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SCHALLER-GEDANKEN VI

Diesmal möchte ich auf ein Thema eingehen, das für mich die eigentliche Faszination des Tennis als Leistungssport ist. Es geht um die verschiedenen Möglichkeiten, die uns individuell zur Verfügung stehen um zu siegen.

Gut für die Gewinner, für die weniger Erfolgreichen oft schwer zu verstehen und manchmal auch leider nicht nachzuvollziehen. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es möglich ist, im Tennis Erfolg zu haben, wenn man es versteht, wesentliche Dinge umzusetzen.

Nach der Beobachtung vieler unserer Jugendlichen und Profis ist leider klar zu erkennen, dass es speziell in diesem Bereich Defizite gibt. Natürlich betrifft es nicht alle, manche verstehen es bereits gut, ihre Qualitäten richtig einzusetzen, aber viele eben noch nicht. Genau darauf, auf die verschiedenen Möglichkeiten zu gewinnen, will ich eingehen:

Meiner Meinung nach ist vielerorts noch immer das Brechstangensystem im Einsatz; dabei geht es meist nur darum, die eigenen Stärken so weit wie möglich auszubauen, um damit erfolgreich zu sein. Dieser Weg ist im Ansatz ja nicht schlecht. Es gelingt meist, dadurch das Selbstbewusstsein zu stärken, man lernt auch, seine Waffen im Ballwechsel so schnell wie möglich einzusetzen, und ein Gameplan ist auch da - je nach Erfahrung, die man in den Spielen sammelt.

Allerdings hat diese Strategie auch einen Haken, den ich schon zu oft gesehen habe und auch mit unserer Spieler bespreche. Es fehlt der Plan B.

Im Verlauf eines Turniers (ab einem gewissen Niveau auch im Lauf einer einzigen Partie) wird man damit konfrontiert, dass die eigenen Stärken gegen manche Gegner nicht so einzusetzen sind wie man es gewohnt ist und Jahre lang trainiert hat. Die Konsequenz dieser Situation ist meist eine frustrierende Niederlage, weil die oder der andere ein so „unangenehmes“ Spiel hat.

Aus leidvoller Erfahrung weiß ich, dass es als Trainer nicht immer einfach ist diesen Plan B zu vermitteln, weil nicht jeder bereit ist, gerade diese „unangenehmen“ Schläge bzw. diese unangenehme Situation von vornherein zu trainieren. Aber gerade aus mentaler Sicht ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, dass sich Spieler(innen) dessen bewusst sind, um auf möglichst viele Spielsituationen reagieren zu können, die auf dem Tennisplatz passieren. Auf keinen Fall darf man als Verlierer vom Platz gehen, bevor man nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft hat, die zur Verfügung stehen. Und gerade das ist in vielen Spielen, die ich heuer gesehen habe, eindeutig zu oft passiert...

 

Einige Beispiele für diese Möglichkeiten, die man ausschöpfen sollte:

1. Mehr Tempowechsel einbauen, um dem Gegner den Rhythmus zu nehmen.

2. Das Spiel verlangsamen, wenn man zu viele Eigenfehler produziert.

3. Aktiver werden, öfter ans Netz gehen, wenn man vom Gegner „eingeschläfert“ wird.

4. Hin und wieder in entscheidenden Momenten Serve and Volley zu spielen, um den Gegner zu überraschen.

5. Im Ballwechsel versuchen, die Position auf dem Platz zu ändern. Weiter vor zur Grundlinie, wenn man das Gefühl hat, aktiver werden zu müssen, bzw. einen Schritt zurück, wenn man merkt, dass der Gegner sich in dieser Situation wohlfühlt.

 

Ich zeige aus meiner Laufbahn gern noch viele weitere Spielsituationen, wenn sich meine SpielerInnen daran ein Beispiel nehmen wollen, und werde mit Hilfe meines Teams versuchen, im Training ihren taktischen Horizont zu erweitern. Alle Möglichkeiten im Training immer wieder durchspielen, in Sparrings einbauen – dann bekommt man das Gefühl für den richtigen Moment, die gewünschten Schläge so einzusetzen, dass der Schuss nicht nach hinten losgeht...

 

Mit freundlichen Grüßen

Gilbert Schaller

ÖTV-Sportdirektor

 

 

 

 

 

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