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Rotweissrot ganz in weiss!

Auslosung beim zweiten Grand Slam-Turnier 2013: Jürgen Melzer (links) trifft auf Fabio Fognini, Andreas Haider-Mairer spielt gegen Go Soeda, Yvonne Meusburger bekommt es mit der Vorjahresfinalistin Agnieszka Radwanska zu tun. Weiters: Tamira Paszek - Alexandra Cadantu, Knowle / Bhupathi - Mayer / Ramos, Peya / Soares - Butorac / Ram, Oswald / Meffert - Max Mirnyi / Horia Tecau, Melzer / Blake - Murray / Peers, Paszek / McHale / Date-Krumm / Parra Santonja, Klemenschits / Oprandi - Castano / Marosi.



BESTE WIMBLEDON-RESULTATE
AKTUELLER SPIELER/INNEN

JÜRGEN MELZER
bestes Resultat | 2010: Turniersieg (Doppel), Achtelfinale (Einzel)
Das Bauchgefühl würde grundsätzlich passen. "Es ist eines meiner Lieblingsturniere", betont Jürgen Melzer immer wieder, sobald er auf Wimbledon angesprochen wird. "Ich war hier über die Jahre hinweg immer recht erfolgreich. Mir taugt es einfach, auf Rasen zu spielen." Drei Mal durfte Österreichs Nummer 1 den "heiligen" Rasen bereits als Sieger verlassen: 1999 hatte sich der Niederösterreicher als 18-Jähriger mit dem Sieg im Junioren-Einzelbewerb zum ersten österreichischen Wimbledon-Sieger überhaupt gekürt. 2010 gewann er an der Seite des Deutschen Philipp Petzschner gegen Robert Lindstedt / Horia Tecau den Herren-Doppelbewerb bei den "Erwachsenen", im Juli 2011 holte sich Melzer im Mixed-Doppel an der Seite seiner heutigen Gattin Iveta Benešová seinen dritten Titel.

Im Vorjahr sah es lange Zeit so aus, als könnten er und Petzschner ihrem Sieg aus dem Jahr 2010 einen weiteren hinzufügen. Die beiden mussten sich allerdings im Semifinale des Rasen-Klassikers der schwedisch-rumänischen Paarung Lindstedt / Tecau mit 4:6, 7:6(10), 4:6, 3:6 geschlagen geben. Heuer dauert es vorerst noch etwas, ehe Melzer auf Rasen in die Gänge kommt: In Halle scheiterte er im Achtelfinale an Richard Gasquet, danach sagte er u. a. aufgrund von Hüftproblemen seinen Start beim letzten Wimbledon-Vorbereitungsturnier in s'-Hertogenbosch ab, "um in Wimbledon voll fit zu sein."

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ALEXANDER PEYA
bestes Resultat | 2011: Semifinale
"Mit 32 ist er derzeit im besten Doppelalter", sagt Michael Oberleitner. Dass der Peya-Coach mit seiner "alt"-aber-gut-Theorie richtig liegen dürfte, beweist Österreichs bester Doppelspieler bereits Monaten u. a. mit Turniersiegen in diesem Jahr in Barcelona und Sao Paulo, zwei Finaleinzügen (London, Madrid) und drei Semifinale (Indian Wells, Acapulco, Memphis). "Wir haben im Moment genügend Selbstvertrauen, um zu wissen, dass wir zu den Besten gehören", weiß auch Peya selber. "Wenn wir unsere Leistung bringen, werden wir nur schwer zu schlagen sein."

Mit dem Brasilianer Bruno Soares an seiner Seite bildet der Wiener das derzeit hinter Bob und Mike Bryan weltweit zweitbeste Duo. Mit Rang 9 erreichte er am 9. Juni 2013 seine bisher beste Weltranglisten-Position. Peya: "Betrachtet man unsere Ergebnisse, dann ist die Partnerschaft mit Bruno die bisher beste für mich." Aber auch schon davor lief es für Österreichs Davis Cup-Spieler nicht wirklich schlecht: In Wimbledon hatte er 2011 mit Christopher Kas das Halbfinale erreicht, musste sich dort aber Lindstedt / Tecau geschlagen geben. 2008 unterlag er mit seinem damaligen Doppelpartner Philipp Petzschner im Viertelfinale Jonas Björkman und Kevin Ullyett in fünf Sätzen. Heuer durften sich Peya / Soares über einen gelungenen Start in die Rasensaison freuen: Im Londoner Queen's Club waren es aber wieder einmal die Bryan-Zwillinge, die einen Turniersieg verhinderten - im Finale mussten sich Peya / Soares 6:4, 5:7, 3:10 geschlagen geben. Das "simple" Rezept des Peya-Trainers: "Will er auch einmal richtig große Turniere gewinnen, dann muss er solche Leute wie die Bryans ganz einfach schlagen" (Oberleitner).

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OLIVER MARACH
bestes Resultat | 2009: Viertelfinale
Die Bilanz ist ausgewogen: Von insgesamt zehn Matches, die Oliver Marach im Verlauf seiner bisherigen Karriere in Wimbledon bestritt, ging er fünf Mal als Sieger, fünf Mal als Verlierer vom Platz. Das bisher beste Resultat war das Viertelfinale im Jahr 2009 - gemeinsam mit Partner Lukasz Kubot an seiner Seite musste er sich damals den späteren Wimbledon-Siegern Daniel Nestor / Nenad Zimjjonic in drei Sätzen geschlagen geben. Heuer sind die Voraussetzungen nicht die besten: "Nach meiner Verletzung, die ich mir 2012 während eines Trainings in Hamburg zugezogen habe (Riss des Syndesmosebandes, Außenbandeinriss im Knöchel; Anm.), und meiner fast sechsmonatigen Pause gibt es derzeit nämlich kaum ein Match, das ich nicht ohne Schmerzen im Sprunggelenk spielen kann", so Marach.

"Danach muss ich mich immer wieder vom Physiotherapeuten behandeln lassen. Ich musste daher auch lernen, mit diesen Schmerzen zu leben."Dennoch kommt der aktuell 79. der Weltrangliste step-by-step wieder in die Gänge: Bei den French Open konnte er bloß aufgrund einer Brustmuskelzerrung seines Partners Christopher Kas im Achtelfinale gegen Bob und Mike Bryan die Partie nicht zu Ende spielen. "Das wäre ein Match gewesen", so ÖTV-Sportdirektor Clemens Trimmel, "das ich mir sehr gerne angeschaut hätte." In den Wochen davor hatten Marach / Kas das Challenger-Turnier in Bordeaux als Sieger beendet."Mit diesem Sieg", so Olli, "ist schon einmal aufgeblitzt, was noch alles möglich wäre."

Knowle

JULIAN KNOWLE

bestes Resultat | 2004: Finale
Dass Wimbledon-Niederlagen durchaus auch etwas Positives haben können, demonstrierte der Vorarlberger vor zwei Jahren mit seinem Achtelfinal-Out gegen Alexander Peya / Christopher Kas: Unmittelbar danach konnte der Wimbledon-Finalist aus dem Jahr 2004 (mit Partner Nenad Zimonjic) die Koffer packen, um in Wien bei der Geburt seiner Tochter Alicia mit dabei zu sein. Im Vorjahr gab es für Österreichs längst dienenden Doppel-Spezialisten (Wimbledon-Premiere: 2001) keine "Baby-Pause", trotzdem aber emotionale Hochgefühle: Mit Partner Daniele Bracciali an seiner Seite erreichte er nach einem 6:4, 6:4, 6:4-Sieg über das topgesetzte Duo Max Mirnyi / Daniel Nestor das Achtelfinale. Erst im Viertelfinale sollte gegen Lindstedt / Tecau das Aus kommen.

Seit jeher ist das gewachsene Grün für Knowle ein Untergrund, auf dem er sich schon immer wohlgefühlt hatte. "Ich habe eigentlich jedes Jahr auf Rasen sehr gut gespielt." Finale im Jahr 2004, Viertelfinale 2012, Achtelfinale 2005, 2010 und 2011. Nach einem verletzungsreichen Jahr 2011 (u. a. Daumenbruch, Sehneneinriss am rechten Oberschenkel) hatten sich im Vorjahr das Ranking und das Alter des mittlerweile 39-Jährigen einander angenähert, mittlerweile hat er sich selber längst "überholt" und rangiert in der Weltrangliste auf Platz 27. Der Hauptgrund für den Aufschwung in der aktuellen Saison. Einerseits: Turniersiege in Casablanca und Zagreb, Finaleinzug in Doha, Semifinale in München, Marseille und Auckland. Andererseits: "Ich spiele, solange ich Spaß habe."

Paszek

TAMIRA PASZEK
bestes Resultat | 2011, 2012: Viertelfinale
Wimbledon und Tamira Paszek – seit jeher eine Geschichte mit Ecken und Kanten, aber auch mit vielen „Ausschlägen“ nach oben in den grünen Bereich. Am 2. Juli 2005 sorgte Paszek auf ihrem Lieblingsbelag mit ihrem Finaleinzug beim Juniorenwettbewerb erstmals international für Aufmerksamkeit. Die damals 14-Jährige musste sich allerdings im Endspiel Agnieszka Radwańska mit 3:6, 4:6 geschlagen geben. Danach folgten ein Achtelfinale (2007), ein Erstrunden-Out (2009) und Karriere-Highlights in den Jahren 2011 und 2012: Vor zwei Jahren zog sie u. a. durch einen Sieg über die Titelträgerin von 2010 und Finalistin von 2011, Francesca Schiavone, erstmals in ihrer Karriere in das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers ein.

Dort verlor sie gegen die an Nummer 4 gesetzte Weißrussin Victoria Azarenka. Im Vorjahr gewann sie ihr Erstrundenspiel gegen Caroline Wozniacki 5:7, 7:6, 6:4 und in der zweiten Runde gegen die Französin Alizé Cornet mit 6:2, 6:1. Mit einem 6:2, 6:2-Sieg über Roberta Vinci zog Österreichs Nummer 1 erneut in die Runde der letzten acht ein, nachdem sie in der Runde zuvor die Belgierin Yanina Wickmayer in drei Sätzen bezwingen konnte. Gegen Azarenka war sie in der Runde der letzten Acht allerdings chancenlos. Ob heuer ein ähnliches Resultat möglich wäre? "Sie hat das perfekte Spiel für Rasentennis. Sie spielt die Bälle auf beiden Seiten sehr flach und gerade, wodurch sie richtig wegrutschen. Dazu ist ihr Slice-Aufschlag auf Rasen effizienter als auf anderen Belägen", so Fed Cup-Coach Jürgen Waber.

 

ÖSTERREICHER/INNEN IN WIMBLEDON 2012

Herren | Einzel (Qualifikation)
Andreas Haider-Maurer: 2. Runde (Gegner: Michael Russell)
Martin Fischer: 2. Runde (Gegner: Simone Bolelli)
Philipp Oswald: 1. Runde (Gegner: Michael Yani)

Herren | Einzel (Hauptbewerb)

Jürgen Melzer: 2. Runde (Gegner: Lukas Lacko)

Herren | Doppel
Jürgen Melzer: Semifinale mit Partner Philipp Petzschner (Gegner: Robert Lindstedt / Horia Tecau)
Julian Knowle: Viertelfinale mit Partner Daniele Bracciali (Gegner: Robert Lindstedt / Horia Tecau)
Oliver Marach: 2. Runde mit Partner Dustin Brown (Gegner: Scott Lipsky / Rajeev Ram)
Alexander Peya: 1. Runde mit Partner Nenad Zimjonic (Gegner: Chris Guccione / Lleyton Hewitt)

Damen | Einzel (Qualifikation)
Yvonne Meusburger: 2. Runde (Gegnerin: Annika Beck)

Damen | Einzel (Hauptbewerb)
Tamira Paszek: Viertelfinale (Gegnerin: Victoria Azarenka)
Patricia Mayr-Achleitner: 1. Runde (Gegnerin: Varvara Lepchenko)

Damen | Doppel
Tamira Paszek: 2. Runde mit Partnerin Christina McHale (Gegnerinnen: Sara Errani / Roberta Vinci)

Junioren | Einzel (Qualifikation)
Dominic Weidinger: 1. Runde (Gegner: Julian Cash)

Junioren | Einzel (Hauptbewerb)
Barbara Haas: 2. Runde (Gegnerin: Sachia Vickery)

Junioren | Doppel (Hauptbewerb)
Barbara Haas: 1. Runde mit Partnerin Sabina Sharipova (Gegnerinnen: Anna Danilina / Beatriz Haddad Maia)

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