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SCHALLER – GEDANKEN X

Die letzten „Gedanken“ des ÖTV-Sportdirektors im heurigen Jahr beinhalten einen kurzen Rückblick auf das abgelaufene Tennisjahr, einen Ausblick auf die nächste Saison sowie ein Update des Trainingsbetriebes in der Südstadt.

Zuerst möchte ich alle SpielerInnen erinnern, dass es bis 31.01.06 möglich ist, sich für den Erweiterungskader zu bewerben. Es sind schon einige Anfragen angelangt, wir machen gerade die Verträge fertig und werden sie so schnell wie möglich zuschicken.

 

Wo steht nun das österreichische Tennis nach der letzten Saison?

Betrachten wir die nüchternen Rankingzahlen zu Ende des Jahres, dann können wie sehr zufrieden sein. In erster Linie mit den Ergebnissen unserer Teams im Fedcup und im Daviscup. Auch die Auslosungen für 2006 lassen mich auf die eine oder andere Überraschung hoffen.

Was mich jedoch ein wenig nachdenklich stimmt, und wo ich im Vergleich zu manch anderen Ländern unserer Größe sicher Nachholbedarf sehe ist, dass bei uns sowohl im Damenbereich als auch bei den Herren die Dichte hinter den bereits etablierten SpielerInnen bei weitem nicht zufriedenstellend ist. Langfristig ist das auch eines meiner Hauptziele, in vier bis fünf Jahren die Zahl der ÖsterreicherInnen unter den Top 200 zumindest zu verdoppeln. Im Moment sind es zwei Damen und vier Herren, von denen mehr unter die Top 100 aufrücken sollten.

Bei den Damen habe ich die doch berechtigte Hoffnung, dass wir schon bald vier unter den Top 200 haben werden. Mit Kix und Paszek gibt es zwei logische Namen, auch Tina Schiechtl könnte schon bald dort stehen. Ich hoffe auch, dass Barbara Schwartz von Verletzungen im nächsten Jahr verschont bleibt; dann können wir mit einer weiteren Spielerin auf Topniveau aufwarten, die natürlich besonders im FedCup wieder eine wichtige Rolle spielen könnte.

Bei den Herren wird Stefan Koubek sich wieder das Ranking erarbeiten, das seinem Niveau entspricht, und das sind sicher nicht die Top 200. Für Oliver Marach wird es ein Jahr der Bewährung; er hat eine gute Ausgangsposition zu Jahresbeginn, da er nicht so viele Punkte zu verteidigen hat. Die Top 100 sind in Reichweite.

Rainer Eitzinger, Marco Mirnegg, Alex Peya sind für mich sicher auch Kandidaten auf einen Platz in den Top 200 bis Ende 2006.

Was erwarte ich mir von unseren Jugendlichen in der Südstadt?

Unsere Ziele bei Negrin, Österle, Fux, Rath, Scheiring und Reissig liegen sicher im ITF Jugendbereich; hier geht es darum, ein gutes Ranking zu erreichen.

Yannik Weihs wird auf nationaler Ebene im Herrenbereich spielen; sicher auch das eine oder andere Jugendturnier, aber sein Ziel muss es sein, im Herrentennis Fuß zu fassen.

Die Gruppe Sandbichler, Steiner, Fischer, Oswald hat den Weg in die Top 500 als Zielvorgabe. Für Stefan Wiespeiner ist ein Sprung vorwärts um mindestens 150 Plätze realistisch.

Des weiteren plane ich, wie schon vorab angekündigt, ab September eine neue, junge Burschengruppe in die Südstadt zu holen.. Auch im Mädchenbereich gibt es Kandidatinnen, die ab nächstem Herbst bei uns willkommen sind. Ferner wird ein neuer Trainer neben den Aufgaben im Burschenbereich auch gemeinsam mit Peter Eipeldauer die Arbeit mit den Mädchen leiten.

Was gibt es vom Training Neues zu berichten?

Seit knapp 2 Wochen arbeiten wir mit dem Silicon Coach Videosystem. Walter Grobbauer brauchte doch einige Zeit um sich einzuarbeiten, aber jetzt hat er alles im Griff. Ich bin sehr positiv überrascht von den Möglichkeiten der Schlaganalyse und auch darüber, dass wir durch dieses System Vergleiche mit den Top Spielern auf der Tour anstellen können.

Wir arbeiten also immer noch verstärkt an der Technik. Das liegt zum Teil auch in meinem Naturell, welches sicher sehr ehrgeizig ist, sodass ich schon gern weiter wäre mit den technischen Möglichkeiten unserer Jugendlichen.

Die Entwicklung im körperlichen Bereich ist sehr gut verlaufen, bei manchen allerdings war

ein kontinuierlicher Aufbau wegen Verletzungen noch nicht möglich. Aber wir werden auch das hinbekommen.

Ab Jänner stehen für unsere Jüngeren verschiedene ITF- Jugendturniere auf dem Programm, für die Älteren sind die Austrian Futures der erste Höhepunkt der neuen Saison.

 

Ich möchte diesen Rahmen auch nützen, um unserem Präsidenten Prof. Wolner zu danken.

Er ist immer sehr bemüht, meine Wünsche für den Sportbereich zu verwirklichen, ist auch ein Mann der Tat, der so schnell wie möglich Änderungen bewirken will, und er ist dank seiner Kontakte auch in der Lage, die richtigen Kräfte dafür zu gewinnen.

 

Das österreichische Tennis ist - wenn man auf die Cupbewerbe blickt – in der absoluten Weltspitze vertreten und wir haben auch das Potential, mit unseren SpielerInnen dort zu bleiben.

Ich hoffe auf eine verletzungsfreie Saison für alle unsere Hoffnungsträger und freue mich auf die sportlichen Leistungen im kommenden Jahr.

Ein erholsames Weihnachtsfest wünscht Ihnen allen

Gilbert Schaller

 

 

 

 

 

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