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SCHALLER-GEDANKEN XX

In diesem Beitrag befasst sich der ÖTV-Sportdirektor ausführlich mit der FedCup-Niederlage gegen Spanien und gibt die Erfahrungen mit den Spielerinnen weiter. Die erhoffte Überraschung ist ja leider ausgeblieben. Wie auch für die Herren im Daviscup kämpfen auch unsere Damen Mitte Juli um den Weiterverbleib in der Weltgruppe.

Mit Japan auswärts wurde sicher ein wesentlich unangenehmerer Gegner gezogen als er den Herren mit Heimvorteil gegen Mexiko bevorsteht, trotzdem lebt unsere Chance auf den Wiederaufstieg.

Unser Fed Cup-Kapitän Alfred Tesar zieht trotz des deutlichen 0:5 auch einige positive Schlüsse für die Zukunft: Sybille Bammer hat sich seiner Meinung nach bei ihrem Comeback im Team sehr wohl gefühlt; sie hat sich auch in ihrer Persönlichkeit sehr gut weiterentwickelt. Sybille arbeitet sehr professionell, will ihr Spiel weiter komplettieren und versucht jetzt auch öfters nachzugehen und aktiver am Netz zu werden. Die Nervosität im Match ist unter diesen Umständen normal und mit zunehmender Routine wird Sybille sicher auch in Zukunft sehr wichtig für unser Fed Cup-Team sein. Ihr Coach Jürgen Waber war die ganze Woche dabei und Alfred meinte, dass dies sehr positiv für das gesamte Teamgefüge war.

Yvonne Meusburger war bemüht, ihre Qualitäten in den Matches auszuspielen. Sie hat sehr viel Spielverständnis und ihre Kampfkraft beeindruckt. Was ihr immer noch fehlt, das sind Schlag-Waffen, um nach einer gelungenen Befreiung Punkte zu schießen. Im Doppel machte sie im Lauf der Trainingswoche auf Alfred den stärksten Eindruck.

Bei Tamira Paszek stellte Alfred einige technische Verbesserungen fest. So hat sich ihre Vorhand weiter stabilisiert, sie ist flacher bei der Ausholbewegung und kann jetzt auch mehr Spin spielen. Für ihr Alter ist es bemerkenswert, wie professionell sie in ihren Trainingseinheiten agiert.

Das Resümee aus dieser Begegnung ist für Alfred Tesar, dass vor allem Anabel Medina zu stark für unsere Damen war und dass im Doppel Aufholbedarf besteht. Aber auch von Seiten der Gastgeber wurde uns bestätigt, dass dieses junge Team viel verspricht. In Zukunft möchte Alfred im Fall von Heimspielen immer wieder eine Nachwuchshoffnung als fünfte Spielerin einladen.

Jetzt zu den Herren: Gratulation einmal mehr an Werner Eschauer, der weiterhin sehr stark spielt und sich erst im vierten Challenger/Future-Finale, das er en suite erreichte, knapp geschlagen geben musste.

Unser Vorzeigedoppel Melzer/ Knowle holte sich den Titel in Casablanca. Sollte es den beiden gelingen, bei den kommenden Masters Series-Turnieren und natürlich im Grand Slam konstante Ergebnisse zu bringen, dann ist vielleicht sogar die Teilnahme am hoch dotierten Doppel-Masters der bestplatzierten acht Paare zum Saisonende möglich.

In der Südstadt war in der vergangenen Woche für die Gruppe von Thomas Weindorfer die Vorbereitung auf Sand voll im Gang; ab dieser Woche stehen Futures in Rumänien auf dem Plan. Letzte Woche trainierte auch Christoph Lessiak mit; er gehört dem ÖTV-Erweiterungskader an und bereitet sich auf den Indonesien-Circuit vor.

Bei den Jüngeren trainiere ich mit 3drei Spielern aus unserer Fünfergruppe in der Südstadt, während Walter Grobbauer eine Gruppe bestehend aus 3 Südstadtspielern sowie 3 weiteren Österreichern in Bulgarien betreut. Zuletzt ging es bei den ITF-Jugendturnieren mit einigen guten Ergebnissen im Einzel aufwärts, auch im Doppel ist eine Verbesserung eingetreten.

Die nächsten Einsätze bei ITF-Turnieren stehen mit der Spring Bowl in St. Pölten sowie Villach für uns fest. Wie immer herrscht auch diesmal große Nachfrage nach Wildcards für diese Veranstaltungen; leider brauchen wir aber für St. Pölten zum Beispiel jede Menge Wildcards bei den Burschen, denn auf der ersten Liste ist kein Österreicher für den Hauptbewerb qualifiziert.

 

Gilbert Schaller

ÖTV-Sportdirektor

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