Zum Inhalt springen

SCHALLER - GEDANKEN VIII

Vergangene Woche stand für Marion Maruska und für mich ein Besuch der Landesleistungszentren von Salzburg und von Vorarlberg auf dem Programm. Ich möchte in den nächsten Monaten alle Bundesländer bereisen und mir ein genaues Bild über die Konzepte der einzelnen Verbände und deren Umsetzung machen.

Eigentlich wollte ich mit unseren beiden westlichsten Bundesländern beginnen, aber weil es in Tirol einige Umstrukturierungen gegeben hat bzw. gibt und daher um einen späteren Termin ersucht wurde, habe ich mit dem Salzburger Verband begonnen.

Der STV verfügt über ein erstklassiges Leistungszentrum in Rif. Dort stehen im Winter für die Jugendlichen an Werktagen zwei Hardcourts bis 19 Uhr zur Verfügung; ebenso wie Turnhallen, verschiedene Kraftkammern, eine Laufbahn sowie eine Schwimmhalle.Das Trainerteam rund um Mag. Matthias Scherf machte auf mich einen sehr positiven und kompetenten Eindruck. Es ist ein junges, motiviertes Team, bestehend aus drei Trainern, die in den Bereichen Tennis und Kondition arbeiten. Gut finde ich auch das Konzept, denn es deckt sich mit meiner Vorstellung von guter Verbandsarbeit.

Ich bin der Meinung, dass jeder Landesverband ein Leistungszentrum haben sollte, um den talentiertesten Jugendlichen der Region die Möglichkeit zu geben, eine kostengünstige Ausbildung zu erhalten. Leider ist es in Salzburg, so wie auch in einigen anderen Bundesländern, für viele Jugendliche aus geografischen Gründen ein Problem, dieses Leistungszentrum zu nutzen, weil die Anreise eine Stunde oder länger dauert. Als Lösung sieht das Salzburger Jugendkonzept deshalb vor, dass sieben Standorttrainer bzw. Bezirkstrainer in den Regionen Jugendliche sichten und ein Training nach den Richtlinien des Verbandes anbieten. Das fix angebotene Training wird vom STV übernommen, den Rest müssen die Eltern privat finanzieren. Glücklich bin ich nicht darüber, dass ein beträchtlicher Finanzierungsanteil von den Eltern übernommen werden muss, aber das Budget ist wie überall knapp bemessen.

Mein Resümee über die Nachwuchsarbeit des STV: Ein sehr gutes, junges Team ist dabei, sein Konzept in die Tat umzusetzen. Natürlich braucht dieses Team noch Zeit, damit die Arbeit Früchte trägt; ich hoffe sehr, dass sie diese Zeit auch bekommen. Zu verbessern ist – wenn es das Sportbudget zulässt - noch das Angebot für die Bereiche U14 und darunter: vor allem mehr kostengünstige Trainingsmöglichkeiten sowie die Chance auch für die Jüngsten, im erstklassigen Zentrum in Rif zu trainieren, wäre wünschenswert.

Wirklich beindruckende Jugendarbeit wurde uns in Vorarlberg präsentiert. Mit dem Vorteil der meist kurzen Anreise in diesem kleinen Bundesland gibt es seit 1995 in der Dornbirner Messehalle den Stützpunkt des VTV.

Das Sportgymnasium befindet sich gleich neben dem Messegelände, in der Halle stehen dem VTV zwei Rebound Ace-Hardcourts zur Verfügung, Granulatplätze sind ebenfalls vor Ort, daneben gibt es einen großen Raum für das Konditionsprogramm.

Cheftrainer Ajit Alexander und sein Team leisten hervorragende Jugendarbeit, was sich auch in den Ranglisten der einzelnen Jahrgänge wiederspiegelt. Im Hintergrund agiert Ausbildungschef Mag. Michael Rauth, der sehr bemüht ist, optimale Bedingungen zu schaffen. Ich muss bestätigen, dass es ihm gelungen ist. Auch in diesem Landesverband gibt es eine klare Struktur mit einem starken Leistungszentrum und kompetenten Trainern. Einziger Wermutstropfen ist auch in Vorarlberg die notwendige Kostenbeteiligung der Eltern. Für Jugendliche im A-Kader liegt der jährlich anfallende Beitrag der Eltern zur Kostendeckung bei 35 Prozent.

In Gesprächen mit den Entscheidungsträgern der beiden Landesverbände STV und VTV wurden auch manche Kritikpunkte in Bezug auf die Südstadt ausgesprochen. Ich kann versichern, dass wir uns mit jedem einzelnen Fäll eingehend befassen werden. Es wurde mir aber auch bestätigt, dass sie ihren talentiertesten Jugendlichen jederzeit raten würden, einer Einladung in die Südstadt Folge zu leisten, was sie in der Vergangenheit nicht immer ruhigen Gewissens gemacht hätten.

Über die weiteren Landes-Leistungszentren werde ich unmittelbar nach meinen Besuchen hier informieren.

 

Gilbert Schaller
ÖTV Sportdirektor

 

 

 

 

Top Themen der Redaktion