Zum Inhalt springen

ATP

PARIS: DAVID (MELZER) GEGEN GOLIATH (FEDERER) ...

... und Goliath gewinnt: Im Viertelfinale des Masters-1000-Tennis-Turniers in Paris unterliegt Jürgen Melzer (Bild) der Nummer 2 der Welt mit 1:6, 6:7.


WEITERE INFORMATIONEN FINDEN SIE HIER

"Demonstration von Roger"
(12.11.2010)
Gerade einmal 70 Minuten durfte Jürgen Melzer seinen Traum leben, vielleicht schon in diesem Jahr unter die Top Ten der Welt vorstoßen zu können. Dann musste er als Verlierer den Platz verlassen: Österreichs Nummer eins war im ersten Satz gegen Roger Federer völlig chancenlos und musste sich nach 1:10 Stunden verdient mit 1:6, 6:7(4) geschlagen geben. Einseitig zu Beginn, ausgeglichen in Satz zwei, aber dennoch kam nur selten das Gefühl auf, dass Melzer über Federer, der phasenweise sein komplettes Repertoire präsentierte, hinwegkommen könnte. Zu dominant war die Nummer 2 der Welt insbesondere bei seinen Aufschlaggames. "Ich war in allen Belangen etwas besser", so Federer danach, "vor allem beim Aufschlag. Der erste Satz war perfekt." Schrie sich Melzer während der Partie seine Frustration oft von der Seele und zertrümmerte nach dem Matchball sogar sein Racket, so nahm er danach seine Niederlage relativ gelassen: "Der erste Satz war eine Demonstration von Roger, da bin ich gegen die Wand gelaufen. Der zweite Satz war dafür auf sehr hohem Niveau. Und im Tiebreak bewies Federer seine Klasse, während mir die wichtigen Punkte nicht gelungen sind." Es war die dritte Niederlage für Melzer im dritten direkten Duell. Der Weltranglistenzweite Federer, der zum ersten Mal überhaupt in Paris im Halbfinale steht, bekommt es nun mit Gael Monfils (FRA) zu tun, der Andy Murry ausschaltete.

Premiere in Paris

(11.11.2010)
Jürgen Melzer ist am Donnerstag beim Masters-1000-Tennis-Turnier in Paris zum ersten Mal überhaupt ins Viertelfinale eingezogen. Der 29-jährige Niederösterreicher setzte sich nach hartem Kampf gegen den als Nummer sieben gesetzt gewesenen Spanier David Ferrer mit 7:6(6), 2:6, 6:3 durch. Im Kampf um den Halbfinaleinzug sowie den erstmaligen Vorstoß in die Top-10 der Weltrangliste bekommt es Österreichs Nummer 1 nun am Freitag mit dem topgesetzten Schweizer Roger Federer zu tun. Für Federer wird sein drittes Duell mit Melzer (2:0 für Federer) "kein leichtes Match, hat Jürgen doch in Schanghai Nadal besiegt. Ich fühle mich aber physisch und mental gut." Für die Schweizer Boulevard-Zeitung "Blick" steht der Sieger bereits vor dem Match fest: "Der Ösi kann kommen. Noch nie ist er (Federer; Anm.) aber über dieses Stadium (Viertelfinale; Anm.) hinausgekommen. Die Chancen stehen diesmal aber gut. Gegner ist am Freitag (19:30 Uhr) der Österreicher Jürgen Melzer (ATP 12). Kurios: In zehn Jahren Profikarriere hatten die beiden guten Kumpels nie gegeneinander gespielt, nun kommt es zum dritten Duell innerhalb von fünf Monaten. In Wimbledon und an den US Open hatte der Basler den Ösi im Griff."

Mental am Rand
Für das ATP-World-Tour-Finale kann sich Melzer nicht mehr aus eigener Kraft qualifizieren. Der Tscheche Tomas Berdych, Ferrer und der US-Amerikaner Andy Roddick sicherten sich die letzten drei Tickets für das Saisonabschlussturnier. Da der Spanier Fernando Verdasco im Paris-Achtelfinale ausgeschieden ist, hat Melzer noch die Chance, in London erster Ersatzmann zu sein. Vor den Augen von Freundin Mirna Jukic begann die Partie mit einer Break-Serie, Melzer brachte als erster Spieler seinen Aufschlag erst im Game zum 4:2 nach einem 15:40-Rückstand durch. Es ging aber trotzdem ins Tiebreak, da der Spanier das neuerliche Rebreak zum 5:5 schaffte. Dort hatte Melzer die besseren Nerven und verwertete seinen zweiten Satzball nach 56 Minuten zum 8:6. Trotz der Führung im Rücken lief für Österreichs Nummer eins zu Beginn des zweiten Satzes überhaupt nichts zusammen, nach etwas weniger als einer Viertelstunde stand es nach einem Doppelbreak Ferrers 0:4, am Ende hieß es 2:6. "Heute war ich am Rand meiner mentalen Möglichkeiten", so Melzer auf www.tennisnet.com.

Aggressiver im dritten Satz
Im Entscheidungssatz wirkte der Niederösterreicher dann wieder etwas frischer, aggressiver und auch der Aufschlag klappte deutlich besser. Hart zu kämpfen hatte er aber nach wie vor: Bei seinem Aufschlag wehrte er sowohl bei 1:1 (3 Chancen) als auch bei 3:3 (2) Breakbälle ab, auf der anderen Seite gelang ihm das am Ende spielentscheidende Break zum 5:3, nach dem er sicher ausservierte und das Spiel mit seinem ersten Matchball beendete. Melzer verkürzte damit im Head-to-Head mit dem derzeitigen Weltranglistensiebenten auf 2:3 und gewann auch das zweite direkte Duell im Jahr 2010. Bei den French Open, ebenfalls auf französischem Boden, hatte er sich in der Runde der letzten 32 in drei Sätzen durchgesetzt.

Top Themen der Redaktion

ATP

"Es war ein Vergnügen - auch wenn ich verloren habe"

Dominic Thiem unterlag bei den ATP-Finals in London zum zweiten Mal in Folge im Endspiel. Der Niederösterreicher musste sich dem Russen Daniil Medvedev, der mit Fortdauer der Partie nimmer stärker wurde, in drei Sätzen geschlagen geben.

Wochenvorschau

23. - 29. November 2020

Kalenderwoche 48: Wer? Wann? Wo?

Talent Filip Misolic hat sich in Bratislava für die Qualifikation eingetragen.

ATP

Eine legendäre Leistung, die unbelohnt blieb

Nach tollen Partien bei den ATP-Finals in London mussten sich Jürgen Melzer und Partner Roger-Vasselin im Champions-Tiebreak des Endspiels dem Duo Koolhof/Mektic mit 5:10 beugen. Für Melzer war es das letzte Match auf ATP-Ebene.