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Sensationelles Jahr trotz Niederlage

Mit einer hauchdünnen Niederlage im Semifinale des ATP-World-Tour-Finale geht für Alexander Peya / Bruno Soares (re. u.) ihre bisher beste Saison zu Ende: Peya / Soares mussten sich ihren "Erzfeinden" Bob und Mike Bryan hauchdünn mit 6:4, 4:6, 8:10 geschlagen geben.

Peya / Soares haben heuer eine Saison hinter sich, die bis zuletzt einzigartig war: In ihren 25 gespielten Turnieren hatte das österreichisch-brasilianische Duo heuer zehn Endspiele erreicht und die Turniere in Montreal, Valencia, Eastbourne, Barcelona und Sao Paulo für sich entschieden.Und im Endspiel der US Open war es "bloß" eine Rückenverletzung Peyas, die im Duell mit Leander Paes / Radek Stepanek den Traum vom ersten Grand Slam-Titel zerplatzen ließ. Peyas Lohn für dieses Karriere-Highlight: Platz 3 in der Weltrangliste. Plus: Als vierter Österreicher nach Julian Knowle (2007 / Shanghai), Jürgen Melzer (2010 /, 2011) und Oliver Marach (2009, 2010) hatte er sich heuer erstmals für das ATP-World-Tour-Finale der acht besten Doppel-Teams der Welt in der O2-Arena qualifiziert und sich dort bis zuletzt als wahres "Stehaufmännchen" präsentiert: Sowohl im ersten als auch im zweiten Gruppenmatch fanden die beiden erst relativ spät zu ihrem Spiel, Satz 1 ging deshalb gegen Paes / Stepanek bzw. gegen Granollers / Lopez verloren. Der zweite Satz wurde gewonnen, sodass die Entscheidung im Match-Tiebreak fallen musste. Umso schneller erledigten die beiden dann ihren "Job" im dritten Gruppenmatch, als sie mit ihrem 6:3, 7:5-Sieg über David Marrero / Fernando Verdasco ins Semifinale rasten.

"Wir hatten unsere Chancen"
Dort mussten sich Peya / Soares allerdings ihren "Erzfeinden" Bob und Mike Bryan hauchdünn mit 6:4, 4:6, 8:10 geschlagen geben. „Natürlich sind wir enttäuscht, wir hätten uns den Sieg verdient gehabt. Wir haben ein richtig gutes Match gespielt, waren im Champions-Tiebreak dann die etwas Unglücklicheren“, resümierte Peya in der Mixed-Zone der O2-Arena. „Es waren ein, zwei Punkte, die mehr für sie gelaufen sind und so etwas entscheidet dann so ein enges Match.“ Dabei hatte es für Peya/Soares zunächst gut begonnen. Nach zwei abgewehrten Breakbällen im Auftaktgame ging es bis zum 5:4 mit dem Aufschlag, ehe Peya nach sehenswertem Returnspiel den Satzball zum 6:4 nach 35 Minuten nützte. „Wir haben uns gut gefühlt, und haben von Beginn an gut returniert“, sagte Peya. Allerdings war es auch Peya, der im dritten Spiel des zweiten Durchgangs nach einem Doppelfehler zum 30:40 seinen Aufschlag abgeben musste. Dies war im zweiten Durchgang letztlich die Vorentscheidung. Die Bryans waren in diesem Durchgang beim Service nicht zu knacken und gewannen beim ersten Aufschlag 95 Prozent der Punkte. „Sie haben sie uns irgendwie den Rhythmus genommen, weil sie im zweiten Satz unglaublich aufgeschlagen haben, fast nur noch erste Aufschläge serviert. Trotzdem hatten wir unsere Chancen.“

"Das Jahr war für uns sensationell"
Das Halbfinale musste daher also ins Match-Tiebreak. Und auch da sah es zunächst nach dem zweiten Sieg des 33-jährigen Wieners und des 31-jährigen Brasilianers über die US-Zwillinge nach dem Valencia-Endspiel Ende Oktober aus. 4:1 bzw. 5:3 führten Peya/Soares schon, und waren bei 8:8 nur zwei Punkte vom Sieg entfernt. Peya: „Wenn ich da den Volley 20 Zentimeter kürzer spiele, ist der Punkt vorbei.“ Doch der erste Matchball gehört dann den Bryan-Brüdern, die diesen auch gleich verwerteten. „Es ist natürlich jetzt sehr bitter, mit so einer Niederlage in den Urlaub zu fahren“, erklärte Peya. Doch der Wiener fand auch schnell wieder die richtigen Relationen: „Natürlich ist es nach dem Match bitter, aber wir können stolz auf uns sein. Das Jahr ist sensationell für uns gelaufen, das ist keine Selbstverständlichkeit. Das war mit weitem Abstand unser bestes Jahr unserer Karriere“, sagte Österreichs derzeit mit Abstand bester Doppelspieler. „Es war ein würdiger Abschluss, aber wir hätten uns natürlich gewünscht, dass wir morgen noch einmal rausgehen dürften in die O2-Arena. Es sollte nicht sein, aber wir werden im nächsten Jahr alles versuchen, uns wieder zu qualifizieren.“
(Quelle: red. / www.orf.at)

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