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SCHALLER - GEDANKEN IX

Wie schon angekündigt, plant der ÖTV-Sportchef, ab nächstem Jahr einen Erweiterungskader zu installieren. In dieser Folge beschreibt er den geplanten ersten Schritt, erläutert seine Gründe, warum es diesen neuen Kader überhaupt geben wird, und erklärt auch die Hoffnungen, die er darauf setzt:

Aus eigener Erfahrung weiß ich wie schwer es ist, eine Karriere als Tennisprofi zu finanzieren. Es gibt sicher nur einige wenige österreichische SpielerInnen, die in eine Saison starten können, ohne auf die Finanzen achten zu müssen.

Nach wie vor sind die österreichische Mannschaftsmeisterschaft („Superliga“) aber auch andere internationale Ligen finanziell wichtige Grundlagen. Zu meine Zeit boten auch die Preisgeldturniere in Österreich noch eine gute Chance etwas dazu zu verdienen, diese Möglichkeit ist heutzutage realistischerweise nicht mehr gegeben, da es kaum noch Turniere gibt, bei denen für einen Sieg mehr als 2.000 Euro bezahlt werden.

Auch die Gagen in den diversen Ligen sind sehr stark zurück gegangen; die Gründe dafür kennen wir alle: Es bleibt jedoch das Problem bestehen, dass unsere Profis in anderen Ligen auch noch Geld dazu verdienen müssen und dadurch natürlich wieder kostbare Zeit verloren geht. Es kann daher nur im Interesse unseres Spitzensports liegen, dass für alle, die wirklich ernsthaft im Tennis ihren Weg gehen wollen, auch die Verbreiterung der finanziellen Basis ermöglicht wird.

Eine solche Möglichkeit soll in Zukunft durch den Erweiterungskader angeboten werden. Ich will nicht die falsche Hoffnung erwecken, dass wir für jede(n) Tausende Euro zur Verfügung haben, leider können wir nicht nach Wunsch finanzieren.

Insgesamt stehen für die Damen € 8.000.- zur Verfügung und für die Herren € 15.000. Warum es im männlichen Bereich mehr Geld gibt, erklärt sich durch die Relation, dass es ca. doppelt so viele Herren gibt, die es im internationalen Geschäft versuchen.

Wie wird das Geld aufgeteilt?

Ich habe versucht, ein für alle faires Punktesystem zu entwickeln, in dem für Leistungen bei Turnieren Punkte vergeben werden. Erreicht zum Beispiel ein(e) Spieler(in) bei einem 10.000 $-Turnier das Finale, gibt es abhängig vom Ranking eine bestimmte Anzahl an Punkten.

Je besser das Ranking ist, desto weniger Punkte gibt es, da diese Futures bei Damen und Herren als Einstiegsturniere gedacht sind. Für jedes Ranking habe ich versucht, die einzelnen Turniere entsprechend zu bewerten.

Auch im ITF-Bereich gibt es für den Nachwuchs die Chance, anhand der Jugendweltrangliste Punkte zu erwerben. Diese Punkte werden addiert und am Ende des Jahres zur Aufteilung des vorgesehenen Budget gewertet. Wer die meisten Punkte hat, bekommt anteilsmäßig die größte Unterstützung. Ein Rechenbeispiel : A hat 20 Punkte, B hat 10 Punkte die Summe die zur Verfügung steht sind 3.000 €. Daher bekommt A 2.000 € und B 1.000 €.

Wer ist zur Teilnahme berechtigt?

Jede( r) international tätige Spieler(in); egal ob in der ITF Jugend- oder auf der WTA- bzw. ATP-Tour, welche Jahrgang 1980 oder jünger sind und nicht schon vom ÖTV unterstützt werden.

Was sind die Gegenleistungen seitens der Spieler(innen) ?

Es muss ein Vertrag mit dem ÖTV abgeschlossen werden. In diesem Vertrag werden bestimmte Punkte definiert, die vom Vertragspartner einzuhalten sind. Die Teilnahme an einer der Österreichischen Meisterschaften kann einer dieser Punkte sein, oder das Folgeleisten an einer Einberufung in den Fed bzw. Daviscup zu den Bedingungen der anderen Teamspieler wird ein anderer Punkt sein. Je nach Alter und Ranking werden nicht für jeden die gleichen Punkte in so einem Vertrag stehen, aber ich kann versichern das ich niemanden zu Leistungen zwingen will welche zum Nachteil für die Entwicklung gesehen werden können. Werden alle Leistungen seitens des Spielers bzw. der Spielerin erfüllt wird der fällige Bonus am Jahresende dann ausbezahlt.

Wie kommt man zu einem Vertrag?

Einfach per Mail oder Telefonat bei Maruska Marion im ÖTV Büro um einen Vertragsentwurf ersuchen (marion.maruska@tennisaustria.at bzw. 01-8654506-12). Dieser wird dann zugeschickt, wenn die Berechtigung für den Erweiterungskader gegeben ist.

Mir ist klar, dass es sich nur um eine geringe Unterstützung handelt. Aber ich will einfach einmal einen ersten Schritt in diese Richtung setzen und Erkenntnisse gewinnen, wie es in der Praxis ankommt, ob es die erhoffte Hilfe für manche ist, wo es vielleicht Probleme gibt , ob es in weiterer Folge Möglichkeiten gibt, dieses Budget zu erhöhen, ob es auch den Raum für eine verbesserte Kommunikation untereinander öffnet und sicher noch manches mehr.

Auf gute Zusammenarbeit!

 

Gilbert Schaller

ÖTV-Sportdirektor

 

 

 

 

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