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SERVUS EVI!

In einem Interview für tennisweb.at hat Evelyn Fauth das Ende ihrer internationalen Laufbahn bestätigt. Im Sommer hat sie ihr letztes größeres Turnier bestritten, bei einem Challenger in Frankreich wieder einmal ein großes Ziel ganz knapp verfehlt: noch einmal die US Open zu spielen.

Das kennzeichnet die Karriere der Steirerin aus St. Peter im Sulmtal, die am 27. November erst 29 wird: die ganz großen Ziele hat sie verfehlt – vor allem, einmal unter die Top 100 der Welt vorzustoßen. Mit viel Pech, aber auch, weil einige Voraussetzungen für große Erfolge nicht zu erarbeiten waren: da war tolles Laufvermögen, Fitness, aber zu wenig Härte und Nervenkraft in entscheidenden Spielsituationen, zu wenig Punch für den kraftvollen Abschluss nach guter Vorbereitung. Trotzdem hätte sie es 2001 fast geschafft: erst seit 1999 unter den besten Zehn in Österreich, stieß sie damals an die Schwelle der ersten Hundert im WTA-Computer vor. Qualifizierte sich für die US Open und rang die starke Französin Sidot mit 6:4, 7:6 (6) nieder, einer ihrer wertvollsten Erfolge neben Siegen über Koukalova, Salerni, Kleinova, Schwartz und Wartusch. In der zweiten Runde musste sie sich Spaniens Doppel-Star Ruano-Pascual mit 4:6 im dritten Satz geschlagen geben, ein Sieg hätte sie ans ersehnte Ziel gebracht. Das sie ein paar Wochen später in Linz wieder vor Augen hatte, als sie gegen die Iva Majoli 7:5, 4:2 und 40:0 führte, ehe sie sich der Größe des Augenblicks zu sehr bewusst wurde.

Eine ihrer stärksten Leistungen habe ich Anfang 2003 in Bree beim aussichtslosen FedCup-Treffen in Belgien gesehen: Ohne die verletzte Schwartz und Schett war`s ein Himmelfahrtskommando; aber Evi gewann im Heimatort von Kim Clijsters den ersten Satz 6:4, ehe sich Kim mit zweimal 6:2 durchsetzte. Im FedCup hat mich Evi Fauth am meisten beeindruckt, weil sie die typische Mannschaftsspielerin war, höchst motiviert, mit letztem Einsatz für Österreichs Team. Kapitän Alfred Tesar: „Sie hat nicht nur großartig gekämpft sondern war durch ihren Humor und ihre liebenswerte Art ein besonders wertvolles Mitglied unseres Teams. Allein dadurch hat sie bei ihrem Debüt 2002 in den USA auch ihren Teil zur 3:2-Sensation beigetragen, die Babsi Schwartz auf dem Court erkämpft hat.“

Verletzungen (Knie!) und Krankheit warfen sie danach zurück, aber mit Trainer Bernd Wetter wollte es Evi noch einmal wissen. Spielte bis zum vergangenen Sommer oft stark und zunächst auch erfolgreich; aber wieder gingen zu viele enge Partien verloren, um wieder zurück zu kommen.

Jetzt hat sie aufgegeben, hat mit Hilfe Bernd Wetters eine neue Laufbahn als Trainerin begonnen und sie hat sowohl spielerisch als auch als Persönlichkeit alle Voraussetzungen für eine erfolgreiche Coach-Karriere. Der ÖTV ist gut beraten, diesen weiteren Weg zu beobachten und sie so bald wie möglich in den Kreis der Ex-Profis einzubeziehen, die nun erfolgreich als Trainer für den Verband arbeiten ...

Danke und alles Gute, Evi!

Franz Krynedl

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