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Davis Cup

ÖTV-Team vor „sehr gefährlichem“ Kwon gewarnt – aber ohne Angst

Österreichs Herren machen im Davis Cup gegen Südkorea in Seoul ihr Ziel unmissverständlich klar: „Wir sind hierhergekommen, um uns fürs Finalturnier zu qualifizieren.“

Jurij Rodionov © | GEPA pictures/ Patrick Steiner

„Ich bin bisher echt zufrieden, muss ich sagen“, hatte sich Jürgen Melzer nach den bisherigen Vorbereitungstagen am Dienstag positiv über die Trainingsleistungen seines ÖTV-Teams in der Davis-Cup-Qualifikationsrunde gegen Südkorea in Seoul geäußert. Ab Freitag um 3:00 Uhr nach MEZ (live auf oetv.at und LAOLA1.at) geht’s für Österreichs Herren dann darum, diese Leistungen auch im Ernstfall abzurufen, am ersten Spieltag des Länderkampfes um die Teilnahme am Finalturnier. Dennis Novak (ATP 143) wird hierbei voraussichtlich auf Jisung Nam (ATP 462) treffen, Jurij Rodionov (ATP 194) auf Soonwoo Kwon (ATP 65). Einzig und alleine die Reihenfolge der Duelle der Nummer eins und zwei wird in der Auslosung am Donnerstag (3:30 Uhr nach MEZ) noch festgelegt.

Bei den Hausherren wird die nominelle Nummer zwei, Yunseong Chung (ATP 367), definitiv nicht zum Einsatz kommen, verriet Südkoreas Kapitän Seung-Kyu Park am Mittwoch in einer Pressekonferenz. ÖTV-Captain Melzer sieht in der Begegnung in Südostasien eine 50:50-Partie. Das Fehlen von Chung ändert für ihn nicht allzu viel daran, besteht die größte Herausforderung doch insbesondere in den Duellen mit Kwon. „Es ist offensichtlich, dass er ein großartiger Spieler ist“, meinte der 40 Jahre alte Davis-Cup-Rekordspieler Österreichs, der freilich bereits einen Masterplan im Hinterkopf hat. „Die Sache ist mit der Strategie ist halt jene, dass sie immer davon abhängt, wie gut der Gegner spielt“, lächelte Melzer. „Ich habe mir natürlich meine Gedanken gemacht und ich werde meine Spieler darauf vorbereiten, gegen ihn zu spielen. Aber ob die Strategie wirklich aufgeht, werden wir Freitag herausfinden.“

Auch Novak zeigte sich abseits der Pressekonferenz vor Kwon gewarnt: „Er ist sehr gefährlich. Man muss sich nur seine Resultate heuer oder letztes Jahr ansehen. Er steht um Platz 60, hat schon extrem gute Leute geschlagen und verliert gegen viele wirklich gute Spieler eng. Er ist ein sehr gefährlicher Spieler, vor allem auf so einem Belag. Aber ich kenne ihn gut und ich traue auch den anderen den Sieg zu“, meinte der 28-Jährige. Seinen eigenen Saisonstart befinde er „durchwachsen. Ich habe ein bisschen Probleme mit meiner Corona-Erkrankung gehabt, die ist mir ein bisschen nachgehangen. Die ersten Turniere waren okay, im Training ist die Form sehr gut. Jetzt heißt es, das ins Match umzusetzen, und dann kommen auch die Ergebnisse.“

Rodionov sieht sich „auf einem sehr guten Weg“

Im Gegensatz zu Novak (8:5) liest sich Rodionovs bisherige Länderkampfbilanz mit 1:3 negativ. Der 22-Jährige hat aber bei seinem letzten Auftritt, im November beim Finalturnier in Innsbruck, gegen Deutschlands Dominik Koepfer eindrucksvoll den ersten Sieg eingefahren, der ihm für seine nächste Davis-Cup-Aufgabe viel Auftrieb gebracht hat. „Natürlich wird die Nervosität, dieser Druck, mit jedem Match besser gehandelt. Ich denke, mit der Zeit werde ich mich schon reinfinden und ich glaube, ich bin auf einem sehr guten Weg. Ich mag auch diese ganze Atmosphäre, ich mag auch das Prestige, das dahinter ist und ich spiele auch liebend gern für mein Land. Ich denke, es ist eine Ehre für jeden, für sein Land antreten zu dürfen.“

Freilich, nur mit dem olympischen Motto „Dabei sein ist alles“ will man sich jedoch nicht begnügen: „Ich glaube, es ist das Ziel von jedem Einzelnen von uns, dass wir beim Finalturnier dabei sind. Und deswegen werden wir auch unser Bestes geben, dass wir diese Partie gegen Südkorea gewinnen“, so Rodionov. Eine entscheidende Rolle könnte dabei dem Doppel zukommen. Auf österreichischer Seite sind hierbei Alexander Erler und Lucas Miedler gesetzt, bei den Südkoreanern rechnete Melzer mit Jisung Nam und Minkyu Song, von welchen er sich überaus beeindruckt zeigte. Für Miedler jedoch kein übertriebener Grund zur Sorge: „Ich bin mit Alex sehr, sehr gut eingespielt. Ich hoffe, dass bis Samstag noch alles hinhaut, wir vielleicht noch ein paar Prozent herausholen können, und dann freue mich schon auf das Match.“

Erler und Miedler gehen „irrsinnig stolz“ ins Debüt

Erler habe Nam/Song „gestern im Training ein bisschen zugeschaut. Das hat relativ gut ausgeschaut, wie die gespielt haben, muss ich sagen. Aber ich glaube, dass wir auch gut drauf sind, und hoffe, dass wir am Samstag dann gewinnen“, zeigte auch der Tiroler keinerlei Furcht, zumal er selbst mit breiter Brust anreiste. „Den letzten Challenger in Bengaluru habe ich gewonnen (der vierte Challenger-Doppeltitel seit dem Herbst; Anmerkung), das war wirklich top. Ich habe in den letzten Tagen jetzt auch sehr, sehr gut trainiert und freue mich schon auf meinen ersten Davis-Cup-Einsatz am Samstag.“ Für Miedler wird dies ebenso eine Premiere: „Es macht mich sehr stolz, dass ich endlich mein Land im Davis Cup vertreten darf. Als kleines Kind träumt man auch von solchen Matches, und wenn man das selbst als Zuseher live erlebt hat, will man da unbedingt selbst dabei sein. Das macht mich irrsinnig stolz.“

Erler hatte ebenfalls schon mit seiner Einberufung ins Team einen Kindheitstraum erfüllt gesehen. Mit ihm ist Miedler als gemeinsamer Doppel-Sensationssieger des ATP-Heimturniers in Kitzbühel „sehr gut eingespielt. Ich hoffe, dass bis Samstag noch alles hinhaut und wir vielleicht noch ein paar Prozent herausholen können, und dann freu‘ mich schon auf das Match“, so der Niederösterreicher Miedler. Das Ziel sehen alle Teammitglieder gleich: „Wir hatten bei unseren letzten Niederlagen mit Deutschland und Serbien schwierige Gegner, wir hoffen, dass wir es besser als das können. Wir sind hierhergekommen, um uns fürs Finalturnier zu qualifizieren“, machte Melzer unmissverständlich klar.

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