Offener Brief des ÖTV-Präsidenten

Liebe TennisfreundInnen!Wir gratulieren Dominic Thiem zu seinem ersten ATP Finaleinzug und zu seiner rasanten und eindrucksvollen sportlichen Entwicklung. Die Türe des Österreichischen Tennisverbandes steht immer offen und wir werden Dominic immer mit Rat und Tat unterstützen. Er ist die Zukunft des Österreichischen Tennissports.


Diese Woche wird der ÖTV schriftlich die Spieler, die den Kader für die Davis Cup-Begegnung gegen Lettland vom 12.-14. September in Riga bilden, einberufen. Selbstverständlich wird auch Dominic Thiem eine Einberufung in den Kader bekommen. Für ihn gelten die gleichen Spielregeln wie für die anderen Athleten. Es gibt keine finanzielle Sondervereinbarung und keine Extrazuschüsse. Der Österreichische Tennisverband arbeitet mit Fördermitteln des Sportministeriums und transparenten Standard-Verträgen, die für alle Spieler gleich sind. Die Sportler vertreten in diesem Wettkampf mit Stolz ihr Heimatland Österreich.

Im Namen des gesamten ÖTV-Länderkuratoriums und ÖTV-Präsidiums möchte ich aber auch zur medialen Kritik rund um die Fördervergabe Stellung nehmen:

Der Trainer und Manager von Dominic Thiem, Günter Bresnik, und der Vater, Wolfgang Thiem, haben vom ÖTV bereits im Jahr 2010 unter Sportdirektor Gilbert Schaller € 15.000.- als Förderunterstützung angeboten bekommen. Im Jahr 2011 waren es € 25.000.- und im Jahr 2012 € 46.000.-, die der ÖTV angeboten hat. Alle drei Unterstützungsangebote wurden seitens des Vaters und Managers abgelehnt. Die Begründung lautete, dass die Summen zu gering seien.

2013 habe ich mich als neuer ÖTV-Präsident dafür eingesetzt, dass es endlich zur Annahme eines Förderangebotes kam. Dies vor allem unter dem Aspekt, dass Dominic auf rund Platz 280 in der ATP-Weltrangliste stand und wir aus langer Erfahrung wissen, dass gerade der Weg von dieser Position unter die Top 100 besonders teuer und betreuungsintensiv ist. Ich möchte auch betonen, dass ich dies mit sportlicher Überzeugung gemacht habe, trotz ständiger verbandskritischer Äußerungen des Thiem-Managements.

Manager Bresnik hat eingewilligt und der Fördervertrag in der Höhe von € 46.000.- wurde im Herbst 2013 unterzeichnet. Dieser Vertrag wurde nun seitens des Verbandes aufgrund der finanziellen Selbstständigkeit des Sportlers Dominic Thiem nach knapp einem Jahr fristgerecht aufgelöst. Eine solche Auflösung von Verträgen bei Wegfall des Förderbedarfes ist bei Österreichischen Sportverbänden unisono üblich und ein gänzlich normaler Vorgang. Es ist wohl verständlich, dass öffentliche Gelder nur dort eingesetzt werden dürfen, wo auch tatsächlich Bedarf besteht. Erfreulicherweise hat Dominic 2014 einen großen Sprung gemacht und dementsprechend bisher auch schon mehr als € 500.000.- nur aus Preisgeldern verdient. Die Fördermittel werden danach wieder in junge Sportler investiert, die den Sprung in die Weltspitze, den Dominic bereits gemacht hat, noch vor sich haben.

Eine Förderung „für die Vergangenheit“, wie sie von Wolfgang Thiem eingefordert wird, ist schon aufgrund der Förderrichtlinien nicht möglich.

An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass Wolfgang Thiem, Günter Bresnik sowie weitere Trainer aus der Tennisschule Bresnik zusätzlich vom ÖTV mehr als € 130.000.- pro Jahr in Form von Honorarnoten für die Betreuung zweier vom ÖTV geförderter Spielerinnen und einem Spieler erhalten.

Umso unverständlicher für mich, dass Wolfgang Thiem offensichtlich weiterhin den Tennisverband als Feindbild sieht, was ich persönlich bedaure. Letztendlich haben wir alle ein großes Herz für Tennis.

Die Kooperationsbereitschaft seitens des ÖTV war und ist jedenfalls gegeben!

Herzlichst,
Ronnie Leitgeb, ÖTV Präsident

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