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ATP

SALZBURG: "HATTRICK" IN DER MOZARTSTADT +++ MIT HAIDER-MAURER, FISCHER, MUSTER, MAHUT, BROWN & CO

Auf die Fans wartet von 12. bis 20. November „eine Tennishalle mit besonderem Starflair“ (Turnierdirektor Weindorfer). Die Protagonisten: U. a. ein Spieler, dessen Karriere schon bald verfilmt wird. Ein Spieler, der schon mal mit Röckchen und Haarband den Court betritt. Und mit Dustin Brown (Bild) ein Spieler, der am Catwalk genauso erfolgreich ist wie zwischen Grundlinie und Netz. (Bildquelle: www.dustinbrown.de)







9. November 2011

"TENNISHALLE MIT STARFLAIR".
2009 war bei der Premiere als absolutes Highlight das "Geschlechter-Duell" Sybille Bammer vs. Thomas Muster am Programm gestanden. Bei der zweiten Auflage des ATP-Challenger-Turniers Salzburg Indoors drängten sich im Vorjahr zusätzlich zum Erstrunden-Duell zwischen Andreas Haider-Maurer und Thomas Muster auch Martin Fischer, Stefan Koubek, "Crazy Dani" Köllerer und der deutsche Titelverteidiger Michael Berrer in den Mittelpunkt des Interesses. Und heuer? Von 12. bis 20. November präsentiert sich die Salzburgarena erneut von einer anderen Seite "und verwandelt sich in eine Tennishalle mit besonderem Starflair", so Turnierdirektor Edwin Weindorfer. Zwar fällt "Lokalmatador" Nico Reissig aufgrund seiner bei einem Challenger-Turnier im Juli in Dortmund zugezogenen Knieverletzung (Kreuzbandriss, Seitenbandriss, Einriss im Meniskus) weiterhin aus, für ihn werden – neben Daniel Brands, Mischa Zverev, Dominik Meffert und Titelverteidiger Conor Niland – aber andere einspringen.Darunter u. a. ein Spieler, ...

... der statt Mozartkugeln Punkte sucht. Sein Name: Andreas Haider-Maurer. Noch Anfang August stand der Wahl-Innsbrucker auf seinem Karriere-Hoch von Position 70. Und das, obwohl er ab der letzten Jänner-Woche wegen einer schweren Lungenentzündung fast zwei Monate lang außer Gefecht gewesen war und dadurch auch das Davis Cup-Heimspiel gegen Frankreich verpasst hatte. Und auch der Rest von AHM’s Saison war (bisher) durchwachsen: In Kitzbühel kam für ihn in Runde 1 das Aus, in Wien war der Stadthallen-Vorjahresfinalist ebenfalls bereits zum Auftakt an Kevin Anderson, "einem aufstrebenden Spieler" (Haider-Maurer), und an leichten Schulterproblemen gescheitert. In Salzburg hat Österreichs Nummer 2 ein Achtelfinale (2010: out gegen Ivan Navarro) zu verteidigen. Diese "Hürde" will Österreichs Nummer 2 nach dem Verlust seiner Top 100-Position beim Salzburg Indoors deshalb unbedingt überspringen. "Mit ein, zwei Turnieren kann es schnell wieder nach oben gehen. Es gibt 2011 noch einige Punkte." Um fix im Australian Open-Hauptbewerb zu stehen, müsste Haider-Maurer noch heuer knapp an die Top 100 herankommen.

... den Hollywood leise ruft. Sein Name: Thomas Muster.
Österreichs ehemalige Nummer 1 hat beim Erste Bank Open in der Wiener Stadthalle unter eigenen Tränen und dem Applaus der Fans einen endgültigen Schlusspunkt unter seine Karriere gesetzt  – zumindest auf ATP-Ebene. In Salzburg wird "der verdammte Berserker" (Die Welt) heuer noch ein Mal zu sehen sein. Ob er auch im kommenden Jahr kommen wird, steht derzeit allerdings noch in den Sternen: Nach 2011 will er auch 2012 noch weiter spielen, so Muster, aber möglicherweise nicht mehr das gesamte Jahr und mit reduziertem Challenger-Turnierplan. Spätestens zum 45. Geburtstag am 2. Oktober 2012 soll dann Schluss sein. Die weiteren Eckpunkte im Leben der Legende sind trotzdem bereits vorgegeben: Er widme sich nun verstärkt seiner Familie und arbeite an einer Vortragsreihe, sagt Muster. Außerdem gebe es momentan Überlegungen für ein Filmprojekt. Stoff des Streifens: Musters Tenniskarriere.

... der Ausdauer im Blut hat. Sein Name: Nicolas Mahut. Der Franzose, der 1999 die inoffizielle Jugend-WM ("Orange Bowl") gewonnen hatte, lieferte sich im Vorjahr auf Court 18 in Wimbledon mit US-Boy John Isner das bisher längste Match der Tennis-Geschichte. Die Partie begann am 22. Juni 2010 und zog sich über drei Tage hin. Am Ende triumphiert Isner – trotz 103 Mahut-Assen – in einem Match, das nach 11:05 Stunden alle Rekorde brach. Das Resultat: 6:4, 3:6, 6:7(7), 7:6(3), 70:68. Danach hatte ein Mathematiker flugs ausgerechnet, dass es 200 Jahre dauern würde, bis es wieder so ein Spiel wie jenes zwischen John Isner und Nicolas Mahut geben würde. Heuer sorgte Mahut erneut für Schlagzeilen, als er beim Hopman Cup in Australien alle mit Tennis-Röckchen und pinkem Haarband alle überraschte. Danach gab sich der 29-jährige Franzose etwas bescheidener, konnte aber bereits einen Turniersieg (Courmayeur), einen Finaleinzug (Cherbourg) und zwei Semifinale (Sarajewo, St. Remy) für sich verbuchen.

... der Reggea und Sauerkraut perfekt verbindet. Sein Name: Dustin Brown.
Der 26-jährige Deutsche mit jamaikanischen Wurzeln und wehenden Rasterlocken wird einer der Publikumslieblinge in der Mozartstadt sein. 2011 hat er zwei Semifinale (Rom, Johannesburg) als Highlights in seinem Erfolgskonto stehen. Seinen persönlichen Höhepunkt erlebte Brown allerdings bei den mit 450.000 Euro dotierten BMW Open in München: Der Deutsch-Jamaikaner, der nur mit einer Wildcard in das Hauptfeld gekommen war, besiegte in der ersten Runde den Schweizer Stanislas Wawrinka, der in der Weltrangliste damals auf Rang 14 geführt wurde. Nach spannenden 2:14 Stunden verwandelte er seinen ersten Matchball zum 6:7 (6:8), 6:4, 7:5. "Man muss nur dran glauben, dass man diese Leute schlagen kann", sagte Brown danach. Für den Fall, dass es mit der Tenniskarriere nicht klappen sollte, hat er trotzdem vorgesorgt: Seit Jahren schon wird Brown als Model für Fotoshootings gebucht und wandert bei Modeschauen auf großem Fuß (Schuhgröße: 49) über den Catwalk.


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