Davis Cup

Premiere für die Melzer-Brüder

Zum ersten Mal bestreiten Gerald und Jürgen Melzer im Davis Cup beide Singles. Der Jüngere beginnt am Freitag in Minsk gegen Weißrussland um 10 Uhr.

Im Fokus: Jürgen Melzer ©GEPA-Pictures / Matthias Hauer

Das Davis-Cup-Team  startet am Freitag ab 10 Uhr MESZ (ORF Sport+ überträgt live) ins Zweitrunden-Match der Europa/Afrika-Zone 1. Zum ersten Mal bestreiten beide Melzers die Singles, Gerald beginnt gegen den starken Egor Gerasimov, anschließend bekommt es Jürgen mit Ilya Ivashka zu tun.

„Natürlich ist es etwas Besonderes, mit dem Bruder in der Nationalmannschaft spielen zu dürfen. Das gibt noch einen zusätzlichen Kick, es ist ein Highlight“, sagt Jürgen Melzer, der zum 33. Mal für Österreich einmarschieren wird. Diesmal ist dem 35-Jährigen der Start besonders hoch anzurechnen. Nur neun Tage nach der Geburt von Söhnchen Noel packte er die Tennissachen und fuhr zum Flughafen. „Da schnürt es dir schon die Kehle zu, wenn die Wohnungstür hinter dir zufällt. Es war der schwierigste Abschied, den ich je machen musste in meinem Leben. Aber es ist richtig, dem Team zu helfen. Damit zeige ich auch, wie wichtig mir der Davis Cup ist.“

Jürgen Melzer ist nach der zehnmonatigen Pause aufgrund der Schulteroperation in Top-Verfassung, hat heuer zwei Challenger gewonnen. „Mein Ziel ist es, noch ein paar Finali zu spielen. Andererseits will ich kein Vater sein, der das Aufwachsen des Kindes versäumt.“ Deswegen werden Fabienne Nadarajah-Melzer und Noel bald mit ihm auf Reisen gehen. Die Ehefrau bringt als ehemalige Spitzensportlerin – 2006 war sie Kurzbahn-Weltmeisterin im Schwimmen – das nötige Verständnis mit. „Sie hat gesagt: Entweder du machst es noch einmal g’scheit, oder du lässt es bleiben.“

Gelegenheit, es g’scheit zu machen, bietet sich am Freitag in Minsk. Nachdem Gerald den Center Court aufgewärmt haben wird,  spielt Jürgen gegen Ivashka, nominell der beste Weißrusse. „Ich kenne ihn nicht, habe ihn aber im Training ein bisschen beobachtet. Ich weiß, dass ich ihn schlagen kann.“

Auch für Gerald ist der Davis Cup zur Herzensangelegenheit geworden. Der 26-Jährige hat sich mit seiner Teilnahme die Chance verbaut, bei einem Turnier auf Punktejagd zu gehen. 30 Zähler fehlen, um in Paris fix im Hauptbewerb antreten zu dürfen. Es bleiben ihm noch drei Chancen, von Minsk fliegt der Niederösterreicher nach Mexiko. Als Nummer 1 im Team, wird Gerald die Delegation ins Stadion führen. „Es ist unglaublich, dass beide Melzers unser Land repräsentieren dürfen und die Einzel bestreiten. Aber als Nummer eins sehe ich mich nicht unbedingt. Das sind Zahlenspielereien. Jürgen ist im Ranking nur aufgrund der Verletzung so weit abgerutscht.“

Gegen Gerasimov hat er vor kurzem in Frankreich verloren, der Weißrusse ist im Republic Olympic Training Center stationiert, vergleichbar mit der Südstadt. Der langsame Hartplatz kommt ihm entgegen, Gerald wiederum hat auf Hartplatz erst einmal ein Viertelfinale erreicht, bei einem Challenger. „Deswegen gebe ich mich aber nicht schon vor der Partie geschlagen. Ich fühle mich hier auf diesem Belag nicht unwohl.“

Wohl fühlt sich der 26-Jährige auch im Team. „Alle zusammen Weltklassespieler, von denen ich nur profitieren kann“, sagt Gerald Melzer. Alexander Peya, Julian Knowle und Jürgen Melzer waren im Doppel unter den Top-10 der Welt, Jürgen im Einzel Achter. „Wir sind zwar nur ein paar Tage beisammen, aber die Tipps nehme ich mir sehr zu Herzen.“

Für Kapitän Stefan Koubek hat sich die 60:40-Favoritenrolle nicht verschoben, wichtig sei das Doppel am Samstag. „Mit Mirnyi haben die einen wirklich, wirklich guten Mann. Den müssen wir knacken.“

Gelingt der Sieg, spielt die Mannschaft im September um den Aufstieg in die Weltgruppe. Bei einer Niederlage kommt es zu einem Heimspiel gegen Rumänien.

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