb, sondern rangiert als 70. im ITF-Ranking weit vor ihrer Gegnerin Katarina Baranova (ITF-207).

Österreicher-Duell zum Auftakt
Im Burschenbewerb ist das Ausscheiden eines Österreichers schon vor dem ersten Aufschlag fix: Philipp Lang, in Villach zuletzt bis ins Semifinale vorgedrungen, trifft auf seinen Südstadt-Kollegen Daniel Schmidt. Zuletzt hatte Lang Schmidt zu Beginn der Saison beim ITF Kat. 1-Turnier in Baranquilla in drei Sätzen geschlagen. Harte Duelle versprechen die Erstrunden-Paarungen Dominik Wirlend (ITF-173) vs. Junior Ore (USA/ITF-196) und Maximilian Neuchrist (ITF-189) vs. Kelsey Stevenson (CAN/ITF-200). Auf Sebastian Stiefelmeyer (ITF-407), Ricardo Belotti (ITF-328), Daniel Geib (ITF-179) und Peter Nagovnak (ITF-781) warten mit Pierre-Hugues Herbert (FRA/ITF-181), Dane Propoggia (AUS/ITF-109) bzw. Henri Laaksonen (FIN/ITF-202) hingegen extrem große Herausforderungen. Geht es nach dem Papier dürfte auch für Tristan-Samuel Weissborn (ITF-69), in St. Pölten als Nummer 2 hinter Christopher Rungkat (INA) gesetzt, sein Erstrunden-Spiel rasch vorüber sein: Dem Schützling von Südstadt-Kader-Coach Walter Grobbauer steht die Nummer 244 im ITF-Ranking, der Qualifikant Jonas Luetjen (GER), gegenüber.

wowo

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