ÖTV Events

Quiet, please! Mrs. Murray ist am Wort

Judy Murray, die Mutter des Weltklassespielers Andy Murray, musste als Coach ihres Sohnes viele Entbehrungen auf sich nehmen. Am 11. Oktober referiert die Schottin im Rahmen des Generali Ladies bei der ÖTV-Trainerfortbildung und erklärt ihr Mädchen-Projekt „Miss-Hits“.

 
Bei der bereits traditionellen ÖTV-Fortbildungsveranstaltung werden heuer am 11. Oktober 2015 in der Tips Arena Linz Judy Murray und Toni Innauer Vorträge halten. In den Jahren zuvor waren Toni Nadal und Nick Bollettieri gern gehörte Gäste.


Die Mutter von Andy Murray, dem Tennis-Ass aus Schottland, wird über ihre Erfahrungen als britische Fed-Cup-Kapitänin berichten und die Situation im Damentennis beleuchten. Außerdem wird sie am Platz ihr Projekt „Miss-Hits“ vorstellen, das sich damit beschäftigt, wie man fünf- bis achtjährigen Mädchen den Tennissport schmackhaft macht und bei ihnen Lust auf Freundschaft und Spaß beim Spiel weckt. „Ein Thema, das dem Österreichischen Tennisverband ein großes Anliegen ist“, sagt ÖTV-Präsident Robert Groß. „Für unsere Trainer ist es eine tolle Chance, von den Erfahrungen der Besten zu profitieren.“

Judy Murray freut sich, „nach Linz zu kommen und meine Ideen den österreichischen Coaches näher zu bringen“. Die Schottin coachte ihre Söhne Andy und Jamie, bis sie 12 waren. Hauptberuflich. Heute ist Andy Wimbledon-Sieger, US-Open-Sieger, Olympia-Sieger, Nummer 3 der Welt, Multimillionär, Davis-Cup-Held – Großbritannien steht dank der Murrays im Endspiel.

Judy war seit ihrem 35. Lebensjahr hauptberuflich Trainerin der Buben.  Und bekam dafür … nichts. „Die Situation war wirklich schwierig. Die Reisen, das Hotel, Essen, der Physio, Bespannung, Nenngeld – manchmal wusste ich nicht, wie es weitergeht.“ Noch schlimmer wurde die Situation, als Andy mit 15 nach Spanien übersiedelte und bis 18 in der Sanchez-Casal-Academy trainierte. „Ich verdiente als schottischer Nationalcoach 35.000 Euro im Jahr. Andy benötigte 50.000.“ Also musste sich Judy Geld ausborgen. Mit dem Drittrunden-Einzug ihres 18-jährigen Sohnes in Wimbledon konnte sie beginnen, die 40.000 zurückzahlen. „Ich war erleichtert.“

Judy, heute 55, war in jungen Jahren eine begnadete Spielerin und eroberte 64 Titel in Schottland. „In meiner Jugend gab es keine Hallen. Also spielte ich im Sommer Tennis und im Winter Badminton.“ 1976 startete sie eine internationale  Profi-Karriere, die sie wegen Heimweh rasch aufgab. Im Dezember 2011 wurde Judy Murray zum Fed-Cup-Kapitän ernannt. „Ich habe zugesagt, weil ich zeigen wollte, dass auch Frauen einen guten Trainer- Job machen können. Etwa zeitgleich borgte sie sich wieder Geld aus – 410.000 Euro. Die investierte sie in das Projekt „Miss-Hits“, ein 12-wöchiges Trainingsprogramm für Mädchen. 200 weibliche Coaches wurden umfangreich eingeschult, um für ein gesundes Fundament sorgen zu können. „Es ist hervorragend angelaufen, die Mädchen haben unheimlich Spaß.  Ich bin sehr stolz. Allerdings wird es eine Weile dauern, bis ich meine Schulden zurückbezahlt habe.“

Österreich hat Judy Murray bisher zwei Mal besucht. „Ich war in Kitzbühel beim ATP-Turnier. Ich habe es geliebt. Ich bin mit der Seilbahn auf den Berg gefahren, war im Museum – ein wunderbares Land. Im Jahr 2000 haben wir auf der Durchreise in Wien Station gemacht. Ohne Sachertorte kommt man hier wohl nicht weg, oder? Sensationell.“ Leid tut ihr, dass keine Zeit war, um das Lieblings-Musical zu sehen: The Sound of  Music.

Von den österreichischen Spielern kommen Judy Murray natürlich sofort die zwei Besten in den Sinn: „Ich bewundere Thomas Muster für seinen unglaublichen Kampfgeist.“ Barbara Schett bezeichnet sie als „the strongest female player that I‘ve watched“. Von den aktuellen Tour-Reisenden gefallen ihr Tamira Paszek („ich sehe sie oft, mit ihr ist es immer lustig“), Jürgen Melzer („er hat ab und zu mit Jamie Doppel gespielt“)  und Dominic Thiem („ein aufregender Spieler mit einer großartigen Rückhand“).

Womit wir mit einer Parallele enden wollen, die noch mehr Hoffnung geben soll: Auch Dominic Thiem wurde anfangs vom Vater gecoacht …

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