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ATP

SHANGHAI: MÜDE IN KOPF UND BEINEN - JÜRGEN MELZER SCHEIDET IM VIERTELFINALE AUS

Beim ATP-Turnier in Shanghai schlug Jürgen Melzer zwar den Weltranglisten-Ersten Rafael Nadal, aber nicht Juan Monaco. Nach 2:49 Stunden verliert Österreichs Nummer 1 mit 7:6(6), 5:7, 2:6.


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JÜRGEN MELZER GEGEN RAFAEL NADAL AUF YOUTUBE.COM (TEIL 1) SEHEN SIE HIER


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DIE STORY "JÜRGEN'S JOURNEY" IM ATP-MAGAZIN "DEUCE" FINDEN SIE HIER


Melzer verliert
(15.10.2010)
Nach Melzers gestrigem Höhenflug gegen Rafael Nadal titelte die ATP auf ihrer Website noch "Melzer delighted" (eng. für "Melzer entzückt"). Heute müsste dort stehen: "Melzer pissed off" (eng. für "Melzer angefressen"). Österreichs Nummer 1 unterlag im Viertelfinale des Masters 1000-Turniers in Schanghai dem Argentinier Juan Monaco mit 7:6(6), 5:7, 2:6 und war speziell im dritten Satz mit der eigenen Leistung überhaupt nicht zufrieden: zuviele Eigenfehler (57 insgesamt), müde in Kopf und Beinen, mentale Durchhänger, oft auch schlecht bewegt, zwei Mal flog sogar das Racket. Im ersten Satz sah es noch so aus, als könnte Melzer seinen Erfolgslauf fortsetzen: Zwar war Monaco mit seinem erstem ersten Breakball 3:1 in Führung gegangen, beim Stand von 4:2 leistete sich der Argentinier allerdings einen Doppelfehler, patzte danach weiter und Melzer verwertete die erste von drei Breakchancen. In einer kurzen Schwächephase von Monaco holte sich Melzer noch das Break zum 5:4 und hatte die Chance, sich den Satz bei eigenem Service zu holen. Doch der 26-jährige Argentinier kämpfte sich aus dem Tief und schaffte mit tollen Punktgewinnen das Rebreak zum 5:5.

Klare Sache für Monaco
Ausgerechnet in der entscheidenden Phase des Satzes machte Melzer viele Fehler und schaffte es gerade noch ins Tiebreak. Dort ging er schnell mit 5:1 in Führung, musste dann aber doch noch zittern, als Monaco zum 5:5 ausglich. Melzer bewies jedoch Nervenstärke und holte sich das Tiebreak mit 8:6. Im zweiten Satz musste Melzer gleich zu Beginn seinen Aufschlag abgeben, glich zwar umgehend gleich aus, ließ beim Stand von 3:2 allerdings eine Breakchance ungenützt und geriet stattdessen mit 3:4 in Rückstand. In dem hart umkämpften Satz ging es weiter Schlag auf Schlag: Melzer wehrte zwei Satzbälle ab und schaffte das Rebreak zum 5:5, verlor aber gleich seinen nächsten Aufschlag und den Satz mit 5:7. Spektakuläre Ballwechsel sorgten bei den Zuschauern für Begeisterung. Der dritte Satz war eine klare Angelegenheit für den Argentinier: Mit zwei Breaks im Rücken schlug Monaco im dritten Satz beim Stand von 5:2 auf die Revanche für seine Erstrunden-Niederlage gegen Melzer in Tokio auf. Drei starke Aufschläge, 40:0, drei Matchbälle, nach 2:49 Stunden war alles vorbei und Melzer schrammte letztendlich deutlich an seinem ersten Masters-Halbfinale vorbei. Gegen Monaco ist es Melzers fünfte Niederlage im sechsten Spiel. (Quelle: red./www.orf.at)

Melzers erste Reaktion nach dem Triumph über Nadal

(14.10.2010)
"Der Schlüssel zum Erfolg heute war, dass ich ständig sehr viel Druck auf ihn ausüben konnte. Man kann ihn nämlich nicht sein Spiel mit seiner Vorhand spielen lassen - dann bist du automatisch nur die Nummer 2 am Platz. Deshalb habe ich versucht, den Ball so früh wie möglich zu nehmen. Noch dazu habe ich sehr gut serviert - speziell in den entscheidenden Momenten. Ich habe meinen "Spielplan" sehr gut durchgezogen: viel Druck auf ihn ausüben, vor allem auf seine Vorhand. Um ehrlich zu sein, habe ich aus den letzten Partien gegen ihn sehr viel gelernt. Beim ersten Match bei den Olympischen Spielen (2008) hat er mich noch vom Platz gefegt (6:0, 6:4; Anm.). Beim letzten Match (French Open 2010; Anm.) habe ich schon wesentlich besser gespielt: Obwohl ich in drei Sätzen verloren habe (6:2, 6:3, 7:6; Anm.), war ich schon sehr nahe daran, einen Satz zu gewinnen."

Melzer schlägt Nadal!

(14.10.2010)
"Er spielt zurzeit das beste Tennis seines Lebens", war am 26. August 2010 der erste Satz, mit der im ATP-Magazin "Deuce" die Story "Jürgen's Journey" eingeleitet wurde. Zweieinhalb Monate später ist die Reise von Österreichs Nummer 1 noch immer nicht zu Ende: Im Achtelfinale des Masters 1000-Turniers in Shanghai feierte Jürgen Melzer einen sensationellen Erfolg: Der 29-jährige Niederösterreicher setzte sich erstmals in seiner Karriere gegen den spanischen Weltranglistenersten Rafael Nadal durch. In einer engen Partie gewann Melzer nach 1:59 Stunden mit 6:1, 3:6, 6:3. Unter den Augen von Freundin Mirna Jukic jubelte Melzer über seinen ersten Sieg gegen den spanischen Topstar. "Der Schlüssel heute war, dass ich das beste Match meines Lebens gespielt habe", jubelte er unmittelbar danach. In den bisherigen drei Duellen war der Niederösterreicher immer als Verlierer vom Platz gegangen und hatte noch nicht einmal einen Satzgewinn geschafft. Auch heute hatte Melzer zu Beginn Mühe, als er beim Gewinn seines ersten Aufschlagspiels zwei Breakbälle abwehren musste. Nadal glich relativ locker zum 1:1 aus, dann gelang dem hoch favorisierten Spanier aber kein einziges Game mehr. Melzer bewies seine derzeitige Topform und breakte seinen Gegner zum 3:1 und 5:1. Danach servierte er locker aus und gewann nach nur 38 Minuten den ersten Satz. "Ich habe es ganz genau gewusst: Wenn ich gegen Nadal auf den Platz gehe, dann muss ich unbedingt aggressiv sein und meine Schläge treffen. Ich bin sehr stolz darüber, dass ich das Match ausservieren konnte."

Ausgeglichenes Duell
Melzer überzeugte mit tollen Schlägen und zwang Nadal zu zahlreichen Fehlern. Auch im zweiten Satz zeigte Österreichs Nummer eins eine starke Leistung und brachte den spanischen Weltranglistenersten immer wieder in Bedrängnis. Diesmal hatte aber Nadal in dem recht ausgeglichenen Duell mehr Glück. Während Melzer seine Breakchance beim 2:2 ungenützt ließ, nahm ihm Nadal seinen nächsten Aufschlag ab und ging mit 4:2 in Führung. Die Partie blieb sehr eng, aber nach insgesamt 40 Minuten holte sich Nadal den Satz mit 6:3. Der dritte Satz verlief zu Beginn erneut sehr ausgeglichen, bis sich beim 3:2 aus Sicht von Melzer die Sensation bereits anbahnte. Der 29-Jährige schaffte das Break zum 4:2, beim 5:2 vergab Melzer noch drei Matchbälle, aber bei eigenem Aufschlag ließ er nichts mehr anbrennen und feierte nach insgesamt 1:59 Stunden den Sensationserfolg. Im Viertelfinale trifft Melzer am Freitag auf Juan Monaco (ARG), den er erst vergangene Woche in Tokio in drei Sätzen bezwang. Mit dem Einzug unter die letzten Acht dank des Sieges gegen den Topfavoriten punktete der Weltranglisten-Zwölfte Melzer auch im Rennen um einen der acht Startplätze beim World-Tour-Finale ab 21. November in London. In dieser Wertung ist der ÖTV-Daviscupper aktuell Elfter. (Quelle: www.orf.at/APA/red.)

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