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ÖTV NEU, TEIL 2: „WEICHEN FÜR ERFOLGREICHES TENNIS IN NAHER ZUKUNFT“

In Österreichs Tenniszukunft soll vieles anders werden. Die Weichen dazu sollen mit dem von ÖTV-Sportdirektor Gilbert Schaller entwickelten Sportkonzept gelegt werden. Heute: Schaller über die Förderung externer SpielerInnen und den Weg von unserem Nachwuchs an die europäische Spitze.

"Vollzeit statt Teilzeit"
(14.12.2009)

Österreichs Mädchen, wie z. B. aktuell Barbara Haas, sind international viel erfolgreicher unterwegs als unsere Burschen. Gibt es dafür eine Erklärung?
Es hat in der Vergangenheit mehrere Punkte gegeben, die man dafür verantwortlich machen könnte. Ein wesentlicher Punkt ist der Ausbildungsstand der Trainer in Österreich. Wir vom ÖTV sind immer darauf angewiesen, wie gut die Trainer mit den Jugendlichen bis 14 arbeiten. Es gibt viele qualifizierte Trainer, die auch motiviert sind und gut arbeiten. Es gibt aber auch Trainer, die nicht diesem Standard entsprechen. Bisher waren wir daher oft auf gut Glück darauf angewiesen, ob ein Spieler oder eine Spielerin aus einer guten Schule gekommen ist – dann hat er/sie gewisse Möglichkeiten gehabt. Wenn nicht, dann haben wir Pech gehabt. Das soll sich jetzt ändern. V. a. im Burschenbereich hat es im Jugendbereich schon seit zehn Jahren nicht mehr diese Erfolge gegeben, die noch ein Stefan Koubek als U14-Europameister oder ein Jürgen Melzer, der mit 17 Juniorensieger in Wimbledon war, gefeiert haben. Das neue Ziel muss also sein, dass Jugendliche schon mit 14, 15 europäische Spitze sind wie aktuell bei den Mädchen jetzt z. B. Barbara Haas.

Welche Rolle soll dabei die Südstadt als nationales Ausbildungszentrum spielen?
Zum einen soll die Südstadt weiter den besten nationalen Jugendlichen die Möglichkeit geben, die gemeinsamen Ziele zu erreichen. Mit der Umsetzung des neuen Konzeptes soll die Südstadt und ihr Trainerstab auch der Kooperationspartner für den externen Kader sein, wo die Fäden zusammenlaufen und unsere zukünftigen Partnertrainer auch mit uns eng kooperieren und wir uns gegenseitig unterstützen. Ein weiterer wichtiger Baustein des neuen Konzepts ist aber auch die externe Förderung. D. h. wir haben aus den Budgetmitteln des ÖTV einen beträchtlichen Teil freigemacht, um Spieler, die nicht in der Südstadt trainieren, aber dennoch eine qualitativ gute Ausbildung nachweisen können, finanziell zu unterstützen. Mit diesen Spielern und deren Trainerstab soll eine sehr enge Kooperation stattfinden, sodass Synergien  gemeinsam gebildet werden. So werden z. B. externe Spieler im Rahmen des ÖTVs bei Turnieren betreut und umgekehrt.

Bei Jugendlichen ab welchem Alter soll das neue Konzept speziell greifen?

Einer der wichtigen Bausteine für Österreichs Tenniszukunft ist der U14-Bereich. Wurde dieser Nachwuchs bisher von acht teilzeitbeschäftigten Trainern betreut, so haben wir jetzt zwei Bundesnachwuchstrainer angestellt, die voll für diesen Bereich verantwortlich sind. Die Aufgabe der bisherigen Trainer war es Kader und Entsendungsprogramme zu erstellen und die SpielerInnen bei Turnieren zu betreuen. Jetzt ist es so, dass die neuen Bundesnachwuchstrainer österreichweit tätig sind. Sie werden in den Bundesländern die verschiedensten Trainingsstätten bereisen und ein Partner-Trainer-Netzwerk aufzubauen. Partner-Trainer kann allerdings nur werden, der wirklich den qualitativen Nachweis liefert. Langfristiges Ziel ist es, flächendeckend im U12- und U14-Bereich ein sehr dichtes Trainernetzwerk aufzubauen, sodass die Ausbildung speziell in diesem Bereich eine neue Qualität bekommt. Für mich sind damit die Weichen für ein erfolgreiches Tennis 2015 gestellt.

Teil 3, 16.12.2009: ÖTV-Nationaltrainer Jürgen Hager über die neuen Südstadt-Kader.

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