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ÖTV-GENERALERSAMMLUNG: DIE ABSCHIEDSREDE VON PROF. ERNST WOLNER IM O-TON

In Innsbruck beendet Prof. Dr. Ernst Wolner seine 15-jährige Karriere als Präsident des Österreichischen Tennisverbandes. "Ich möchte die letzten Minuten meiner Präsidentschaft dazu benutzen, um mich bei all denen zu bedanken, die mich in den 15 Jahren unterstützt, kritisiert oder auch nur begleitet haben."

25. März 2012
 

Liebe TeilnehmerInnen der Generalversammlung!

Eine 15-jährige Präsidentschaft geht zu Ende. Eine Präsidentschaft, die im Süden unseres Landes, 1997 in Villach begonnen hat, sich meist im Osten abgespielt hat und nun im Westen zu Ende geht und so der föderalen Struktur unseres Landes gerecht geworden ist. Es wäre natürlich jetzt verlockend, sozusagen sich selbst rühmend, alle Errungenschaften dieser Zeit Revue passieren zu lassen. Dann sollte ich aber auch Alles anführen, was nicht gelungen ist. Das Alles zu beurteilen, will ich anderen überlassen. Statt dessen möchte ich die letzten Minuten meiner Präsidentschaft dazu benutzen, um mich bei all denen zu bedanken, die mich in den 15 Jahren unterstützt, kritisiert oder auch nur begleitet haben.

Ich habe dieses Amt, das ich damals nicht in all seinen Ausprägungen so erkannt habe, in einer für das Tennis sehr schwierigen Zeit übernommen. Die grosse Ära des österreichischen Tennis – Muster und Co  – ging zu Ende. Die erste Davis Cup-Partie unter meiner Präsidentschaft war ein Euro-Afrika-Gruppenspiel gegen Kroatien, Österreich gewann durch zwei Siege von Gilbert Schaller (u. a. gegen Ivanisevic) und einen Sieg von Muster 3:2. Doch schon die nächste Relegationspartie gegen Simbabwe ging verloren, Muster und Co. traten zurück und Österreich befand sich ohne Führungsspieler in der Unterklasse. Trotzdem war die Erwartungshaltung der Öffentlichkeit enorm hoch und auch die hervorragenden Ergebnisse der Damen im Fed Cup (zwei Mal erreichten sie das Final Four) konnten dieses Manko nicht aufwiegen.

Umso mehr bin ich meinen VorstandskollegInnen der damaligen Zeit aber auch allen weiteren zu grossem Dank verpflichtet. Im Detail: Dr. Helmut Dorn, Dr. Erich Höllerl, Veronika Metzger-Büche, Alfred Schwab, Dr. Gerald Vasak, Dr. Ferdinand Birkner, Dr. Dieter Koller, Dkfm. Manfred Buchacher, Dr. Stefan Brezovich, Dr. Christian Sedlnitzky, Mag. Norbert Gertner, Dr. Wilhelm Gorton, Dr. Ernst Polsterer, Peter Graski, Mag. Walter Sattlberger, Dr. Franz Wohlfahrt, Dr. Constanze Emesz. Sie haben mich in all den Jahren tatkräftig unterstützt und so das Profil des österreichischen Tennis wesentlich mitgeprägt. Stellvertretend möchte ich mich jedoch bei einer Person besonders bedanken: Vizepräsident Helmut Dorn, der nun schon seit fast zwanzig Jahren die Finanzen des Verbandes steuert und immer mein wichtigster Berater war. Gerade der Finanzabschluss 2011 zeigt seine überragende Kompetenz – hätte Österreich so einen Finanzminister, so könnten wir uns das Sparpaket ersparen.

Mein besonderer Dank gilt aber auch allen Landespräsidenten/innen meiner Zeit. Im Detail:

BTV: Hofrat Dr. Vera Fister, Dr. Julius Marhold, Günter Kurz
KTV: Dr. Heinrich Herbst, Mag. Vinzenz Thurn-Valsassina, Ronald Leitgeb, Dr. Norbert Klatil, Hugo Fürstl
NÖTV: Dr. Michael Mautner Markhof, GDStv. Johannes Coreth, Dr. Franz Wiedersich
OÖTV: Prof. DI Norbert Unterscheider, Dir. Robert Groß
STV: Peter Graski, Johann Haidner
StTV: Dipl. Ing. Bruno Saurer, Dr. Hannes Zischka
TTV: Dipl.-Vw. Gerd Purner, Dr. Hugo Haslwanter, Dr. Walter Seidenbusch
VTV: KR Oswald Brunner, Guntram Lässer, Gottfried Schröckenfuchs (2004)
WTV: Dr. Franz Sterba

Die Zusammenarbeit zwischen den Ländern und dem Bundesverband ist der Schlüssel zum Erfolg und das nicht nur im Tennis. Ich möchte nicht verschweigen, dass mich am Anfang meiner Präsidentschaft manche Verhaltensweisen sehr überrascht haben, dass aber nach diesen anfänglichen Schwierigkeiten die Zusammenarbeit immer besser geworden ist und heute auch unserem Land als Ganzes zum Vorbild dienen könnte. Zu besonderen Dank bin ich aber auch den vielen Referenten/innen verpflichtet, die oft unbedankt und kritisiert für den Verband unverzichtbare Arbeit leisten. Ich möchte hier Heinz Lampe besonders herausheben, der über viele Jahre ehrenamtlich durch seine Arbeit dem Verband viel Geld erspart hat. Ein guter Verband funktioniert nicht ohne eine gute Geschäftsstelle. Die vier Generalsekretäre meiner Zeit hatten alle ein unverwechselbares Profil: Peter Nader, Peter Schartel, Mag. Martin Reiter, Peter Teuschl. Sie haben die Geschäftsstelle zu einem gut funktionierenden Dienstleistungsbetrieb gemacht, wenn man den gesamten EDV-Bereich, ITN, die Turnierorganisation und vieles mehr betrachtet. Dass wir durch die Anstrengungen von Peter Teuschl nun auch die Kompetenz erarbeitet haben, auch grosse Veranstaltungen selbst organisieren zu können, ist ein besonders Asset des Verbandes.

Hauptaufgabe eines Sportverbandes ist aber der Breiten- und der Spitzensport. Was den Breitensport betrifft, darf ich mich hier bei Vizepräsident Franz Wohlfahrt und seinen Mitarbeitern bedanken. Die wieder steigenden Mitgliedszahlen, vor allem im Jugendbereich oder die Beteiligung an  unserem Aktionstag "Ganz Österreich spielt Tennis" zeigen, dass wir hier auf dem richtigen Weg sind. Mein ganz besonderer Dank gilt natürlich den Spitzensportverantwortlichen, den Fed- und Davis Cup-Kapitänen/innen meiner Zeit. Im Fed Cup waren bzw. sind das Filip Krajcik, Judith Wiesner-Floimair, Alfred Tesar, Jürgen Waber. Im Davis Cup waren bzw. sind das Ronnie Leitgeb, Günter Bresnik, Thomas Muster, Gilbert Schaller, Clemens Trimmel.

Der leider viel zu früh verstorbene Filip Krajicek, Judith Wiesner-Floimair und Alfred Tesar haben die Damen viele Jahre in der Weltgruppe gehalten, und Jürgen Waber wäre heuer fast der Wiederaufstieg gelungen. Günther Bresnik hat nach einigen Jahren der Durststrecke das Davis Cup-Team wieder in die Weltgruppe geführt, und Thomas Muster und Gilbert Schaller haben diese Position gehalten. Dass Clemens Trimmel als Signal für eine neue Zeit das Team nun ins Viertelfinale geführt hat und Österreich in der Davis Cup-Rangliste nun den achten Platz einnimmt, ist für mich ein besonders Abschiedsgeschenk.

19 Frauen und 22 Männer haben in meiner Zeit Österreich im Fed- und Davis Cup vertreten. Im Fed Cup waren das: Judith Wiesner, Barbara Schett, Sylvia Plischke, Marion Maruska, Karin Kschwendt, Helena Wimmer, Sandra Dopfer, Barbara Schwartz, Patricia Wartusch, Evelyne Fauth, Sybille Bammer, Yvonne Meusburger, Daniela Kix, Sandra und Daniela Klemenschits, Tamira Paszek, Nikola Hofmanova, Melanie Klaffner, Patricia Mayr-Achleitner.

Im Davis Cup waren das: Thomas Muster, Alexander Antonitsch, Thomas Prerovsky, Gilbert Schaller, Markus Hipfl, Udo Plamberger, Wolfgang Schranz, Georg Blumauer, Stefan Koubek, Thomas Strengberger, Julian Knowle, Jürgen Melzer, Alexander Peya, Clemens Trimmel, Konstantin Gruber, Oliver Marach, Marco Mirnegg, Rainer Eitzinger, Werner Eschauer, Martin Fischer, Andreas Haider Maurer, Daniel Köllerer.

Sie alle sind dafür verantwortlich, dass Österreich fast immer mit den grossen Nationen des Welttennis - mehr als die meisten anderen Ballsportarten unseres Landes - mithalten konnte. Alle haben mit grossem Einsatz für unser Land gekämpft. Einige möchte ich aber besonders hervorheben. Stefan Koubek und Jürgen Melzer haben es immer als Ehre betrachtet, für Österreich Davis Cup spielen zu können, Markus Hipfl in den früheren Jahren und später die hervorragenden Doppelspieler haben mitgeholfen, Österreich wieder in die Weltgruppe zurückzuführen. Bei den Damen haben Barbara Schett und Barbara Schwartz alles überstrahlt, aber auch Patricia Wartusch, Sybille Bammer und Tamira Paszek haben Einiges dazu beigetragen.

Zuletzt gilt mein Dank den tausenden ehrenamtlichen Funktionären/innen, die dafür verantwortlich sind, dass in 1.700 österreichischen Tennisclubs rund 175.000 Tennisspieler/Innen und Spieler ihrem Sportvergnügen nachgehen können. Ohne sie ist auch das beste Präsidium nichts wert. Dem neuen Präsidium unter Präsident Leitgeb wünsche ich viel Erfolg! Mögen all die Erwartungen, die man auf diese neue Ära setzt, in Erfüllung gehen. Dem österreichischen Tennis und Ihnen Allen wünsche ich eine blühende Zukunft.

Mit vielem Dank

Ihr Ernst Wolner





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