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SCHALLER – GEDANKEN XIX

Wie versprochen, wird der ÖTV-Sportdirektor in diesem Beitrag über seine Eindrücke vom Besuch des Steirischen Tennisverband berichten. Zunächst jedoch eine Bemerkungen zu den durchaus erfreulichen Erkenntnissen der vergangenen Turnierwoche:

Nach einer aus österreichischer Sicht eher stillen Zeit im internationalen Spitzentennis hat es endlich wieder erfreuliche Resultate unserer Spitzenspieler gegeben. Abgesehen davon, dass die Auslosung für die Davis Cup-Relegation für Muster und sein Team ein perfektes Ergebnis gebracht hat: gegen Mexiko zuhause spielen zu können, ist das absolut beste Los; alle anderen potentiellen Gegner sind stärker als die Mexikaner.

Jürgen Melzer hat sich, wie die guten Ergebnisse von Houston zeigen, wieder erfangen und Rainer Eitzinger hat mit seinem ersten Challenger-Titel, just in Mexiko, aufhorchen lassen. Das freut mich besonders, weil es mir die Gewissheit gibt, dass die Entscheidung, Jürgen Hager als ÖTV-Touringcoach auf diese Turniere mitzuschicken, richtig war. Es wäre mir allerdings noch lieber, hätten wir mehrere Spieler auf diesem Niveau, und Jürgen Hager wäre – wie geplant – mit einer ganzen Gruppe unterwegs.

Auch Werner Eschauer hält auf Sand eine beeindruckende Siegesserie. Letzte Woche hat er sein drittes Challengertunier gewonnen.

Nun aber zu meinem Eindruck von der Arbeit im Steirischen Tennisverband:

Verbands-Präsident Hannes Zischka ist schon sehr lang im Tennis beheimatet und sicher ein Fachmann. Er hat es geschafft, mit seiner Tennisschule einen hohen Bekanntheitsgrad zu erreichen, und versucht nun die Brücke von der Breite in den Profisport an der Spitze des Steirischen Landesverbandes zu schlagen.

Ihm zur Seite steht Günter Grimberg als Jugendkoordinator. Seine Aufgabe besteht darin, die Coaches des STTV, die Musterland- Partnertrainer, die anderen Spitzentrainer der Steiermark sowie die Regionaltrainer für Nachwuchsentwicklung zu betreuen und zu organisieren.

Als STTV-Headcoach arbeitet Mag. Mathias Schuck und als neuer Coach des Leistungszentrums die erst vor wenigen Monaten von der WTA-Tour zurückgetretene frühere FedCup-Spielerin Evelyn Fauth. Beide sind meiner Meinung nach die richtige Wahl für diese Aufgabe; sie wurden auch von uns gebeten, bei Bedarf für die ÖTV-Jahrgangscoaches einzuspringen. Und beide haben sich erfreulicher Weise gern bereit erklärt, auch dafür zur Verfügung zu stehen.

Mag. Schuck wird sich ab Herbst vorwiegend auf die Arbeit mit den Burschen konzentrieren und Evi Fauth wird ihr Wissen an die Mädchen weitergeben.

Das Leistungszentrum dieses Landesverbandes befindet sich logischer Weise in Graz. Im Moment hat der Verband sicher ein kleines Problem mit den Plätzen im Winter und zwar insofern, als die Tennisanlage doch recht weit entfernt vom Sport-BORG liegt. Das wird zwar dadurch gelöst, dass die Betreuer die Jugendlichen mit Bussen zum Training bringen, aber dadurch geht natürlich wertvolle Zeit verloren.

Den Trainern des Verbandes stehen 2 Busse für Turnierreisen zur Verfügung. Hauptaugenmerk wird auf die Beschickung von nationalen Kat.2-Turnieren sowie der österreichischen Meisterschaften gelegt.

Die Zusammenarbeit mit dem BORG funktioniert gut, die Räumlichkeiten der Schule stehen dem STTV für das Konditionstraining zur Verfügung. Verantwortlicher Konditionstrainer und Sportwissenschafter des Verbandes ist Mag. Wolfgang Fischer. Für die Sportmedizin zeichnet Prof. Dr. Schober verantwortlich.

Die Finanzierung des von Thomas Muster geplanten Leistungszentrums ist gesichert, aber es sind noch einige rechtliche Dinge abzuhandeln, sodass wohl frühestens im nächsten Jahr der Spatenstich erfolgen kann.

Um den Jugendlichen in weiter entfernten Gebieten optimale Betreuung anbieten zu können, wurden STTV-Verbands- Coaches gesucht. Es gab ca. 25 Bewerbungen für diesen Job, nach einem Hearing wurden zehn Trainer für diese Aufgabe nominiert. Zu den Aufgaben der STTV-Coaches zählen das Kadertraining, Abhaltung von Lehrgängen, Turnierbetreuung bei nationalen Turnieren, regionale Sichtungen, sowie die Abhaltung von Camps. Außerdem haben sie sich an die Vorgaben des Verbandes in Bezug auf die Ausbildung zu halten.

Eine weitere Schiene an der Basis bilden in der Steiermark die Regionalbetreuer für Nachwuchsentwicklung. Im Moment sind es 8 an der Zahl und sie haben die Aufgabe, sich in den Vereinen sich Kinder und Jugendliche zu kümmern sowie ein generelles Vereinscoaching anzubieten.

Präsident Hannes Zischka ist es gelungen, eine gute Struktur in der Steiermark aufzubauen. Ein Wermutstropfen ist wie fast überall, dass die Eltern doch einiges an finanziellen Mitteln beisteuern müssen, um eine gute Betreuung zu sichern. Diese Situation zu verbessern, ist mir ein besonderes Anliegen, weil es einfach nicht am Geld scheitern darf, wenn wir Talente finden und sie dann bestmöglich fördern wollen.

Wir seitens des ÖTV versuchen ständig, zusätzliche finanzielle Mittel zu bekommen. Sollte es uns gelingen, werden wir diese Gelder an die Landesverbände weitergeben, wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden. Es ist mein erklärtes Ziel, dass die Landesverbände eine Betreuung anbieten können, die wirklich für jeden leistbar ist, damit in möglichst naher Zukunft Talente nicht mehr aus finanziellen Gründen verloren gehen.

Gilbert Schaller

ÖTV-Sportdirektor

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