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ÖTV NEU, TEIL 4: „TRAININGSPARTNER AUF HOHEM NIVEAU“

In Österreichs Tenniszukunft soll vieles anders werden. Die Weichen dazu sollen mit dem von ÖTV-Sportdirektor Gilbert Schaller entwickelten Sportkonzept gelegt werden. Heute: ÖTV-Herrencoach Thomas Weindorfer über seine ersten Erfahrungen mit den sogenannten „Entwicklungsturnieren“.

„Fast schon im Hauptbewerb“
(21.12.2009)

Ein wichtiges Stichwort des neuen Sportkonzepts ist „Entwicklungsturnier“: Junge SpielerInnen werden zu Turnieren mitgenommen, die eigentlich nicht ihrem Altersniveau entsprechen. Dort sollen sie in das Profileben ihrer älteren Kollegen hinein schnuppern und vor Ort mit internationalen Kollegen trainieren. Ihre erste Bilanz?
Anfang Dezember haben wir Michael Eibl, der 16 Jahre alt ist, bei drei 10.000-Dollar-Future-Turnieren in der Dominikanischen Republik dabei gehabt. Er ist zwei Mal in der zweiten, ein Mal in der ersten Quali-Runde ausgeschieden. Ich war mit ihm aber trotzdem sehr zufrieden. Er hat dort nämlich Trainingspartner auf sehr hohem Niveau gehabt. Noch dazu hat er – obwohl er verloren hat – beim letzten Turnier die beste Partie gespielt, die ich von ihm gesehen habe. Gegen Emanuele Molina hat er 6:0, 4:2 geführt und hätte, wenn er ein, zwei Games gut serviert hätte, sogar gewinnen und sich qualifizieren können. Es ist sich leider nicht ganz ausgegangen, da der Italiener sehr fit war und gut gekämpft hat. Im dritten Satz hat Michi dann 3:6 verloren, weil sein Gegner körperlich stärker war. Das Fazit war: Michi, Anfang 16, hat gegen einen 18-Jährigen verloren, da er ihm noch etwas hinterhergehinkt ist. Trotzdem war die Dom.Rep.-„Tournee“ für ihn eine sehr gute Erfahrung und ein sehr gutes Training.

Frühzeitige Niederlagen in der Qualifikation von Future-Turnieren - wird ein junger Spieler wie er dadurch nicht „verheizt“?
Das glaube ich nicht. Er hat sich ja auch bewiesen, indem er zwei Matche gewonnen und ein Match gegen einen sehr guten Gegner verloren hat, der sich dann für den Hauptbewerb qualifizieren konnte. Ich war mit seiner Performance sehr zufrieden. Noch dazu hat er im Training sehr viel nach „oben“ trainieren können – zwar wenig mit Hauptbewerbsspielern, dafür aber umso mehr mit Qualifikanten, die durch die Bank bereits ein ATP-Ranking gehabt haben.

Wann bzw. für wen ist das nächste Entwicklungsturnier geplant?
Michi hat gezeigt, dass er in ein derartiges Niveau hinein unbedingt schnuppern soll. Sein nächster Trip ist das tennis austria-Ranglisten-Turnier in Bergheim (26.2.-2.3.; Anm.), danach fährt er mit Conny Gruber eine Südamerika-Tour, bei der auch Patricia Haas und Julia Dinhof dabei sein werden. Wenn er dort so spielt wie jetzt in der Dominikanischen Republik, dann wird er dort sehr gut punkten. Eines fällt nämlich auf: Wenn er von solchen Entwicklungsturnieren zurückkommt, dann spielt er ein anderes Tennis als wäre er „bloß“ in Bergheim gewesen.

Gibt es Entwicklungsturniere nur für 16-Jährige wie eben Michael Eibl oder auch für ältere Spieler wie Max Neuchrist oder Tristan-Samuel Weissborn?

Es werden auch ältere Spieler auf Entwicklungsturniere mitgenommen werden. Das sind dann aber logischerweise Turniere im Challenger- und nicht mehr im ITF-Bereich. Das wollen wir auf jeden Fall durchführen, allerdings noch nicht zu Beginn des Jahres. Max Neuchrist und Dominik Wirlend haben im Moment nämlich viel mit ihrer Matura zu „kämpfen“. Erst ab April oder Mai werden sie daher den einen oder anderen Challenger bestreiten.

Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Sportkonzepts ist auch, dass verstärkt externe Spieler zum Training in die Südstadt geholt werden ...
... stimmt! Wir haben in den letzten Wochen z. B. sehr oft Niki Moser, der eigentlich im Tenniscenter Cumberland von Michael Oberleitner trainiert wird, bei uns gehabt. Da er derzeit in der HSNS ist und oft in Südstadt Standeskontrolle machen musste, war es daher logisch, dass er vor Ort mit unseren Spielern trainiert. Ich glaube, dass er unser Angebot künftig noch öfter in Anspruch nehmen wird und mit Weissborn, Neuchrist oder Wirlend trainieren wird, die dadurch den Vorteil des Trainings mit einem höherklassigen Spieler genießen können. Auf der anderen Seite ist es aber klar, dass er in der Südstadt nur einen Nico Reissig hat, der in etwa seinem spielerischen Niveau entspricht. Allen anderen Spielern ist er eine Nasenlänge voraus. Daher müssen wir auch für ihn planen, dass er – wenn er in der Südstadt ist – öfter mit einem Jürgen Melzer oder Stefan Koubek trainieren kann. Es dürfte aber kein Problem sein, dass der ÖTV das einem künftigen Davis Cup-Spieler ermöglichen wird.

TEIL 5, 26.12.2009: ÖTV-DAMEN-NATIONALTRAINER CONNY GRUBER ÜBER DAS GROSSE POTENTIAL DES KLEINEN MÄDCHENKADERS

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