Davis Cup

Peya / Thiem verlieren einen Krimi!

Nach der 7:6(4), 6:3, 6:7(5), 4:6, 4:6-Niederlage von Alexander Peya / Dominic Thiem gegen Martin Klizan / Michal Mertinak liegt das Simacek Austrian Davis Cup-Team 0:3 zurück. Die Chance, sich für die Weltgruppen-Relegation im September zu qualifizieren, ist damit dahin. Davis Cup-Captain Clemens Trimmel: "Nach dieser Niederlage gilt es jetzt wieder aufzustehen und zurückzukommen!"


Auf Twitter hatte Alexander Peyas Tour-Partner Bruno Soares vor wenigen Tagen Davis Cup-Captain Clemens Trimmel den Wunsch geschickt: "Please give the old man some love." Dieser "Motivationsschub" aus Brasilien hat allerdings nicht die gewünscht Wirkung gezeigt: Alexander Peya / Dominic Thiem mussten sich am zweiten Spieltag der 2. Runde der Europa-Afrika-Zone in einem hochklassigen Fünf-Satz-Krimi nach über vier Stunden Spielzeit Michal Mertinak / Martin Klizan mit 7:6(4), 6:3, 6:7(5), 4:6, 4:6 geschlagen geben. Österreich liegt damit nach dem zweiten Spieltag mit 0:3 zurück. Die Chance für das Simacek Austrian Davis Cup-Team, sich für die Weltgruppen-Relegation im September zu qualifizieren, ist damit dahin. Österreich trifft von 12. bis 14. September in der ersten Runde des Europa-Afrika-Playoffs auswärts im Kampf um den Klassenerhalt auf Lettland.

Souveräner Peya, giftiger Thiem, Spitzentennis
"Ich glaube, dass Peya / Thiem eine sehr gefährliche Variante sein kann", hatte Trimmel im Vorfeld diese Aufstellung begründet. "Dominic serviert und retourniert sehr gut und spielt sehr zügig von der Grundlinie. Alex ist extrem flexibel und erfahren am Netz und bewegt sich dort sehr gut." Sowohl für den 33-jährigen Peya als auch den 20-jährigen Thiem war "diese Kombination also Neuland" (Trimmel). Zu merken war davon allerdings nur wenig: Peya übernahm von Anfang an die Führung im Neo-Duo und verwertete oft am Netz die Punkte, die bei eigenem Aufschlag Thiem vorbereitet hatte. Thiem, der vor diesem Davis Cup-Duell seinen letzten Doppel-Einsatz ausgerechnet in Bratislava gehabt hatte (2013: Challenger-Viertelfinale mit Sebastian Bader; Anm.), war zu Beginn zwar hin und wieder einen halben Schritt zu kurz am Netz, fand im Verlauf der Partie aber immer besser zu seinem Spiel: Keine Schwächen beim Aufschlag, "giftig" beim Return, immer sicherer auch am Netz. Das erste Break im ersten Satz gelang dem Simacek Austrian Davis Cup-Team zur 4:3-Führung, als Peya bei Aufschlag von Klizan die Gegner mit einem Vorhand-Volley zum Fehler zwang. Im Gegenzug hatten die Slowaken ihrerseits sofort zwei Gelegenheiten zum Re-Break, die zweite konnten Mertinak / Klizan aufgrund eines Peya-Doppelfehlers auch nutzen. Die Entscheidung sollte im Tiebreak fallen, in dem die Österreicher mit einem Mini-Break mit 3:2 in Führung gingen, die sie nicht mehr aus der Hand gaben: Nach 48 Minuten Spielzeit war Satz 1 vorbei.


Peya_Thiem

Unglaubliche Doppel-Leistung von Peya und Thiem
Im zweiten Satz sollte die Vorentscheidung nicht so lange auf sich warten lassen: Peya / Thiem, "die schon im Training sehr gut miteinander harmoniert haben" (Trimmel), spielten über weite Phasen wie ein langjährig zusammengewachsenes Duo und verwerteten im sechsten Game durch einen Volley-Stop Peyas ihren zweiten Breakball zur 4:2-Führung. Mit einem 214 km/h-As beendete Thiem nach 1:25 Stunde Spielzeit den zweiten Satz zur 2:0-Führung in diesem Doppel. Wie dominant die Österreicher in den ersten beiden Sätzen insbesondere bei eigenem Aufschlag waren, beweist auch die Statistik: achtzig Prozent der ersten Aufschläge landeten im Feld, 74 Prozent davon konnten Peya / Thiem zum Punkt verwerten. Im dritten Satz sollte es ein aus dem Handgelenk "geschupfter" Lob Thiems sein, der bei Aufschlag Mertinaks drei Breakchancen ermöglichen und die 3:2-Führung für Österreich einleiten sollte. Danach klammerten sich die Slowaken an ihre letzte Chance, riskierten im achten Game alles und konnten so bei Aufschlag Peyas das Re-Break schaffen. Die Antwort des rotweißroten Teams: tolle Ballwechsel, extrem hohes Tempo, hochklassiges Tennis, spektakuläre Punkte, beim Stand von 5:6 ein abgewehrter Break- und Satzball bei Peya-Aufschlag und im Tiebreak eine wahre Nervenschlacht, in der die Österreicher zwei Satzbälle abwehren konnten, den Satz aber dennoch verloren geben mussten.

Peya_Thiem2 
Österreich schwächelt, gibt Gas und verliert!
Im vierten Satz verlor Thiem beim Stand von 2:2 erstmals in diesem Match seinen Aufschlag und Österreich nach 49 Minuten den Satz. In den Entscheidungssatz starteten Peya / Thiem mit der besten aller Möglichkeiten: ein perfekter Vorhand-Return brachte bei Aufschlag Mertinaks das Break zur 2:0-Führung. Mit zwei Doppelfehlern Peyas gleich im darauffolgenden Game wurde den Slowaken das Re-Break allerdings leicht gemacht. Danach konnten Peya / Thiem, die in dieser Phase leicht zu schwächeln begonnen hatten, beim Stand von 3:3 und Aufschlag Peyas zwei Breakchancen (15:40) abwehren, Thiems Aufschlagverlust zur 5:4-Führung der Slowakei sollte allerdings die Vorentscheidung bringen. Die ersten beiden Matchbälle bei Aufschlag Mertinaks konnte zwar noch abgewehrt werden, den dritten verwerteten die Slowaken. Nach dem zweiten Spieltag liegt die Slowakei damit uneinholbar mit 3:0 in Führung.

Die ersten Reaktionen nach dem Match
Dominic Thiem: "Bis 4:2 im dritten Satz haben wir ganz gut gespielt. So eine Führung darf man nicht vergeben. Ich hab zwei, drei Volley verschlagen. Wir haben die Slowaken, die schon am Boden belegen sind, wieder zurück ins Leben geholt. Das darf nicht sein! An anderen Tagen könnten die ganzen Matches (auch Einzel) alle für uns laufen. Mein Davis Cup-Debüt war (für die Niederlagen; Anm.) überhaupt kein Thema: Der Platz ist genauso groß, das Netz genauso hoch. Sobald man am Platz steht, denkt man nicht darüber nach, ob es das erste oder das zwanzigste Davis Cup-Match ist. Gegen Lettland muss jetzt unbedingt ein Sieg her! Jetzt schauen wir einmal, dass wir gegen Lettland das Ruder noch herumreißen."

Alexander Peya: "Wir haben zwar das erste Mal miteinander gespielt. Das darf aber keine Ausrede sein. Wir haben genügend Chancen gehabt, die wir aber nicht nutzen konnten. Die Gegner haben sehr, sehr gutes Tennis gespielt, und jetzt stehen wir da wie die begossenen Pudel! Es war auch schon vor dem 4:2 im dritten Satz sehr, sehr eng, und wir hätten auch den ersten Satz verlieren können. Wir haben auch im vierten und fünften Satz irrsinnig viele Chancen gehabt. Man darf die Niederlage also nicht nur am Break-Vorsprung im dritten Satz festmachen. In Summe waren es zu viele Chancen, die wir ausgelassen haben."

Davis Cup-Captain Clemens Trimmel: "Die Burschen haben alles gegeben, führen 2:0-Sätze mit Break. Das ist aber nun einmal Tennis, das Glück war nicht auf unserer Seite. Die Slowaken haben sich den Sieg Stück für Stück erarbeitet. Jetzt gilt es, nach Niederlagen wieder aufzustehen und zurückzukommen!"


Davis Cup by BNP Paribas, Europa-Afrika-Zone, 2. Runde
4. April - 6. April 2014, Aegon Arena, Nationales Tenniscenter, Bratislava


Slowakei - Österreich: 3:0

Freitag, 4. April 2014, 14:00 Uhr

Norbert Gombos – Dominic Thiem: 6:4, 3:6, 6:3, 6:4
Lukas Lacko – Andreas Haider-Maurer: 7:6(3), 4:6, 4:6, 6:2, 6:3

Samstag, 5. April 2014, 14:00 Uhr
Michal Mertinak / Martin Klizan – Alexander Peya / Dominic Thiem: 6:7(4), 3:6, 7:6(5), 6:4, 6:4

Sonntag, 6. April 2014, 13:00 Uhr
Lukas Lacko - Dominic Thiem:
Norbert Gombos - Andreas Haider-Maurer:

Die Spielzeiten:
Freitag, 4. April 2014: 14:00 Uhr (Einzel)
Samstag, 5. April 2014: 14:00 Uhr (Doppel)
Sonntag, 6. April 2014: 13:00 Uhr (Einzel).

Die Übertragungszeiten auf ORF Sport plus:
Freitag, 4. April 2014: 14:00 Uhr (Vorbericht: ca. um 13:45 Uhr)
Samstag, 5. April 2014: 14:00 Uhr (Vorbericht: ca. um 13:45 Uhr)
Sonntag, 6. April 2014: 13:00 Uhr
(Vorbericht: ca. um 12:55 Uhr)



Video-Tagebuch, Teil 3

Songcontest1

 
Video-Tagebuch, Teil 2

Videotagebuch



Video-Tagebuch, Teil 1

Trimmel_auf_Youtube1



Top Themen der Redaktion

ATP

Der Urlaub kann beginnen

Dominic Thiem ist bei den ATP-Finals gegen Goffin chancenlos und verpasst den Einzug ins Semifinale. Somit ist für den 24-Jährigen ein erfolgreiches Tennis-Jahr zu Ende.

ATP

Dominic Thiem bleibt im Rennen

Der Niederösterreicher schlägt bei den ATP-Finals in London den Spanier Carreno Busta nach hartem Kampf und spielt am Freitag gegen Goffin um den Einzug ins Halbfinale.