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ÖTV NEU, TEIL 2: NEUES TRAINERTEAM FÜRS LEISTUNGSZENTRUM

Im September wird die Arbeit im Leistungszentrum Südstadt auf neue Beine gestellt. Getragen wird das neue Sportkonzept u. a. vom künftigen ÖTV-Headcoach Jürgen Hager (Bild). ÖTV-Sportdirektor Gilbert Schaller wirft einen ersten Blick hinter die neuen Kulissen.

„Hager, Weindorfer, Gruber“
(24.7.2009)
Im Dezember 2008 hatte ÖTV-Sportdirektor Gilbert Schaller angekündigt, Österreichs Tennis im Allgemeinen und die Struktur des Leistungszentrums Südstadt im Speziellen mithilfe des „Sportkonzepts 2009“ auf neue Beine zu stellen. „Top-Kader, Profi-Kader, Future-Kader, Beobachtungskader, HSZ-Kader – das war einmal, diese Einteilung unserer SpielerInnen wird schon bald der Vergangenheit angehören“, hatte Schaller damals angekündigt. „Ab dem September 2009 wird es nur mehr drei Kader geben – den A-, den B- und den C-Kader, wobei der A-Kader die Speerspitze des reformierten Systems bilden wird.“ Mittlerweile sind die ersten Entscheidungen gefallen.

Sie haben sich in den letzten Wochen und Monaten auf die Suche nach neuen Trainern für das Leistungszentrum Südstadt gemacht. Mit welchem Ergebnis?
Ich habe zehn Trainern sagen müssen: Tut mir leid, wir werden nicht mehr auf die bisherige Weise zusammenarbeiten können, weil ihr nicht mehr ins neue Konzept passt. Das war nicht leicht, auf der anderen Seite ist das ein normaler Prozess, der in der Wirtschaft tagtäglich passiert. Vom bestehenden Südstadt-Team werden drei Trainer bleiben: Jürgen Hager in der Position des Headcoaches, Thomas Weindorfer als Nationaltrainer und Touringcoach bei den Herren und Conny Gruber als Nationaltrainer bei den Damen.

Was hat den Ausschlag für dieses Trio gegeben?

Der Hintergedanke war der, dass ich jeden Trainer, den ich schon sehr gut kenne, dort einsetzen wollte, wo seine Stärken sind. Bei Jürgen Hager, bisher verantwortlich für Spieler wie Martin Fischer und Nico Reissig,  ist es die tägliche Arbeit am Platz, die er sehr strukturiert durchführt und er mich daher sehr gut unterstützen kann. Eine Unterstützung, die ich künftig sehr gut benötigen kann, da ich viel mehr mit den „externen“ Spielern außerhalb der Südstadt zu tun haben werde und daher viel mehr unterwegs sein werde. Thomas Weindorfers Stärke ist zweifelsohne der Touringbereich. Er ist einer, der sehr gerne und gut die Turniere betreut. Daher wird er in diesem Bereich von mir künftig forciert werden und sich um die einzelnen Kader vor Ort kümmern. Und Conny Gruber ist für mich jemand, der mich aufgrund seiner bisherigen Arbeit überzeugt hat, der richtige Mann für den Mädchenbereich zu sein.

Auf den ersten Blick könnte man sagen: Ein neues Konzept soll mit „alten“ Trainern umgesetzt werden. Täuscht diese Sichtweise?
Ja. Es hat zwar einige Bewerbungen von außerhalb gegeben, auch aus dem Ausland. Es war aber niemand dabei, bei dem ich das Gefühl hatte: Er hat das „drauf“, wo ich nicht ohnehin schon die geeigneten Trainer da habe, die bereits seit Jahren wissen, worum es in der Südstadt geht. Daher glaube ich, dass diese Trainer die geeigneten sind, um das umsetzen zu können, was künftig notwendig sein wird. Neu hinzukommen wird übrigens auch Florian Pernhaupt, den wir seit einem Jahr drei Mal pro Woche in der Südstadt hatten, als Vollzeit-Konditionstrainer. Er kommt aus dem Segelbereich, hat u. a. Roman Hagara und Hans-Peter Steinacher betreut.

Die wichtigsten Trainerposten sind bereits besetzt. Wie steht es mit den SpielerInnen? Steht fest, wer im Herbst in die Südstadt „einziehen“ wird?
Es hat im Vorfeld bereits einen Selektionsprozess gegeben, da bisherige Südstadt-SpielerInnen logischerweise informiert werden mussten, ob es für sie weitergeht oder nicht. Das hat hauptsächlich die Schüler betroffen, da die sich im Fall des Falles neue Schulen suchen mussten. Wir haben uns von fünf Schülern getrennt.

Kann man Namen nennen?
Nicht verlängert wurde der Vertrag mit Magdalena Österle, Christine Auer, Peter Nagovnak, David Aschaber und Daniel Schmidt. Natürlich wird es auch im Profikader noch zu Trennungen kommen. Es sind schon ein paar informiert worden, dass sie sich nach einem neuen Trainingsstandort umschauen sollen. Es sind aber noch keine endgültigen Entscheidungen gefällt worden.

Zusätzlich zu den drei neuen Trainern Hager, Weindorfer, Gruber wollten Sie auch sogenannte „Bundesnachwuchstrainer“ installieren. Haben Sie die Suche nach den richtigen Personen bereits abgeschlossen?
Ja. Als neue Bundesnachwuchstrainer werden Petra Russegger bzw. Martin Pauer künftig arbeiten. Aus sämtlichen Bewerbern waren das diejenigen, die mir am meisten zugesagt haben, weil das für mich zwei sehr erfahrene und extrem motivierte Personen sind. Petra ist mit 30 noch etwas jünger, Martin ist 41. Was für Russegger spricht, ist, dass sie eine ehemalige Spielerin ist und gemeinsam mit Harald Maier im TTV-Lehrreferat in der Trainerausbildung tätig ist. Zusätzlich arbeitet sie mit jungen Spielern und Spielerinnen. Sie wird künftig im Westen Österreichs – bis nach Oberösterreich hinein und Teile der Steiermark – für die Erstellung des U12- und U14-Kaders, die Organisation von Lehrgängen sowie den Aufbau eines österreichweiten Trainer-Netzwerkes zuständig sein. Martin Pauer ist ausgebildeter Sozialpädagoge, hat bis 1997 im Leistungszentrum Bresnik als Trainer gearbeitet und war danach bis 2008 Erzieher in Frank Stronachs Fußball-Akademie in Hollabrunn. Er wird diesen Job im Osten Österreichs übernehmen.


26. Juli 2009:


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