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Kids & Jugend

ÖTV-Jugend-Hallenmeisterschaften U16: Alternate Miskic und Rabl triumphieren

Eine erstaunliche Erfolgsgeschichte spielte sich bei den Burschen-Titelkämpfen bei Sport König in Hagenbrunn ab.

Turnierleiter Robert Heiss, Luka Miskic, Gustav Dressler, Alexandra Zimmer, Leonie Rabl, Turnierassistent Bernd Bleier, Oberschiedsrichter Stefan Hirn ©zVg

Parallel zu den ÖTV-Jugend-Hallenmeisterschaften U12 in Oberpullendorf sind am heutigen Dienstag auch die Titelkämpfe in der Altersklasse U16 in Hagenbrunn zu Ende gegangen. Gebracht haben diese ein gänzlich neues und ein bereits bestens bekanntes Siegergesicht. Das recht überraschende Neue gab es bei den Burschen, wo sich Luka Miskic erstmalig einen Österreichischen Jugendmeistertitel sichern konnte. Der Oberösterreicher schlug nach vier Siegen ohne Satzverlust im Finale den viertgesetzten Niederösterreicher Gustav Dressler mit 5:7, 6:2, 6:1. Das schon wohlbekannte Siegergesicht bei den Mädchen: Leonie Rabl. Die Nummer fünf der Setzliste aus dem Burgenland fertigte im Endspiel bei Sport König Hagenbrunn die topgereihte Niederösterreicherin Alexandra Zimmer mit 6:2, 6:2 ab.

In Windeseile vom Tischtennis- zum Tennismeister

Besonders verblüffend ist die Siegergeschichte von Miskic, der in Niederösterreich eigentlich in die Qualifikation gehen hätte müssen. Nach einigen Absagen rutschte der 15-Jährige jedoch noch als Alternate ins Hauptfeld, als Ungesetzter – und stand letztlich als strahlender Sieger da. Finalkontrahent Dressler (Mutter Ulrike Priller-Dressler und Onkel Hans Priller sind Tennisexperten als Ex-Profis ein Begriff) hatte mit Felix Mori und dem topgesetzten Julian Platzer (6:2, 6:2!) zuvor die beiden ITN-stärksten Spieler eliminiert, doch Miskic, den er im Vorjahr beim selben, damals in Neunkirchen ausgetragenen Turnier, noch mit 6:4, 6:4 besiegt hatte, musste auch er sich beugen. Miskic hatte sein Talent zuvor etwa schon mit dem Finale bei einem ÖTV-Kategorie-I-Event sowie dem OÖTV-U18-Landesmeistertitel aufblitzen lassen, sein Titelcoup war allerdings trotzdem nicht unbedingt absehbar gewesen – selbst für sein Umfeld nur einerseits.

Luka Miskic ©zVg

„Es war für mich einerseits nicht überraschend, da ich aus dem Training ja wusste, wie gut er mit den Burschen mithalten kann. Die Frage war, ob er das mit weniger Turnierpraxis als andere so ins Match rüberbringen kann – dass ihm das dann so gut gelingt, war für mich auch überraschend“, erklärte sein Trainer, Ex-Davis-Cup-Spieler Marco Mirnegg. „Vor zwei, drei Jahren war Luka noch nicht gut genug, um bei Österreichischen Meisterschaften im Hauptfeld zu sein.“ Dies hat freilich einen ziemlich erstaunlichen Hintergrund: „Er hat erst vor viereinhalb Jahren bei mir zum Tennisspielen begonnen, noch mit den grünen Bällen. Er war ÖTTV-Jugendmeister im Tischtennis und ist dann zum Tennis gewechselt, weil‘s ihm mehr Spaß gemacht hat.“ Wie der Quantensprung zum U16-Hallenmeister in so kurzer Zeit gelang? „Er hat mit meinem Team sehr hart gearbeitet. Er kann sehr konzentriert arbeiten und gewisse Sachen extrem schnell umsetzen. Sein größtes Manko ist der Körper, auch wenn sich da schon vieles gebessert hat. Er ist in einem Jahr halt ca. 25 Zentimeter gewachsen – und jetzt ca. 1,90 Meter groß.“ Das führte 2021 zu Rückenproblemen und dem Rückfall im ÖTV-Ranking, wodurch er keinen Hauptfeld-Fixplatz hatte.

Leonie Rabl ©zVg

Rabl läuft im Finale zur Höchstform auf

Bei den Mädchen gab’s dagegen bis zum Finaltag einen durchaus vorhersehbaren Verlauf. Zimmer musste bloß im Semifinale gegen die Nummer drei Emma Leitner (STV) einen Satzverlust hinnehmen, Rabl bezwang nacheinander die Nummer vier der Setzung Chiara Semmelmeyer (NÖTV) und die Nummer zwei Theresa Stabauer (OÖTV) jeweils nach Satzrückstand. Am Dienstag lief Rabl dann überhaupt zu ihrer Höchstform auf und bot eine überaus eindrucksvolle Leistung, mit der die erst 14-Jährige ihre Kontrahentin Zimmer erstaunlich klar in Schach hielt. Bemerkenswert auch, dass Rabl der neuerliche Titelcoup bei ÖTV-Jugendmeisterschaften schon im ersten Jahr ihres Altersklassensprungs glückte: Im Vorjahr war sie auch schon U14-Freiluft-Double- und U14-Hallen-Einzelgewinnerin geworden. Im Mädchen-Doppel standen gleich drei im ÖTV-Leistungszentrum Südstadt trainierende, junge Damen im Finale auf dem Court: Sydney Stark (VTV), Emily Lederer, Sarah Messenlechner (beide TTV). Stark setzte sich hier mit Emma Leitner gegen Lederer/Messenlechner mit 6:2, 6:4 durch. Spannend verlief das Burschen-Doppelfinale. Die Ungesetzten Felix Fischer (NÖTV) und Felix Mori (STTV) rangen den Einzelfinalisten Dressler und Alexander Wagner (BTV), zusammen topgesetzt, mit 2:6, 7:6, 10:8 nieder.

Robert Heiss berichtete bei seinem persönlichen Jubiläum – seine bereits 20. ÖTV-Jugendmeisterschaften als Turnierleiter – von einer „sehr, sehr gut verlaufenen Woche. Auch das gebotene Spielniveau war beachtlich. Der heutige Finaltag war ein gelungener Abschluss, mit Luka Miskic gab’s einen Alternate als jedoch absolut würdigen Sieger. Und mit Rabl hat die auch beste Spielerin des Turniers bei den Mädchen gewonnen.“ Sehr erfreulich sei das „echt tolle Feedback der Teilnehmer gewesen, die hier nebenbei auch Padeltennis und Federball spielen konnten und ein gutes Rahmenprogramm geboten bekommen haben. Es gab am Samstag eine Players Party, jeden Tag ein Buffet für die Kinder, man hat sich hier seitens Sport König Hagenbrunn sehr, sehr bemüht. Zudem gab es sogar einen Physiotherapeut vor Ort, was nicht zwingend üblich ist, aber man sich geleistet hat, um eine gute Veranstaltungsqualität zu liefern.“ Mission gelungen.

Hier alle Ergebnisse der ÖTV-Jugend-Hallenmeisterschaften U16 in Hagenbrunn.

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