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SCHALLER - GEDANKEN V

Wie ich in meinen ersten „Gedanken“ geschrieben habe, war der Trainingsstart im September ein erster Schritt, einige Neuerungen in der Südstadt aktiv umzusetzen.Vieles hatte sich verändert: neue Trainer, neue junge Talente, ein strafferes Trainingsprogramm, individuellere Konditionsarbeit usw.Jetzt sind seit dem Start schon wieder 6 Wochen vergangen; alles läuft im großen und ganzen so wie ich es geplant habe und ich bin zufrieden mit den Fortschritten.

Einmal in der Woche trifft das Trainerteam zusammen, um Probleme anzusprechen, Verbesserungen vorzuschlagen, die Leistungen unserer Jungendlichen zu beurteilen und um das Training weiter zu optimieren. Bei diesem wöchentlichen Jour fixe gibt es klarerweise rege Diskussionen, aber mit der Bereitschaft aller zur optimalen Kooperation gab es bisher immer eine positive Richtungsweisung.

Bei einem Problem jedoch sind uns die Hände gebunden und wir können nur langsam und geduldig den von uns gewünschten Weg gehen. Dieses Problem sind Verletzungen auf Grund fehlender körperlicher Fitness.

Mit diesem Problem sind wir speziell bei den Mädchen konfrontiert. Uns war von Anfang an bewusst, dass wir mit allen Neuen sehr langsam beginnen müssen. Speziell im Bereich der Kondition stand von Beginn an Stabilisation, Koordination und langsamer Aufbau im Vordergrund.

Während bei den Burschen fast keine Probleme aufgetreten sind, wir unser Programm bisher auch durchziehen konnten und auch die Stundenanzahl Schritt für Schritt erhöht wurde, ist das bei den Mädchen bisher leider bei weitem nicht möglich. Es sind keine wesentlichen und langwierigen Verletzungen, aber leider hindern uns diese Kleinigkeiten zu oft, ein kontinuierliches Programm zu verfolgen.

Nach Gesprächen mit unserem Trainerstab, unserem Sportwissenschafter Dr. Ernst Köppel und der ehemaligen Spitzenspielerin Maruska Marion ist mir klar, dass zu dieser Problematik akuter Handlungsbedarf besteht.

Wichtig ist für uns – und wird es in Zukunft vor Aufnahmen immer sein - eine Dokumentation des Trainingsumfangs unserer Schützlinge vor ihrem Eintritt in die Südstadt Anhand dieser Trainingspläne können wir besser auf Schwächen reagieren und schon von Beginn an gezielter planen.

Vor Ende November wird Dr. Köppel in die Homepage des ÖTV einen Leitfaden platzieren mit folgenden Inhalten:

 

  • Stellenwert des Konditionstrainings im Tennis
  • Körperliches Anforderungsprofil Tennis
  • Zielgerichteter, systematischer und planmäßiger Trainingsaufbau
  • Optimales Zusammenspiel Tennis- und Konditionstraining
  • Idealtypische Sportlerbetreuungssysteme[S1] 
  • Angebot an Trainingseinheiten[S2] 

 

Ich hoffe, dass - sobald wir diese Punkte allgemein zugänglich gemacht haben - in manchen Bereichen ein Umdenken stattfindet und mehr auf eine Gesamtheit in der Ausbildung geachtet wird. Der Bereich der körperlichen Entwicklung darf auf keine Fall vernachlässigt werden; im Gegenteil, vor allem in so jungen Jahren sollte sie Vorrang haben.

Wir denken auch darüber nach, eine Dokumentation ihrer Arbeit für unsere Kaderjugendlichen verpflichtend einzuführen, einfach um eine zielführende Entwicklung besser zu gewährleisten.

Wir werden die Probleme unserer Mädchen in den Griff bekommen und sie körperlich auf den erforderlichen Standard bringen. Es ist nur schade um die Zeit, die wir jetzt verlieren.

Mit der Bitte, offen für diese Themen zu sein

 

Gilbert Schaller

ÖTV-Sportdirektor

 

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