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Peya / Soares fix im Semifinale!

Peya extrem fokussiert auf den Erfolg und damit im Halbfinale! Im dritten Gruppenmatch holten sich Alexander Peya / Bruno Soares gegen David Marrero / Fernando Verdasco den ersten Satz mit 6:3 und sicherten sich damit schon vorzeitig den Einzug ins Semifinale. Das Endergebnis: 6:3, 7:5. Die Ausgangslage vor dem dritten Gruppenmatch des ATP-World-Tour-Finales in London: Zum zweiten Gruppenplatz und damit zum Aufstieg ins Halbfinale hätte Peya / Soares gegen Marrero / Verdasco sogar eine Niederlage mit Satzgewinn gereicht.


Alexander Peya / Bruno Soares lieben beim ATP-World-Tour-Finale in London offensichtlich die Spannung bis zuletzt: Sowohl im ersten als auch im zweiten Gruppenmatch fanden die beiden erst relativ spät zu ihrem Spiel, Satz 1 ging deshalb sowohl gegen Paes / Stepanek als auch gegen Granollers / Lopez an die Gegner. Der zweite Satz wurde gewonnen, sodass die Entscheidung im Match-Tiebreak fallen musste. Die Bilanz bzw. die Ausgangslage vor dem dritten Gruppenmatch am Freitag Abend: Nach der Auftaktniederlage und dem Sieg gegen Marcel Granollers / Marc Lopez auf Rang drei liegend, hatten Peya / Soares in ihrem letzten Gruppenspiel gegen die fix für das Halbfinale qualifizierten Spanier David Marrero / Fernando Verdasco noch die Chance, auf den fürs Semifinale notwendigen zweiten Rang vorzurücken. Da sich Paes / Stepanek in ihrem dritten Gruppenmatch Granollers / Lopez geschlagen geben mussten, hätte Peya / Soares zweiten Gruppenplatz sogar eine Niederlage mit Satzgewinn gereicht. Mit einem Erfolg gegen Marrero / Verdasco wären der Österreicher und der Brasilianer sogar als Gruppensieger ins Semifinale eingezogen.

Alexander Peya fix im Halbfinale!
Nach dem Match sollte Peya zwar mit seiner im Vorfeld geäußerten Befürchtung recht behalten haben ("Marrero / Verdasco sind ein sehr unangenehmes Team"), durfte aber dennoch über den Aufstieg ins Semifinale jubeln. Peya / Soares holten sich nach 31 Minuten den ersten Satz mit 6:3 und sicherten sich damit bereits vorzeitig den Einzug ins Halbfinale. Nach 1:08 Minuten Spielzeit gingen die beiden als 6:3, 7:5-Sieger und damit als Gesamtsieger der Gruppe B vom Platz. Gegner im Kampf um den Finaleinzug sind am Sonntag die Zweitplatzierten der Gruppe A, die am Samstag ermittelt werden. Dabei kommt es zum direkten Duell um den Aufstieg zwischen den topgesetzten US-Brüdern Bob und Mike Bryan und den Polen Mariusz Fyrstenberg und Marcin Matkowski. Im Duell Peya / Soares gegen Marrero / Verdasco fiel die Entscheidung in Satz 1 im achten Game, als Peya / Soares das Break zum 5:3 gelang, im zweiten Satz sollte das Break zum 6:5 die Entscheidung bringen. Vor dem Saison-Highlight in der O2-Arena war das österreichisch-brasilianische Duo fünf Mal auf die spanischen Doppelspezialisten getroffen: Zuletzt, im Semifinale von Hamburg (Juli 2013), konnten sie aufgrund von Wadenproblemen bei Marrero kampflos ins Endspiel einziehen, zwei Monate davor gingen die Spanier im Achtelfinale von Rom ohne Satzverlust als Sieger vom Platz. Im Semifinale von Madrid (Mai 2013) waren es Peya / Soares gewesen, die sich ohne Satzverlust über den Aufstieg ins Finale freuen konnten.

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Perfekte Jahresbilanz

Peya / Soares haben dennoch heuer eine Saison hinter sich, die bis zuletzt einzigartig war: Das österreichisch-brasilianische Duo hatte heuer zehn Endspiele erreicht und die Turniere in Montreal, Valencia, Eastbourne, Barcelona und Sao Paulo für sich entschieden.Und im Endspiel der US Open war es "bloß" eine Rückenverletzung Peyas, die im Duell mit Leander Paes / Radek Stepanek den Traum vom ersten Grand Slam-Titel zerplatzen ließ. Der Lohn für dieses Karriere-Highlight: Als vierter Österreicher nach Julian Knowle (2007 / Shanghai), Jürgen Melzer (2010 /, 2011) und Oliver Marach (2009, 2010) hatte er sich heuer erstmals für das ATP-World-Tour-Finale der acht besten Doppel-Teams der Welt in der O2-Arena qualifiziert. Alexander Peyas Erfolgsgeheimnis hört dabei auf viele Namen:


> Ehrgeiz:
"Was Bruno und mir schon öfter aufgefallen ist, ist, dass wir einander pro Jahr öfter sehen als unsere Familien. Nämlich jede Woche. Daraus kann man schon erkennen, dass hinter unseren Erfolgen ziemlich viel Arbeit steckt", warf Alexander Peya vor Monaten in einem Interview mit www.oetv.at  einen Blick hinter die Kulissen. "Weil wir versuchen, uns weiter zu verbessern, trainieren wir beinahe täglich miteinander. Das Ergebnis sieht man derzeit auch ziemlich gut. Und: Wir sind trotz unseren "hohen" Alters noch hungrig." In dieser Saison spielten Peya / Soares 25 Turniere.

> Privatleben:
Seit 10. Dezember 2010 ist Alexander Peya mit Natascha verheiratet, seit 14. Juni 2012 bestimmt Sohn Noah sowohl das Privat- als auch das berufliche Leben des 33-jährigen Wieners. "Man merkt, dass die Leichtigkeit zwischen den Spielern viel mehr gegeben ist", sagt Natascha Peya. "Die Kinder kommen und die Spieler vergessen, dass sie eigentlich Spieler sind. Es wird viel mehr mit den Kindern gespielt und auch nach einem Match redet man nicht über das Match, auch wenn man verloren hat." Und sollten Papa und Sohn aufgrund fern liegender Arbeitsplätze einmal getrennt sein, "dann gehört Skype mittlerweile zum Haushalt dazu", so Alexander Peya. "Der Kleine weiß schon, wenn der Skypeton kommt, dass der Papa gleich am Bildschirm auftauchen wird. Das ersetzt aber natürlich nicht die gemeinsame Zeit zuhause. Deshalb versuche ich, sie so oft wie möglich auf Turniere mitzunehmen."

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> Routine:
Seit mittlerweile 15 Jahren ist Österreichs bester Doppelspieler aller Zeiten im harten Profigeschäft unterwegs. Zu Beginn noch als Einzelspieler mit durchaus bemerkenswerten Erfolgen: Fünf Challenger-Titel (der letzte 2006 in Istanbul), sechs Future-Turniersiege und ein Einzel-Ranking von immerhin 92 (30.4.2007) hat er zu Buche stehen. Mit der Zeit gewann aber das Doppel immer mehr an Bedeutung im sportlichen Leben des Wieners. "Ich habe nie bereut, dass ich das Einzelspielen aufgegeben habe", so Peya unlängst in einem Interview mit www.sportnet.at. "Was ich höchstens bereue, ist, dass ich zu lange Einzel gespielt habe. Ich war noch nicht bereit, mich nur aufs Doppel zu konzentrieren, dafür habe ich zu gerne Einzel gespielt. Irgendwann ist der Punkt gekommen, wo ich nicht mehr wollte. Dann habe ich mich auf die neue Herausforderung gefreut, auf das andere Training. Es ist relativ schnell nach oben gegangen, deshalb habe ich meinen Entschluss auch keine Minute bereut." Am 12. August 2013 erreichte er mit Platz 3 seine bisher höchste Position in der Weltrangliste. Derzeit belegt er Platz 4, vor ihm bloß Partner Soares und die US-Amerikaner Bob und Mike Bryan.

> Bruno Soares:
Zum ersten Mal erledigte Peya mit dem mittlerweile 31-jährigen Brasilianer im Juli 2012 in Bastad seinen "Job", seit August 2012 (Winston-Salem) ist das österreichisch-brasilianische Duo permanent miteinander unterwegs und konnte bislang acht Turniersiege auf seinem Erfolgskonto verbuchen. Auch aufgrund identer Einstellungen zum Leben. "Er ist ein sehr ruhiger und entspannter Mensch und passt schon aufgrund dessen sehr, sehr gut zu mir, da ich auch nicht unbedingt der lauteste und ausgeflippteste Typ bin", so Alex über Bruno. "Fragt man andere Spieler auf der Tour, wird man nur schwer einen finden, der etwas Negatives über ihn sagen könnte. Wir haben dieselbe Spielauffassung, außerdem sind wir aufgrund unserer sehr guten Allround-Fähigkeiten sehr variabel - wir machen beide nichts Unglaubliches, aber haben auch keine wirklichen Schwächen."

> Scott Davidoff: "Er ist ein großer Teil unseres Erfolgs. Wir haben mit ihm während der letzten 12, 14 Monate sehr viel gearbeitet", verriet Peya während einer US Open-Pressekonferenz über den 42-jährige Amerikaner. "Ich glaube, das Resultat sieht man derzeit am Court. Bestimmte Teile (während eines Matches oder im Training; Anm.) kann man alleine absolvieren. Man benötigt allerdings einen guten Coach, um diese Einzelteile zu einem Ganzen zusammenzufügen. Scott hilft uns dabei sehr viel." In Wien ist es v. a. Coach Michael Oberleitner, "der für mich ein sehr wichtiger Anlaufspunkt ist."

> ATP-World-Tour-Finale | Website

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