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ÖTV EXKLUSIV VON DEN FRENCH OPEN: OLIVER MARACH ALS "LETZTER MOHIKANER" OUT. "SCHADE, DASS WIR DAS NICHT GESCHAFFT HABEN"

Hart gekämpft und trotzdem verloren: Mit Oliver Marach (Bild) ist heute der letzte Österreicher beim zweiten Grand Slam-Turnier der Saison ausgeschieden. Im Viertelfinale der French Open musste er sich mit Partner Horacio Zeballos an seiner Seite Bob und Mike Bryan mit 1/6, 6/4, 4/6 geschlagen geben.




5. Juni 2012

Als Österreichs "letzter Mohikaner" hast du dich heute mit deinem Partner Horacio Zeballos den Bryan-Brüdern knapp geschlagen geben müssen. Wäre vielleicht auch der Sieg möglich gewesen?  Im ersten Satz haben wir überhaupt keine Chance gehabt, da haben sie jeden Ball besser als wir gespielt, haben nicht einmal leichte Fehler gemacht, sondern von Anfang an sehr aggressiv gespielt. In dieser Phase haben wir uns gesagt: Auf diesem Niveau müssen die erst einmal zwei Sätze durchspielen! Sollte ihnen das gelingen, müssen wir ihnen gratulieren. Im zweiten Satz war es dann aber doch auf einmal eine ganz andere Partie. Wir sind viel besser ins Spiel gekommen, haben viel besser retourniert. Leider haben wir einen schlechten Start in den dritten Satz gehabt.

Von außen hat es heute so ausgesehen als wärst du heute der aktiveres und bessere Spieler auf eurer Seite des Netzes. Der Bessere? Das würde ich nicht unbedingt so sagen. Wir ergänzen uns grundsätzlich sehr gut. Horacio hat in den letzten Wochen allerdings sehr viel gespielt, darunter auch Challenger, hat auch in Paris beinahe jeden Tag gespielt, im Single z. B. die zweite Runde erreicht und nur wenig Pause gehabt. Mitte des zweiten Satzes hat man dann bei ihm gemerkt, dass er etwas langsamer und müde wird. Aber das ist nun einmal so. Noch dazu haben wir heute viele Rallies gehabt, beinahe so wie in einem Single. Im dritten Satz haben die Bryans dann leider durch leichte Fehler von uns das frühe Break gemacht. Wir haben aber gewusst, dass der Rechtshänder (Mike Bryan; Anm.) Probleme beim Service hat, deshalb sind wir auch immer drangeblieben und hatten zum Schluß auch die Chance auf's Rebreak. Bei 3:2 war dann das entscheidende Game - schade, dass wir das nicht gemacht haben.

Mit einem neuen Partner gleich ins Viertelfinale eines Grand Slam-Turniers zu kommen, ... ... damit kann man nur zufrieden sein! Ich bin schon in der Vorwoche mit Filip Polasek gleich ins Finale von Nizza gekommen. Mir gefällt es im Moment sehr gut, wie ich derzeit am Platz auftreten und vorne die Volleys weg mache. Eigentlich spiele ich immer gut, wenn ich mit neuen Partnern spiele. Ich würde mit ihm sehr gerne weiterspielen. Das Problem ist aber das Single. Er ist bei einigen Turnieren im Hauptbewerb, die Woche darauf dann wieder nicht mehr. Dann kann er den Doppelbewerb nicht voll spielen, und das kann ich wiederum nicht riskieren. Wir werden heuer aber sicherlich noch das eine oder andere Turnier miteinander spielen.

Wie schwierig ist es für dich, immer einen neuen Partner finden zu müssen? Das ist immer eine sehr kurzfristige Angelegenheit. Die Top 25-Spieler haben alle ihre fixen Partner. Ich "bekomme" meinen Partner dann meistens ein paar Tage vor Turnierbeginn. Vor Paris hab ich z. B. nur drei, vier Tage Zeit gehabt. Für die Rasensaison hab ich jetzt meinen Partner, für danach hab ich aber noch niemanden.

Wer ist in der Rasensaison dein Partner? In Halle und Wimbledon spiele ich mit Dustin Brown. Danach hätte ich mit Gael Monfils spielen sollen, mit seiner Knieverletzung ist er aber jetzt ein paar Tage außer Gefecht. Deshalb lass ich mir das jetzt noch offen. Außerdem erwartet meine Frau ein Baby, und ich warte jetzt einmal ab, was der Doktor sagt: Ob es vielleicht früher kommt oder doch nicht!

Es könnte ja eine noch längere Rasensaison werden. Stichwort: Olympia. Wir haben untereinander noch nicht geredet, sollten daher in den nächsten Tagen auch mit Jürgen (Melzer; Anm.) das Gespräch suchen. Denn so wie es aussieht, muss er es sich aussuchen, mit wem er gerne spielen würde. Sollten zwei Teams geschickt werden, wäre das natürlich optimal.

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