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Rollstuhltennis

Paralympics Qualifikation: Generali und Tennisnet als Schrittmacher auf einem steinigen Weg

Sah es Ende 2020 noch so aus als würde die UNIQLO Wheelchair Tennis Tour (ITF) und damit die Qualifikation für die Spiele in Tokio langsam wieder Fahrt aufnehmen, brachte 2021 doch wieder einen Dämpfer.

Es ist wie verhext: Das Virus, dessen Name nicht genannt werden darf, hatte andere Pläne. Statt Punkte auf der Tour für Tokio sammeln zu können, kam mit den neuen Corona-Wellen auch eine weitere Absagewelle von ITF Turnieren. Ab März 2021 beginnen Weltranglistenpunkte von Prä-Corona-Zeiten wieder aus der Weltrangliste zu fallen. Gleichzeitig gibt es immer weniger Möglichkeiten, bei Turnieren wichtige neue Punkte zu holen. Wer am 18. Juni diesen Jahres nicht das notwendige Ranking für die Qualifikation hat, für den platzt der paralympische Traum. Ein Traum, für den die einzelnen Sportler in den letzten Jahren viele Opfer gebracht haben.

Doch gibt es noch einen kleinen Hoffnungsschimmer für diejenigen, deren Qualifikation auf der Kippe steht. In einer gemeinsamen Aktion von Generali, Tennisnet und den österreichischen Tennisprofis der ATP und WTA, waren es ausgerechnet Schritte, die das Reise- und Turnierbudget der österreichischen Rollstuhltennis-Qualifikanten signifikant aufbesserten. Im Zuge der Generali Austrian Pro Series des letzten Sommers dachten sich die Turnier Organisatoren rund um Alexander Antonitsch etwas Besonderes aus, um den Rollstuhltennis National Kader auf dem steinigen Weg nach Tokio etwas unter die Arme zu greifen. Schnell wurden den Tennisstars Schrittzähler ans Handgelenk geheftet, um die im Turnier erlaufenen Schritte in bare Münze für das österreichische Rollstuhltennis umzuwandeln.

Dass diese unscheinbaren Armbändchen nicht ohne Wirkung auf das Turniergeschehen blieben, zeigt ein Blick hinter die Kulissen von Nico Langmann:
„Und so ist es zu dieser Aktion gekommen, wo sich jeder Spieler bereiterklärt hat, einen Schrittzähler zu tragen. Das klingt zunächst einmal nicht schlimm. Aber der Fitnesstracker vibriert, wenn man eine gewisse Schrittanzahl erreicht hat. Und so hat der Jürgen Melzer ein paar Volleys verlegt, weil der Tracker vibriert hat. Dominic Thiem bei Breakball gegen sich - Tracker vibriert, Rückhand in die Plane.“ (Nico Langmann im Interview mit Tennisnet)

Diese Insider Information zeigt, welch großen Rückhalt Rollstuhltennis in der österreichischen Tennisszene hat. Im Zuge dieser Schritte Sammelaktion spendeten Generali und Tennisnet insgesamt 5.000 gern gesehene Euros in die Reisekasse der Rollstuhltennis Athleten.

Auch wenn dieser Beitrag keine Garantie auf eine erfolgreiche Tokio 2020 Qualifikation für Nico Langmann, Martin Legner, Josef Riegler und Thomas Flax sein kann, ist er vielleicht dennoch das Zünglein an der Waage hin zur Erfüllung des paralympischen Traums.

Im Namen des gesamten österreichischen Rollstuhltennis wollen wir uns an dieser Stelle herzlich bei allen Beteiligten dieser großartigen Aktion bedanken. Und was die Qualifikation für Tokio betrifft halten wir es mit dem Inbegriff des Underdogs, Rocky Balboa: „Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist.“

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